| 18:36 Uhr

16. Deutsches Down-Sportlerfestival
Zwei richtig klasse Sportskanonen

Jonas Jennewein und Leonie Schreiner freuen sich schon auf einen tollen Tag in Frankfurt, an dem sich alles um Sport und Spaß dreht. Foto: Marc Prams
Jonas Jennewein und Leonie Schreiner freuen sich schon auf einen tollen Tag in Frankfurt, an dem sich alles um Sport und Spaß dreht. Foto: Marc Prams FOTO: Marc Prams
Neunkirchen. Die 14-jährige Leonie Schreiner aus Wemmetsweiler und der 13-jährige Jonas Jennewein aus Ottweiler nehmen an diesem Samstag am weltweit größten Sportfest für Menschen mit Down-Syndrom teil. Von Marc Prams

Wer an Jonas Jennewein vorbei möchte, muss sich schon etwas einfallen lassen. Denn wenn der 13-Jährige auf dem Fußballplatz steht, lässt er in seiner Abwehr ungern was anbrennen. Sehr engagiert geht er dort zur Sache, aber immer fair. So kennen ihn seine Mitspieler von der SG Kirkel-Altstadt, wo Jonas seit Jahren mittrainiert „und super integriert ist“, wie seine Mutter Renate betont. Dort wird also vorgelebt, was Inklusion bedeutet. Denn  Jonas, der das Down-Syndrom hat, ist genau so sportbegeistert wie es die meisten Jungs in seinem Alter sind. Und wie die meisten Mädchen.


So auch die 14-jährige Leonie Schreiner. Auch sie ist leidenschaftliche Sportlerin. Sie schwimmt für ihr Leben gern, hat viel Spaß am Tanzen und an der Leichtathletik, trainiert in ihrem Heimatverein, SV Wemmetsweiler, und hat ebenfalls das Down-Syndrom.

Jonas und Leonie sind nun mal zwei echte Sportskanonen, und als solche gibt es ein Ereignis im Jahr, auf das sich die beiden besonders freuen: Das Down-Sportlerfestival, das an diesem Samstag in Frankfurt stattfindet. Seit 2008 nehmen die beiden, die sich seit frühester Kindheit kennen, nun schon an dem weltweit größten Sportfest für Menschen mit Down-Syndrom teil. „Wenn die Sportler dort einmarschieren und die Zuschauer ausflippen, ist das wie bei Olympia“, erzählt Ulrike Schreiner, die sich mindestens genau so auf das Sportfest freut wie Leonie und Jonas. 3000 Zuschauer werden sie und die anderen 600 Aktiven aller Altersstufen dann anfeuern. Beim 100-Meter-Lauf, beim Weitsprung und beim Weitwurf. Jonas tritt zusätzlich noch beim Reiten an und, klarer Fall, im Fußball. Schwimmen wird für Leonie leider nicht angeboten, was schade ist, denn schließlich hat sie bereits das „Seepferdchen“ gemeistert. Weil Leonies Lieblingstier jedoch ihr Kaninchen Blacky ist, besteht sie drauf, dass sie den „Seehasen“ geschafft hat.  



Zwar wird die Stimmung am Samstag mindestens so gut sein wie beim 100-Meter-Olympia-Lauf, einen großen Unterschied gibt es aber dennoch zu den Wettkämpfen im Zeichen der fünf Ringe: Beim 16. Deutschen Down-Sportfest ist dabei sein wirklich alles. „Dort gibt es keine Verlierer. Alle machen begeistert mit und haben Spaß. Jeder Teilnehmer erhält eine Medaille, ein T-Shirt, eine Urkunde und ein Geschenk“, sagt Renate Jennewein. Und das gibt’s in der Regel aus prominenten Händen. Ob Schauspieler wie Henning Baum, Claus Theo Gärtner oder Joachim Hermann Luger (Hans Beimer aus der Lindenstraße) oder Sportler wie Andy Möller, Ariane Friedrich oder Michael Groß – sie alle kommen gerne vorbei, um mit den Sportlern zu feiern. Peyman Amin, der als Model-Scout in der Casting-Show “Germany‘s next Topmodel“ bekannt wurde und dessen Bruder Omid ebenfalls das Down-Syndrom hat, zählt seit 2010 mit seiner Modenschau von und für Menschen mit Down-Syndrom zu den Publikumslieblingen. Denn auch das gehört zum Sportfest: ein vielfältiges und informatives Rahmenprogramm.

Das gefällt Leonie, die mit einem Integrationshelfer die sechste Klasse der Saarbrücker Bruchwiesenschule besucht, und Jonas, der in Ottweiler lebt und in Dirmingen auf die Rothenbergschule geht. Aber auch ihren Eltern, die mit anderen Mitgliedern des Vereins „Saar 21 - Down-Syndrom Saarland“ gemeinsam im Bus nach Frankfurt fahren. „Da ist auf der Hinfahrt schon richtig tolle Stimmung. Auf dem Rückweg sind dann alle groggy“, weiß Ulrike Schreiner. Alle würden einfach einen schönen Tag erleben. Leonie, Jonas und 600 andere, die alle eines gemeinsam haben: die Freude am Sport.