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Werner Thom als Kreisbrandinspekteur im Kreis Neunkirchen verabschiedet

12 Jahre im Amt : Seit 53 Jahren ist er bei der Feuerwehr

Heute wird Werner Thom als Kreisbrandinspekteur im Ottweiler Landratsamt verabschiedet. Sein Nachfolger wird Michael Sieslack.

In Sachen Feuerwehr ist Werner Thom eine Institution im Landkreis Neunkirchen: Seit gut zwölf Jahren ist er als Kreisbrandinspekteur (KBI) der oberste Freiwillige Feuerwehrmann. Die Zahl der Einsätze in dieser Zeit kann er nicht beziffern    („Ich bin kein Statistiker“), jeder Einsatz war in diesem Moment wohl  der wichtigste.  Ende Januar gibt der 65-Jährige sein Amt ab und wechselt in die Altersabteilung seiner heimatlichen Wehr in Illingen. Er hadert nicht damit, wegen seines Lebensalters sein Amt abgeben zu müssen. Der aktuellen Diskussion, die aktive Feuerwehrtätigkeit analog zum Renteneintrittsalter bis zur Vollendung des 67. Lebensjahres zu verlängern, kann er nämlich nicht allzu viel abgewinnen. „Das ist dann doch eine doppelte Belastung für die Aktiven. Einerseits in diesem Alter weiter zu arbeiten und gleichzeitig noch fit für einen anspruchvollen  Feuerwehr-Einsatz zu sein“, sagt er im Gespräch mit der SZ wenige Tage vor seiner Verabschiedung am 30. Januar.

Mit Michael Sieslack aus Schiffweiler, seinem bisherigen Stellvertreter im Rang des Kreisbrandmeisters, sieht Thom die Feuerwehr im Landkreis Neunkirchen weiter gut aufgestellt.  30 Löschbezirke sind in den  sieben Städten und Gemeinde aktiv. Alle seien bislang noch personell stark genug bestückt, auch wenn es schwieriger werde bei Tageseinsätzen, wenn die Frauen und Männer außerhalb ihres Löschbezirkes arbeiten, ausreichend Leute in der gebotenen Geschwindigkeit an den Einsatzort zu bekommen. „Acht Minuten von der Alarmierung bis zur Ankunft  der Helfer werden im Saarland verlangt, eine Anforderung, der wir durchweg gerecht werden können“, so Thom. Es werden immer mindestens zwei Löschbezirke alarmiert, um auf jeden Fall genug Helfer parat zu haben. Allerdings schließt er nicht aus, dass  die Acht-Minuten-Frist zukünftig analog zu anderen Bundesländern moderat verlängert werden könnte. „Aber länger als zehn bis zwölf Minuten sollte es nicht dauern.“  Schließlich hätten die Menschen Anspruch auf schnelle Hilfe im Notfall. Apropos Notfall: Angesichts der kontroversen Diskussion über die Brandschutzauflagen im Saarland, vor allem in öffentlichen Gebäuden, spricht sich der erfahrene Praktiker für eine zentrale Stelle aus,  die den Sachverstand bündele und Entscheidungen im ganzen Land fällen könne.

Angesichts der Situation in seinem Wohnort Illingen, wo die Zusammenschlüsse von Löschbezirken „geräuschlos“ über die Bühne gegangen seien, sieht der Kreisbrandinspekteur weitere Möglichkeiten, Synergien zu erzeugen. „Allerdings muss die Bereitschaft dazu von unten kommen. Das kann man nicht verordnen“, ist er sicher,  dass die Einsatzfähigkeit der Wehren erhalten bleiben wird. Wichtig sei eine effektive Nachwuchsarbeit, um junge Frauen und Männer für das Ehrenamt Feuerwehr zu begeistern. Thom nennt da als Beispiel die Kinderfeuerwehren, wie beispielsweise in Schiffweiler oder Illingen,  als  Einstiegsmöglichkeit in die Jugendwehr und dann in die Gruppe der Aktiven.

Er selbst ist seit 53 Jahren bei der Truppe, war Wehrführer in Illingen ehe er im Dezember 2006 Nachfolger von KBI Günter Sticher wurde. Beruflich hat Werner Thom auch mit dem weiten Feld der  Hilfeleistung zu tun: Er arbeitet beim Landkreis als Sachbearbeiter im Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz. Seit 2014 steht er in Diensten des Kreises, vorher war der 35 Jahre bei der Illinger Fleischwarenfirma Höll als Betriebselektiker, Betriebsrat und dann Technischer Leiter tätig. Als Höll nach der Insolvenz von Kunzler übernommen wurde, nahm Thom seinen Hut, wechselte zum Landkreis als Arbeitgeber. Dort ist sein berufliches Engagement im Mai beendet. Thom wird Ruheständler.

Seinen Sachverstand wird er dann in der Illinger Alterswehr einbringen und sich durch regelmäßige Besuche im Sport-Studio und Radfahren („nur bei gutem Wetter, es soll ja Spaß machen“)  fit halten. Wovon auch Enkel Niklas Emil profitieren wird. Der interessiert sich nämlich  schwer  für die Feuerwehr. Einen besseren  Fachmann zu diesem Thema als seinen Opa wird er wohl kaum finden.