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Jugendliche und Alkohol
Zum fröhlich sein braucht’s keinen Alkohol

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer akuten Alkoholvergiftung stationär behandelt werden müssen, steigt insbesondere rund um den Karneval an. Im Saarland wurde 2016 mit 389 jungen Menschen im Alter bis 20 Jahren ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer akuten Alkoholvergiftung stationär behandelt werden müssen, steigt insbesondere rund um den Karneval an. Im Saarland wurde 2016 mit 389 jungen Menschen im Alter bis 20 Jahren ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. FOTO: Jens Battner / dpa
Neunkirchen. Zahl der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen steigt auch in Neunkirchen an Fastnacht drastisch an.

Für viele Menschen, insbesondere Jugendliche, bedeutet die Fastnacht in erster Linie zu feiern, ausgelassen zu sein, gute Stimmung zu haben und raus aus dem Alltagstrott zu kommen. Gleichzeitig gibt es auch eine Kehrseite der tollen Tage: betrunkene Jugendliche und Erwachsene, Schlägereien, Verkehrsunfälle, Gewalt, Alkoholvergiftungen, Notdienst und Krankenhaus.



Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer akuten Alkoholvergiftung stationär behandelt werden müssen, steigt insbesondere rund um den Karneval an. Im Saarland wurde 2016 mit 389 jungen Menschen im Alter bis 20 Jahren ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Das teilt die Jugendberatungsstelle Die Brigg des Caritasverbandes Neunkirchen mit. Besorgniserregend sei hierbei der wachsende Anteil der Mädchen.

Das HaLT-Projekt der Jugendberatungsstelle Die Brigg bietet Hilfe für die betroffenen Jugendlichen sowie ihre Eltern an, damit sich dieser lebensbedrohende Vorfall nicht wiederholt. Ziel der Beratung ist, aus diesem Vorfall zu lernen und zukünftig angemessener mit Alkohol umzugehen. Allein im letzten Jahr 2017 gab es im Landkreis Neunkirchen weit mehr als 30 Vorfälle, darunter mindestens zwölf Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren. Der Erstkonsum und die gesundheitsgefährdenden Erlebnisse finden damit in einem Alter statt, in dem überhaupt kein Alkohol an Jugendliche verkauft werden darf.

Die Brigg fasst einige grundlegende Fakten rund ums Thema Alkohol zusammen: - Der weit überwiegende Anteil der Bevölkerung im Alter von 18 und 64 Jahren (96,4 %) trinkt Alkohol. Im Schnitt sind die Jugendlichen bei ihrem ersten Alkoholrausch 16 Jahre alt. Im Jahr 2015 betrug der Pro-Kopf-Konsum an alkoholischen Getränken in der Bundesrepublik 135,5 Liter, dies entspricht 9,6 Liter reinem Alkohol.  Alkohol wird relativ gesehen immer billiger – im Vergleich zu den sonstigen Lebenshaltungskosten in den letzten 40 Jahren um 30 Prozent. Über 13 000 Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich 2015, dabei starben über 250 Personen.

Im Vorfeld und an Fasching selbst sei daher jeder aufgerufen, sich mit dem Thema verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol zu beschäftigen. Jeder solle Verantwortung übernehmen und ein gutes Vorbild sein.



Weitere Informationen sowie Rat und Unterstützung gibt es bei den Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle Die Brigg des Caritasverbandes, Tel. (0 68 21) 92 09 40.