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Zahl der Neuinfektionen im Kreis Neunkirchen steigt weiterhin

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 79,4 : Zahl der Neuinfektionen im Kreis Neunkirchen steigt weiter

Während immer mehr Corona-Fälle gemeldet werden, hat das Abstrichzentrum in Reden seinen Betrieb wieder aufgenommen.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus im Kreis Neunkirchen ist auch am Mittwoch weiter gestiegen. Wie Kreis-Sprecherin Jasmin Alt auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, seien 20 neue Fälle gemeldet wurden, in denen sich Personen nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert hätten. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist damit auf 79,4 gestiegen. Bereits am Dienstag hatte der Kreis 50 neue Fälle gemeldet und die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern überschritten (wir berichteten). Der Landkreis zählt seitdem neben St. Wendel und neuerdings auch Merzig-Wadern als Risiko-Gebiet. Seit gestern gilt darüberhinaus eine Allgemeinverfügung durch den Kreis, wonach die Anzahl von Personen, die im Rahmen einer Privatveranstaltung zusammenkommen, in geschlossenen Räumen auf 10, im Freien auf maximal 25 Personen beschränkt ist. Zudem herrscht für Tankstellen, Supermärkte und weite Teile der Gastronomie ein generelles Ausschankverbot von Alkohol zwischen 0 und 6 Uhr.

In Folge der Einstufung des Landkreises als Corona-Risikogebiet hat sich am Dienstagvormittag auch der Krisenstab des Kreises versammelt, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Vor allem die Kontaktnachverfolgung sei ein Thema gewesen, wie Alt auf Anfrage unserer Zeitung berichtet. Der Leiter des Kreisgesundheitsamts, Oliver Schöne, bestätigte derweil bisherige Aussagen, wonach die meisten jüngeren Corona-Fälle im Kreis wohl auf eine private Trauerfeier zurückzuführen sind.

Zudem hat das Testzentrum in Reden seit gestern wieder seinen Betrieb aufgenommen. Bis zu 200 Testungen könnten hier täglich geleistet werden, erklärt Kreis-Sprecherin Alt. Dies könne man aber bei Bedarf noch weiter ausbauen, wie sie betont. Für den ersten Tag seien demzufolge bereits 60 Testungen angesetzt. Auf das Corona-Virus können sich hier jedoch ausschließlich Menschen aus dem Kreis testen lassen und auch nur wenn sie vom Gesundheitsamt im Zuge der Kontaktnachverfolgung dazu aufgefordert werden. Unterstütztung erhalten die Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamt hierbei auch von Angehörigen der Bundeswehr, des DRK, sowie dem THW und der DLRG.

Die Kosten für den Abstrich übernehme in solch einem Fall die gesetzliche Krankenversicherung, der Gesundheitsfonds oder der öffentliche Gesundheitsdienst des Landes, wie Kreisgesundheitsamt-Leiter Schöne auf Anfrage erklärt. „Medizinisch notwendige Testungen oder Tests aufgrund einer Einstufung als Kontaktperson werden stets kostenfrei übernommen“, schreibt Schöne. Werde der Test hingegen aus anderen Gründen, wie etwa für eine anstehenden Urlaub benötigt, gelte generell eine „Selbstzahlungspflicht“. In der Regel liege das Testergebnis am nächsten Tag, spätestens jedoch am übernächsten Tag vor. Personen aus dem Landkreis Neunkirchen, die sich derzeit noch in Urlaub befinden, müssten demnach nichts weiter beachten. Anders verhalte es sich jedoch, wenn man Urlaub in einem Risikogebiet mache und sich dort mehr als 72 Stunden aufhalte. Dann müsse man sich bei seiner Rückkehr zunächst in häusliche Quarantäne begeben und sich bei seiner zuständigen Ortspolizeibehörde melden, erklärt Schöne.

Neben dem Landkreis haben auch erste Gemeinden auf die Einstufung als Risiko-Gebiet reagiert. So hat die Gemeinde Schiffweiler sein Rathaus für den normalen Publikumsverkehr gesperrt. Zutritt erhalte nur, wer vorher einen Termin ausgemacht habe. In der Gemeinde Spiesen-Elversberg bliebt das Rathaus weiterhin geöffnet, es wird jedoch auch hier um eine vorherige Terminvereinbarung gebeten. Dadurch sollen Besucherströme vermeiden und Kontakte weitgehend vermindert werden. Angelegenheiten, die einen Besuch im Rathaus nicht zwingend erfordern, sollten demnach telefonisch, postalisch oder per Mail erledigt werden. In Schiffweiler werde zudem an einem entsprechenden Online-Formular zur Terminvereinbarung gearbeitet, wie eine Sprecherin am Montagabend mitteilte. Dieses werde in den kommenden Tagen zur Verfügung stehen.

In einem Videobeitrag kommentierte derweil Illingens Bürgermeister Armin König die aktuelle Corona-Situation in seiner Gemeinde. Diese zählt neben Ottweiler derzeit zu den Corona-Hotspots im Kreis. In dem Video berichtet König unter anderem von falsch verstandenen Gruppendruck, von „Feierabendoptimisten“ und von „Menschen, die nicht verstanden haben, unter welchen Risiko wir in diesen pandemischen Zeiten leben.“

Transparenz-Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass das Rathaus der Gemeinde Spiesen-Elversberg für den normalen Publikumsverkehr geschlossen sei. Eine Gemeinde-Sprecherin teilte am Donnerstagvormittag nun mit, dass das Rathaus weiterhin normal geöffnet ist. Die Gemeindeverwaltung bittet jedoch vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Zahlen um eine Terminvereinbarung. Wir haben den entsprechenden Absatz daher geändert.