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Musical
Wenn die Bachelorette zur Päpstin wird

Musicaldarstellerin Anna Hofbauer hat sich in der Gebläsehalle Neunkirchen bereits alles angeschaut. Vom 21. bis 31. Dezember wird sie hier als Päpstin im gleichnamigen Musical zu sehen und zu hören sein.
Musicaldarstellerin Anna Hofbauer hat sich in der Gebläsehalle Neunkirchen bereits alles angeschaut. Vom 21. bis 31. Dezember wird sie hier als Päpstin im gleichnamigen Musical zu sehen und zu hören sein. FOTO: Thomas Seeber
Neunkirchen . Anna Hofbauer wird im Dezember in der Neunkircher Gebläsehalle die Hauptrolle in dem Musical übenehmen.

Pia Douwes ist Elisabeth. Thomas Borchert ist Graf Krolock. Und Sabrina Weckerlin ist die Päpstin. Es gibt Musical-Rollen, die fest mit einer Person verknüpft sind. Keine leichte Aufgabe für alle, die danach in die Rolle schlüpfen. Anna Hofbauer nimmt es gelassen. „Ich werde eine ganz eigene Päpstin sein“, sagt sie im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung in den Katakomben der Neunkircher Gebläsehalle. Dort wird sie  vom 21. bis 31. Dezember als Päpstin im gleichnamigen Musical  auftreten.  Die großen Fußstapfen Weckerlins machen ihr dabei keine Angst. Immerhin spielte diese in der Uraufführung in Fulda; allein in der ersten Saison sahen rund 76 000 Besucher das Stück mit der Musik von Dennis Martin.



 Unter der Regie von Benjamin Sahler kommt es nun neu inszeniert auf die deutschen Bühnen zurück.  Premiere der Tour ist in Neunkirchen. Und Hofbauer sagt: „Ich werde Sabrina nicht kopieren.“ Durch intensive Rollenarbeit mit dem Regisseur werde sie der Päpstin ihren eigenen Stempel aufdrücken.

Die Proben beginnen im November. Hofbauer, die 2014 als Bachelorette einem großen Fernseh-Publikum bekannt wurde, stößt erst am 1. Dezember dazu. Bis dahin ist sie noch mit dem Musical „Rent“ auf Tour.  Aber dann, so verspricht sie, „werde ich jeden Tag in Neunkirchen sein“. Von der Stadt weiß sie nicht viel. Aber ein bisschen was fällt ihr doch ein.  Es gibt einen Zoo, man lege Wert auf Kultur – und es ist die Geburtsstadt von Matthias Stockinger. Mit ihm spielte sie zuletzt in „Ludwig 2“ in Füssen – und er wird auch in Neunkirchen an ihrer Seite stehen. Hofbauer genießt es, in verschiedenen Städten auf der Bühne zu stehen. Und das nicht nur einen Tag. Sie hat Lust darauf, die Städte auch zu erkunden. „Das macht meinen Beruf so spannend“, sagt die 29-Jährige. Gerade kleine Städte haben es ihr angetan: „Sie haben ihren ganz eigenen Charme.“

Alles andere als klein ist Shanghai. Dort lebte sie gerade erst drei Monate lang, als sie in einer Co-Produktion der Vereinigten Bühnen Wien die Constanze in „Mozart“ spielte. Deutschsprachige Stücke in Asien, das sei eine magische Verbindung, meint sei. „Gerade royale Themen üben auf die Asiaten einen bestimmten Zauber aus“, sagt Hofbauer, die aber ein ganz anderes Publikumsverhalten ausgemacht hat. In einem asiatischen Theater könne man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Es werde ganz wenig geklatscht, „aus Angst, etwas zu verpassen“. Auch der Schlussapplaus sei verhältnismäßig leise: „Sie stehen mit dem Handy in der Hand im Saal; das ist schon merkwürdig.“

Weniger merkwürdig wird es wohl in Neunkirchen zugehen. Obwohl: Eine ganz neue Erfahrung war für Hofbauer die Männlichkeit, die sie ausstrahlen muss. „Ich bin schon so oft geschminkt worden, aber die größte Überraschung war für mich, als ich ich mich das erste Mal ungeschminkt geschminkt gesehen hab.“ Wer ist diese Person? Diese Frage sei ihr direkt in den Kopf geschossen. Für sie ist diese Rolle also auch in dieser Beziehung eine Herausforderung: „Ich bin so gerne Frau, es ist schon schwierig, das Weibliche abzulegen.“



Den Wunsch, diese Rolle zu spielen, hegt Anna Hofbauer schon lange. „Zu Schulzeiten habe ich das Buch gelesen und war sofort Feuer und Flamme“, erzählt sie. Sie fand es toll, dass über starke Frauen geschrieben wird. Als sie hörte, daraus wird ein Musical, dachte sie sich sofort: „Diese Rolle will ich spielen.“ Dass dies nun geklappt hat, lässt sie von „Glückseligkeit“ sprechen: „Es ist eine so tolle Geschichte mit wunderbarer Musik.“

Und mit Kritik an der Kirche. Wie sieht es bei ihr mit dem Glauben aus? „Ich bin katholisch getauft und war lange Ministrantin“, sagt sie. Aber die Institution Kirche? „Glaube ist etwas viel Größeres als die katholische Kirche.“