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Weiterführende Schulen im Landkreis Neunkirchen präsentieren ihre Einschulungszahlen

Einschulungen an den weiterführenden Schulen : Die Ganztagsschule ist im Kommen

974 Schüler sind aktuell für die kommenden fünften Klassen im Kreis Neunkirchen angemeldet. Im Vorjahr waren es 1048. Landrat Sören Meng sieht eine wachsende Nachfrage für Ganztagsklassen.

Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und die Bistumsschule in Wiebelskirchen haben die Zahlen für den kommenden Jahrgang der Fünftklässler beisammen. Auch wenn kleinere Veränderungen noch wahrscheinlich sind, können sie jetzt planen. 892 junge Leute listet die Kreisverwaltung als Neulinge an den weiterführenden Schulen in öffentlicher Hand auf. 490 wollen demnach im kommenden Schuljahr an einer der neun Gemeinschaftsschulen anheuern, 374 an den vier Gymnasien im Kreis. Die vom Bistum Trier betriebene Maximilian-Kolbe-Schule in Wiebelskirchen hat 82 Anmeldungen, wie ihr Schulleiter Walter Meiser mitteilt.

Die größte Gemeinschaftsschule im Kreis ist die Ganztagsgemeinschaftsschule in der Haspelstraße, kurz GGSNK. Nach Boomjahren mit um die 150 Anmeldungen sind dort diesmal weniger neue Gesichter zu erwarten mit aktuell 127 Anmeldungen. Der Grund dafür ist allerdings nicht weniger Interesse, sondern ein struktureller. Die Klassengröße ist mittlerweile auf 25 beschränkt bei den gebundenen Ganztagsschulen. Bei fünf Klassen ergibt sich damit eine Obergrenze. Zugleich reicht keine andere Gemeinschaftsschule auch nur annähernd an diese Zahl an Neulingen heran. Die Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler sieht sich im Aufwind mit 41 Neuen (Vorjahr 19), auch Neunkirchen Mitte steigert sich von 23 auf 31 Anmeldungen. Die Merchweiler Schule hingegen fällt von 61 auf 46 Anmeldungen zurück. Gleiche Tendenz in der Eppelborner Gemeinschaftsschule: Dort geht es von zuletzt 67 auf aktuell 42 Neue zurück. Illingen verzeichnet ein Plus mit 69 Anmeldungen (zuvor 60), Schiffweiler ein Minus mit 67 Anmeldungen (zuvor 80). Ottweiler (31/zuvor 33) und Spiesen-Elversberg (39/39) bleiben auf Vorjahresniveau.

Bei den Gymnasien gibt es in Illingen (134, Vorjahr 136) und Ottweiler (70, Vorjahr 71) kaum Veränderungen. Anders ist es bei den Neunkircher Häusern. Während das Steinwald-Gymnasium mit 110 Anmeldungen über den Zahlen des vergangenen Jahres liegt (97), hat das Krebsberg-Gymnasium nach dem letzten Stand des Kreises 60 Anmeldungen. Im Vorjahr waren es dort 87 gewesen. Krebsberg-Schulleiterin Sigrid Maschlanka sagt auf SZ-Nachfrage, es seien mittlerweile 63 Schüler. Die aktuelle Anmeldezahl sei schon ein Einbruch, den die Schule analysiere. „Wenn wir die Ursachen greifbar machen können, werden wir da auch gegensteuern“, sagt die Leiterin des Hauses. Allerdings habe es in den Vorjahren immer mal Schwankungen gegeben, die Jahrgangsstufe fünf war mal vier-, mal dreizügig. Maschlanka: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der Veränderung das einzig Stabile ist.“ Während das benachbarte Steinwald-Gymnasium mit Französisch startet, ist am Krebsberg Englisch die erste Fremdsprache. Einen Nachteil kann die Schulleiterin darin nicht erkennen: „Englisch ist bei jeder Bewerbung Voraussetzung.“

GGSNK-Schulleiter Clemens Wilhelm erläutert zu seiner Bildungseinrichtung, das Interesse sei keineswegs geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Ganz im Gegenteil. Wilhelm: „Wir hatten dieses Jahr 168 Anmeldungen. So viel wie nie zuvor. Ich wüsste von keiner Gemeinschaftsschule im Land, die so viele gehabt hätte.“ Es sei jedoch der Wunsch der Ganztagsschulen gewesen, die Klassengröße auf 25 zu beschränken. Die GGSNK musste aus diesem Grund losen, wer im Schuljahr 2019/2020 in ihren Gebäuden in der Haspelstraße starten darf. Fünf Klassen seien das Maximum an der Schule. Zu den daraus resultierenden 125 jungen Menschen kamen dann noch zwei Geschwisterkinder dazu, macht in der Summe 127. Eine schöne Größe, findet der Schulleiter, mit der sein Haus gut arbeiten könne. Wilhelm steht zu der Beschränkung auf 25 Köpfe pro Klasse: „Kleinere Klassen bedeuten eine bessere Unterrichtsqualität.“

Zu den Schulen mit deutlich weniger Zuwachs im kommenden Schuljahr zählt auch die Gemeinschaftsschule Eppelborn. Sie startet im Herbst mit einer Halbtags- und einer Ganztagsklasse. Schulleiter Martin König: „Im Vorjahr hatten wir einen sehr starken Jahrgang. Wegen des Rückgangs müssen wir uns sicher keine Gedanken machen.“ Die Schule hat erstmals eine Ganztagsklasse. König bezeichnet sich als Verfechter dieser Unterrichtsform: „Die Gegebenheiten sind heute so, dass Eltern und Schüler das brauchen.“ Die Eltern konnten zwischen beiden Möglichkeiten wählen. Rund die Hälfte wollte den Unterricht in der Ganztagsklasse. König: „Das Interesse ist definitiv da.“

Auch die Kreisverwaltung als Schulträger ist an der Entwicklung interessiert. Landrat Sören Meng: „Die Analyse der Anmeldezahlen ist immer spannend. Eins zeichnet sich jedoch ab – unsere Ganztagsschulen werden immer stärker nachgefragt. 227 Jugendliche haben sich für ein Ganztagsangebot entschieden, das ist knapp jeder vierte.“ Die beiden Ganztagsschulen in Neunkirchen und Merchweiler, führt der Landrat weiter aus, haben längst die Kapazitätsgrenze erreicht. Die im vergangenen Jahr eingerichteten Ganztagsklassen in Illingen werden demnach gut nachgefragt.

Meng weist denn auch darauf hin, dass es in Eppelborn im neuen Schuljahr die Ganztagsklasse gibt, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. „Geplant ist auch ein Ganztagsangebot an der Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler. Die Schulgemeinschaft hat sich hier mit großem Engagement auf den Weg gemacht.“ Der Ausbau des Ganztagsangebotes sei deshalb auch ein Schwerpunktthema bei den baulichen Investitionen des Kreises in diesem Jahr.