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WM-Momente
Wenn Volleyballer Fußball schauen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ich gebe es zu: Ich bin kein solch großer Fußballfan, dass ich mir jedes Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ansehen will und muss.  Oft reichen mir da auch Spielzusammenfassungen. Und  das WM-Fieber steigt bei mir erst mit den Chancen der Nationalmannschaft.

Je näher sie dem Titel kommen, desto intensiver gucke ich. An zwei Ereignisse erinnere ich mich aber sofort und gerne. Da war das Spiel Deutschland gegen Frankreich 1982 bei der WM in Spanien. Wir haben damals mit unserer Volleyballmannschaft auf der Terrasse eines Freundes das Spiel verfolgt, hatten Jugendliche aus unserer französischen Partnerschaft Jeumont dabei. Die hatten wir mit kleinen Deutschland-Fähnchen ausgestattet, natürlich ganz ohne Hintergedanken.  Das Spiel war klasse, jeder hatte Grund zum Jubeln. Nach Verlängerung stand es 3:3, Deutschland siegte erste mit 5:4 im Elfmeterschießen. Es wurde ein langer Abend. Unserer Freundschaft tat das Ergebnis keinen Abbruch. Im Gegenteil.


Und noch eine WM bleibt mir in Erinnerung. Die von 2006 in Deutschland. Autokorsos fuhren durchs Land, Fahrzeuge  waren mit Deutschland-Wimpeln geschmückt, viele Menschen in den Nationalfarben geschminkt. Ein fröhliches Fest, ohne falschen Nationalstolz. Ein modernes, offenes Deutschland. Das hat mich damals ein wenig stolz gemacht.