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Wie der Kreis Neunkirchen mit der Lage zum Coronavirus umgeht

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona Virus Neunkirchen : Krisenstab, Meldekette, Handhygiene

Beim Landkreis sowie im Diakonie-Klinikum sieht man sich auf den Fall einer Corona-Erkrankung vorbereitet.

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Längst ist nicht mehr nur Asien betroffen, sondern neben anderen Kontinenten auch Europa. In dieser Woche sind nun mehrere Fälle in Deutschland gemeldet worden, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht vom Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland. Die Infektionsketten seien teilweise nicht mehr nachvollziehbar. „Die Hoffnung, dass die Epidemie an uns vorbei geht, wird sich jedenfalls nicht erfüllen“, stellt Spahn klar. Deshalb habe er alle zuständigen Behörden darum gebeten, ihre Pandemiepläne zu überarbeiten.

Zu diesen Behörden zählt auch die Verwaltung des Landkreises Neunkirchen, wo man sich am Mittwoch mit einem Krisenstab, bestehend aus den Verantwortlichen im Bereich Gesundheits- und Katastrophenschutz sowie Landrat Sören Meng, getroffen hat. Dabei wurde besprochen, wie vorzugehen ist, sollte ein Corona-Fall im Landreis auftreten. Dann, so erklärt Landrat Meng gestern auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung, werde der Krisenstab unverzüglich zusammentreten. Dieser sei für solche Szenarien geschult und arbeite bei Bedarf mit den Hilfsorganisationen zusammen. „Der Krisenstab leitet alle weiteren Schutzmaßnahmen ein. Die Maßnahmen sind abhängig vom Einzelfall und erfolgen anhand einer individuellen Einstufung des Verdachtsfalls. Generell erfolgt im Rahmen des Krisenmanagements eine enge Abstimmung mit den Behörden auf Kommunal- und Landesebene“, so der Landrat.

Da im Landkreis und im Saarland noch kein Corona-Fall vorliegt, seien Maßnahmen wie beispielsweise ein Krisentelefon noch nicht aktiviert. „Bürgerinnen und Bürger können sich jedoch präventiv bei unserem Gesundheitsamt als zentralem Ansprechpartner informieren. Auf der Homepage des Landkreises sind entsprechende Informationen und Handlungsempfehlungen nachzulesen“, erklärt Meng.

Er rät dazu, zunächst einmal Ruhe zu bewahren. „Generell ist es jedoch ratsam, präventive Schutzmaßnahmen, die man sonst auch bei der Grippewelle beachtet, zu befolgen. Das heißt Husten- und Nies-Etikette befolgen (siehe Infokasten), eine strikte Händehygiene, also häufiges Händewaschen mit Seife, sowie Abstand zu Erkrankten halten. Auch das Ritual des Händeschüttelns sollte überdacht werden.“ Weitere Verhaltenshinweisen, beispielsweise bei einer Einreise aus einem vom Robert-Koch-Institut  festgelegten Risikogebiet, sind ebenfalls auf der Homepage des Landkreises nachzulesen.

Die Pressestelle des Neunkircher Diakonie-Klinikums teilt auf SZ-Anfrage mit, man sei in den Diakonie-Kliniken Saarland auf die Behandlung von Patienten mit Verdacht auf das neuartige Coronavirus oder andere hochkontagiöse Erreger, also mit hoher Übertragungsfähigkeit, gut vorbereitet. „Es gibt spezielle Hygienepläne und Meldeketten, die in solchen Fällen greifen. Ärzte und Pflegekräfte wurden geschult – sowohl hinsichtlich der Diagnostik als auch im Umgang mit wahrscheinlichen oder bestätigten Fällen einer Infektion“, teilt die Pressestelle mit. Um eine Verbreitung zu vermeiden, sei es unbedingt erforderlich, Verdachtsfälle und bestätigte Fälle umgehend zu isolieren. Über jeden Verdachtsfall sei das Gesundheitsamt zu informieren. „Eine besondere Herausforderung besteht darin, eine Erkrankung mit dem Coronavirus von anderen Erkrankungen, etwa der Grippe, zu unterscheiden. Die Symptome sind ähnlich, die Behandlung auch. Hier gilt es, bei der Aufnahme im Gespräch mit dem Patienten Infektionsmöglichkeiten abzufragen, beispielsweise ob er von einer Reise in Gebiete zurückgekehrt ist, in denen sich nachgewiesene Fälle des Virus häufen“, so die Auskunft des Klinikums.

Nach bisherigem Kenntnisstand nehme die Erkrankung bisher zum Glück einen eher milden Verlauf, heißt es abschließend.

landkreis-neunkirchen.de