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Wie im Krein Neunkirchen Kommunion trotz Corona gefeiert wird.

Kommunion im Corona-Jahr : Kommunion mit Feier im kleinen Rahmen

Die erste Heilige Kommunion konnte in diesem Jahr am Weißen Sonntag bekanntlich nicht gefeiert werden. Pfarreien im Kreis holen das Versäumte nun nach. In kleinen Gruppen, unter besonderen Bedingungen.

Das war schon doof für Maja. Monatelang hatte sie sich mit ihren Freunden auf ihre Kommunion vorbereitet und sich auf diesen besonderen Tag gefreut. Dann kam Corona, und alles wurde abgesagt. Keine Kommunion am Weißen Sonntag, keine Feier mit den Freunden, und, auch das gehört zu diesem Tag, keine Geschenke. „Das Kleid war schon gekauft, der Tisch im Restaurant bestellt und die Gäste alle geladen. Und dann musste alles abgesagt werden“, erzählt Majas Mutter Tina Forsch. Ihr ging es wie so vielen Eltern, die trösten mussten, aber nicht sagen konnten, wann oder ob überhaupt Kommunion gefeiert werden konnte.

„Wir haben uns im Team dazu entschieden, die Kommunionsfeiern nach den Ferien nachzuholen. Dann allerdings in kleinen Gruppen mit acht bis zehn Kindern und unter Einhaltung des Schutzkonzepts“, sagt Kerstin Leonhard, Gemeindeassistentin der Pfarrgemeinde St. Marien in Neunkirchen. An zwei Samstagen und einem Sonntag im September finden die Gottesdienste nun statt, teilweise zwei an einem Tag. „Es sind separate Gottesdienste, so dass jedes Kind zehn bis zwölf Besucher mitbringen kann. Besonders begehrt waren die Termine an den Samstagen“, erzählt die Gemeindeassistentin. 40 Kinder gehen in St. Marien zur Kommunion, nur drei von ihnen haben sich für die Möglichkeit entschieden, alleine im Hochamt zur Kommunion zu gehen.

Dieses Angebot gab es auch in der Pfarrgemeinschaft Illingen. Auch ins kommende Jahr konnte die Kommunion dort verschoben werden. Allerdings haben sich nahezu alle Eltern dazu entschieden, mit ihrem Kind an einem der vorgegebenen sechs Termine im August dieses Fest zu feiern. Auch in Illingen gehen die Kinder in kleinen Gruppen mit bis zu acht Kindern zur Kommunion, auch dort darf jedes Kind nur ein paar Gäste mitbringen.

„Es ist ja in diesem Jahr nichts, wie es sein soll“, sagt Martin Gerber, Pfarrsekretär der Pfarrgemeinschaft Ottweiler/Fürth. 40 Kinder wollten dort am Weißen Sonntag erstmals die Hostie entgegennehmen. Nun hat man sich dort dazu entschieden, das Versäumte in den September und Oktober zu verschieben. An vier bis fünf Termine, zwar in kleinen Gruppen und mit begrenzter Gästeschar, aber zur großen Freude der Kinder. Eigentlich sind dies auch die Monate, in denen der kommende Jahrgang mit dem Kommunionsunterricht beginnt. Ob das in diesem Jahr überhaupt möglich sein wird? „Wir wissen noch nicht, wie wir das handhaben. Es gibt die Überlegung, im kommenden Jahr keine Erstkommunion zu feiern, sondern 2022, dann mit einem Doppeljahrgang. Aber das ist alles noch sehr vage“, sagt Pfarrsekretär Gerber.

Was im nächsten Jahr ist, weiß man auch in der Pfarrgemeinde Spiesen-Elversberg derzeit noch nicht. Klar ist aber, dass die 45 Kinder dort noch in diesem Jahr zur Kommunion gehen können. Die erste Gruppe am 2. August, die letzten fünf Kinder am 27. September.

Ähnlich sieht es auch in der Pfarrgemeinschaft Merchweiler aus: Kleine Gruppen, sechs Termine, engster Familienkreis. Insgesamt 35 Kinder werden sich dann in Schale schmeißen und einen Tag erleben, den sie wohl niemals vergessen werden.

Und eine von ihnen ist Maja Forsch, die vorher noch mit ihrer kleinen Schwester Hanna getauft wird. Genau, auch die Taufe musste wegen Corona abgesagt werden, erzählt Mutter Tina, bei der die Erleichterung groß ist, „dass jetzt etwas passiert. Wir hingen ja die ganze Zeit in der Luft.“ Aber jetzt wird gefeiert. Zwar nicht im Restaurant – „es war schwierig, einen Tisch zu bekommen“ –, dafür im Haus der Großeltern und mit Party-Service. „Dann wird es auch billiger“, lacht Tina Forsch und freut sich auf die „etwas kleinere Feier“.