1. Saarland

Nicht alle Vereine fit für SEPA

Nicht alle Vereine fit für SEPA

Weniger als vier Monate sind es noch bis zum Ende der nationalen Überweisungs- oder Lastschriftverfahren. Zum 1. Februar 2014 wird der Euro-Zahlungsverkehr in Europa mit SEPA vereinheitlicht. Das bedeutet für die Ehrenamtler der Vereine Einiges an Mehrarbeit.

. Der Dirminger Obst- und Gartenbauverein ist genauso davon betroffen wie der TV Merchweiler, der Pensionärverein Spiesen oder die DJK Münchwies: Ab 2014 verändert SEPA den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland: Alle Überweisungen und Lastschriften in Euro innerhalb Deutschlands sind dann nach europaweit einheitlichen Verfahren vorzunehmen. SEPA ist die Abkürzung für "Single Euro Payments Area", also für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum.

Etliche Vereine im Kreis Neunkirchen haben noch nicht auf SEPA umgestellt, denn bis zum Stichtag 1. Februar scheint es ja noch "ewig hin". Die Deutsche Bundesbank warnt indes vor dieser Einstellung, denn die Umstellung ist vor allem für größere Vereine mit vielen Mitgliedern mit einigem Aufwand verbunden. Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Deutschen Bundesbank und zuständig für Zahlungsverkehr, weiß: "Bei Vereinen und kleineren Unternehmen ist erheblicher Nachholbedarf im Hinblick auf die SEPA-Umstellung zu erkennen. Warum? Im Gegensatz zu Großunternehmen stehen kleinen Unternehmen weniger Ressourcen für dieses Projekt zur Verfügung und bei Vereinen ist die SEPA-Umstellung oft von Ehrenamtlichen zu bewältigen."

Solche Ehrenamtliche wie etwa Olaf Schneider, der Kassierer bei der DJK Münchwies ist. "Es ist viel Arbeit, alle Mitglieder zunächst anzuschreiben und dann in das neue System zu integrieren." Schneider will die Umstellung zum 1. November angehen, als Mitarbeiter der Sparkasse Neunkirchen weiß er aus erster Hand, wie er das am einfachsten bewerkstelligt. "Die Sparkasse stellt ein kostenloses Vereinsverwaltungsprogramm zur Verfügung, das die Umstellung erleichtert." Außerdem seien alle Azubis mit dem Thema vertraut und berieten Vereine kostenlos. Trotzdem gebe es Vereine, die wieder von Haustür zu Haustür gehen, um die Mitgliedsbeiträge zu kassieren und so die Online-Abrechnung zu umgehen. "Mittelfristig ist das aber sicher keine Lösung", meint Olaf Schneider.

Rund 1400 Mitglieder hat der TuS Neunkirchen. Für Geschäftsführerin Monika Schwarz bedeutet die Umstellung auf SEPA gehörigen Zeitaufwand. Auch wenn der Neunkircher Verein auf ein Verwaltungsprogramm des Deutschen Sportbundes für seine Vereine zurückgreifen könne. "Da die Mitglieder alle angeschrieben werden müssen, bedeutet die Umstellung neben der Mehrarbeit auch mehr Kosten für den Verein", berichtet Schwarz. Sie hat ein SEPA-Seminar für Vereine in Saarbrücken besucht und sich in Eigeninitiative informiert.

Probleme kann es für die Vereine geben, die aufgrund der Altersstruktur mit dem Internet und Online-Banking bisher wenig bis gar nichts zu tun hatten. So hat der Pensionärverein Wemmetsweiler erst vor einiger Zeit auf Bankeinzug umgestellt, vorher wurde von Haus zu Haus kassiert, berichtet Gerda Kurzenhäuser. Sie ist für die Finanzen beim Pensionärverein zuständig, hat dieser Tage Post von der Sparkasse bekommen. "Ich muss mich noch schlaumachen, ich habe mich bisher noch nicht mit dem Thema SEPA befasst", sagte sie unserer Zeitung. Checklisten für Vereine haben Kreditinstitute auf ihren Internetseiten aufgeführt.

www.sepadeutschland.de

www.sparkasse-

neunkirchen.de

www.bank1saar.de