Bienen: Wer sich im Kreis um Bienen kümmert

Bienen : Wer sich im Kreis um Bienen kümmert

Immer mehr junge Menschen entdecken die Imkerei als ihr Hobby. Jährlich Schulungen auf Finkenrech.

Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem in den Medien nicht über das Insektensterben berichtet wird. Im Fokus stehen dabei besonders die Honigbienen. Die Sorgen der Imker werden von der Öffentlichkeit und der Politik immer stärker wahrgenommen. Sah man in der Vergangenheit überwiegend ältere Herren, die dieses Hobby betrieben, so ist in den vergangenen fünf Jahren zu beobachten, dass mehr jüngere Menschen sich dieser Freizeitbeschäftigung verschrieben haben.

Dem Kreisverband gehören aktuell zwölf Ortsvereine mit mehr als 220 Imkerinnen und Imkern an. Der Zuwachs an Jungimkern konnte in den vergangenen fünf Jahren enorm gesteigert und so dem Rückgang der Bienenvölker entgegengewirkt werden. „Wir haben uns im Kreisverband der Nachwuchsförderung im besonderen Maße verschrieben“, stellt der Kreisvorsitzende Horst Günter Mosebach im Gespräch mit der SZ fest. Von Seiten des Kreisverbandes werden jährlich Kurse über vier Tagesseminare in Theorie und Praxis für Jungimker auf Finkenrech in Eppelborn angeboten. „Es wäre schön, wenn jeder Jungimker von einem Bienenpaten unterstützt würde und im Anschluss an die Schulungen Ratschläge einholen könnte,“ wünscht sich Mosebach weitere Hilfen von erfahrenen Bienenzüchtern.

Derzeit läuft die Schulung 2018 auf Finkenrech mit 30 Teilnehmern und endet am kommenden Samstag mit dem zweiten praktischen Teil. Einen enormen Zuwachs an Jungimkern hat die Imkervereinigung-Illtal zu Wustweiler erfahren. Mehr als 40 aktive Imkerinnen und Imker gehören dem Verein an. Mosebach ist bestrebt um gutes Zuchtmaterial, aber auch um eine gute Schulung der Jungimker. Mit gemeinsamen Baum- und Sträucherpflanzaktionen will der Kreisverband den Bienen und der Umwelt einen zusätzlichen wertvollen Dienst leisten. Sorgen machen dem Vorsitzenden das Insekten- und insbesondere das Bienensterben durch das Aufbringen von Glyphosat und Neonicotinoiden. Als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet Mosebach den Beschluss der EU-Mitgliedstaaten, den Einsatz von drei Neonicotinoiden (Insektengift) im Freiland zu verbieten, die besonders gefährlich für Bestäuber sind.

Im Kreisgebiet gingen im vergangenen Winter etwa ein Drittel der Völker verloren. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass durch die neuen Bestimmungen, das Bienen- und insgesamt das Insektensterben verringert wird. „Wer sich um die Bienen kümmert, der ist ein Gewinner“, stellt der Kreisvorsitzende abschließend fest. Das Thema „Bienen“ soll nach dem Willen von Landrat und Hobbyimker Sören Meng im Schulunterricht eingebunden werden. „Mit dieser Kampagne sollen die Jugendlichen mit der Biene vertraut gemacht werden“, sagt der Verwaltungschef. Wie Gärtner und Imker zusammenarbeiten können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der Garten-AG an der Grundschule „An der Ill“ in Hüttigweiler. In einem Vortrag gab ein ortsansässiger Imker Tipps für ein Insektenfreundliches Gärtnern. Der Schüler der Garten-AG, Louis Weyrich (10), nahm die Informationen über die Bienen zum Anlass, anschließend bei der Imkerin Vera Ebner sich ein Bienenvolk in seiner Gesamtheit anzuschauen. Nach der Kontrolle des Bienenvolkes, bei der er die Königin fand, die verschiedenen Brutphasen und die Futterrahmen mit dem süßen Honig sich anschauen konnte, stellte er respektvoll fest: „Diese Bienen sind sehr fleißig und ganz friedlich. Da braucht man keine Angst zu haben“.

Für Vera Ebner, die an der Homburger Schule ein Bienenprojekt betreut, auch eine gute Gelegenheit, einem jungen Menschen das Leben der Bienen näher zu bringen. Ihr Vorschlag an die Politik: Eine kostenlose, ganzjährige Schulung für Jungimker. „Eine gute Ausbildung dient dem Imker und der Biene“, stellt Vera Ebner fest.

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