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Die Gefahr des Herzstillstandes: Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Die Gefahr des Herzstillstandes : Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Der Landkreis Neunkirchen steigt als Vitalregion in das Thema Herz-Gesundheit ein. Aktionstage in den Gemeinden wollen die Bürger für das Thema sensibilisieren.

Es war ein schlimmes Ereignis, das die Initiative „HerzGesund“ ins Rollen brachte. Als in Hemmersdorf vor viereinhalb Jahren ein 23-Jähriger auf dem Fußballplatz zusammenbrach und jede Hilfe für ihn zu spät kam, war allen Beteiligten klar, dass es so nicht weitergehen durfte. Denn bei einem Herzstillstand ist durchaus noch etwas zu machen - wenn ein Defibrillator in der Nähe ist, der mit Stromschlägen die Pumpe wieder in Gang bringt. Gerd Müller, Projektleiter von „HerzGesund“, hat mit seinem Einstieg schnell die Aufmerksamkeit im Raum für sich gewonnen. Im Landratsamt erläutert er am Freitagmittag, was es mit dem Aktionstag Herzgesundheit (in modernster Schreibweise “HerzGesund CardioDay“) auf sich hat.

Der Kreis Neunkirchen schließt sich der Initiative an. Landrat Sören Meng erklärt auf der Pressekonferenz, letztlich mache dies das Bundesprogramm Landaufschwung möglich. Denn über Landaufschwung hat der Kreis die „Vitalregion Neunkirchen“ ins Leben gerufen. Und zu der passt das Thema Herzgesundheit natürlich bestens. Über dieses Programm kann der Kreis auch das notwendige Geld zuschießen, das er ansonsten in seinem schmalen Budget für freiwillige Ausgaben schlicht nicht zur Verfügung hätte. Von einer „guten Sache“ spricht Meng, die den Kreis gesünder machen werde. Dazu gibt es verschiedene Aktivitäten. Die Kommunen im Kreis wollen zum einen herausfinden, wo es auf ihrem Gebiet bereits Defibrillatoren gibt, um ein Kataster zu erstellen und dann dort, wo es blinde Flecken gibt, Abhilfe zu schaffen. Spiesen-Elversbergs Bürgermeister Reiner Pirrung sagt beim Termin, Ziel müsse es sein, in jedem Ort ein solches lebensrettendes Gerät zu haben, seine Amtskollegen aus Schiffweiler und Neunkirchen, Markus Fuchs und Jörg Aumann, erläutern, wo es in ihren Kommunen schon solche Maschinen gibt. Wie Projektleiter Müller erläutert, bedarf es keinesfalls eines Spezialisten, um einem Menschen in höchster Not womöglich das Leben zu retten. Der Umgang mit den Geräten sei einfach, jeder einzelne könne mit einem gewissen Grundwissen und eben dem „Defi“ in der Hand die erste (und womöglich entscheidende) Hilfe leisten, ehe ein Notarzt vor Ort ist. Müller spricht von einer Überlebenschance hierzulande von etwa zehn Prozent. In Seattle (USA) liege diese Chance dagegen bei 60 Prozent. Eben weil dort die Menschen den Umgang mit den Schockgeräten beherrschten. „Es ist super einfach. Man lernt das in einer halben Stunde“, sagt Müller.

Der Kreis Neunkirchen sei der erste im Land, der in Gänze in die Kampagne einsteige. Am Donnerstag, 9. November, ist der Auftakt mit dem Aktionstag Herzgesundheit in der Gebläsehalle Neunkirchen. Bei freiem Eintritt können Interessierte dann Herz-Checks absolvieren, den Defibrillator in Augenschein nehmen, Angebote von Vereinen und Organisationen des Gesundheitswesens kennenlernen und Vorträge zum Thema hören. Die Veranstaltung läuft im Rahmen der bundesweiten Herzwochen. Danach sollen weitere „CardioDays“ in Eppelborn (Donnerstag, 14. Dezember), Schiffweiler (Samstag, 27. Januar) und Illingen (Sonntag, 25. Februar) für das Thema Herz sensibilisieren. Ottweiler, Spiesen-Elversberg und Merchweiler folgen dann mit eigenen Veranstaltungen im Frühjahr.

Wer für die Auflistung aller im Kreis bereits vorhandenen Defibrillatoren sein Gerät melden möchte, kann dies bei Anja Stuppi vom Gesundheitsamt Neunkirchen machen unter Tel. (0 68 24) 9068841.

herzgesund-saarland.de

Beginnt das Herz schon nach kurzer Anstrengung zu rasen, ist das ein Fall für den Arzt. Um Infarkten und im schlimmsten Fall Herzstillstand zu begegnen, beteiligt sich der Kreis jetzt an dem Projekt „HerzGesund“. Foto: dpa-tmn/Christin Klose

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