1. Saarland

Nicht genug Freizeitmöglichkeiten?

Nicht genug Freizeitmöglichkeiten?

Namborn. Die Gemeinde Namborn hat die Note "befriedigend" erhalten, exakt eine 2,8. Bewertet wurden Jugendfreundlichkeit und Jugendtauglichkeit der Gemeinde im Rahmen des Projektes "Ding Dein Dorf - Wir können was bewegen"

Namborn. Die Gemeinde Namborn hat die Note "befriedigend" erhalten, exakt eine 2,8. Bewertet wurden Jugendfreundlichkeit und Jugendtauglichkeit der Gemeinde im Rahmen des Projektes "Ding Dein Dorf - Wir können was bewegen". Träger des Vorhabens ist der Landesjugendring Saar, der mit dem Studiengang "Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit" an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes in Saarbrücken kooperiert. Bei der Frageaktion, an der sich nach Angaben des Jugendrings landesweit rund 1900 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 21 Jahren beteiligt hatten, wollten in der Gemeinde Namborn nur 33 (sehr) junge Leute - Altersdurchschnitt: 14,6 Jahre - mitmachen. Weshalb die Macher die Ergebnisse treffend als "nicht repräsentativ" einschätzen. Gleichwohl seien sie aber aussagekräftig, heißt es.Mit der Gesamtnote 2,8 bei der Kinder- und Jugendfreundlichkeit liegt Namborn gleichauf mit dem Landkreis St. Wendel, schneidert sogar besser ab als der Durchschnitt der saarländischen Gemeinden und Städte, der bei 3,0 liegt. Allerdings sieht Namborn besonders bei den Freizeitmöglichkeiten schlechter aus als der Landkreis- und Landesdurchschnitt. Den Jugendlichen fehlen laut Umfrage eigene Plätze, kulturelle Angebote und Einkaufsmöglichkeiten. Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD), dem der Landesjugendring die Ergebnisse der Bestandsaufnahme einschließlich Zeugnis jetzt zugesandt hat, nimmt die Ergebnisse ernst: "Obwohl es in einer Gemeinde wie Namborn mit zehn Ortschaften schwer ist, überall Jugendräume zu schaffen." So werde seit zehn Jahren am Raawe-Keller in Namborn gebaut, der als Jugendzentrum genutzt werden soll. Staub: "Und seit 2005 bauen wir in Furschweiler das ehemalige Postgebäude um, worin Jugendräume entstehen sollen." Indes habe in Hirstein die Dreiberg-Jugend und in Roschberg die Sternschnuppen bereits eigene Häuser, wo die, wie Staub einräumt, "Angebotslücke für die 14- bis 18-Jährigen" zumindest hier geschlossen werden kann. Was die Einkaufsmöglichkeiten anbelange, entstünden ja demnächst auf der Allerburg weitere Märkte, darunter ein Bekleidungsdiscounter mit Jugendsortiment, und ein Café.Und auch in Sachen "Internetverbindungen", die von den Jugendlichen in der "Ding Dein Dorf"-Aktion als zu langsam kritisiert wurden, tue sich etwas: "Im April oder Mai wird sich der Gemeinderat für einen Anbieter entscheiden, der schnelle Internetverbindungen auch für die restlichen Orte Baltersweiler, Namborn und Heisterberg gewährleistet." Auch grundsätzlich nehme Namborn Jugendarbeit sehr ernst, was schon daran zu erkennen sei, dass sie "als einzige Gemeinde im Saarland eine hauptamtliche Kinder- und Jugendbeauftragte" habe. Über sie werden Ferienfreizeiten, Ü10-Partys in der Namborner Turnhalle, Ritterspektakel auf der Liebenburg und andere erfolgreiche Veranstaltungen für junge Leute organisiert. Meinung

Gute Idee schlecht umgesetzt

Von SZ-Redakteur Rainer Ulm Eine Kampagne, die Jugendfreundlichkeit und Jugendtauglichkeit von Kommunen untersucht, sollte sich erstmal einen freundlichen und tauglichen Namen zulegen. "Ding Dein Dorf" liegt nicht nur jenseits jeder Orthografie und Grammatik, sondern auch jeden Sprachgefühls. Ein mühsam auf jung getrimmtes Motto. Kurz gesagt, und um im Bilde geblieben: "Ding Dein Dorf" ist einfach nur ding, dang, doof. Vor diesem Hintergrund verwundert es schon, dass sich überhaupt 1900 Jugendliche, zumindest behaupten das die Macher vom Landesjugendring Saar, an der Aktion beteiligt haben. In der Gemeinde Namborn waren es nur 33 junge Leute - bei 7500 Einwohnern. Deshalb ist es den Bürgermeistern hoch anzurechnen, dass sie diesem Unding überhaupt Aufmerksamkeit schenken. Schließlich haben sogar ebendiese Macher die Ergebnisse von "Ding Dein Dorf" als "nicht repräsentativ" eingestuft. Eine gute Idee wurde schlecht umgesetzt. Ding, dang, doof gelaufen.