Verkehrsverein Neunkirchen Nachtigallengesang und Flötenklang

Neunkirchen · Sonja Ulla Bolten, Ingrid Paul, Helmut Eisel und das Qrchestre Symphonique SaarLorraine gestalteten das Weihnachtskonzert des Verkehrsvereins Neunkirchen.

 Ingrid Paul (Blockflöte) und Sonja Ulla Bolten (Violoncello) begeisterten mit Harmonie und Spielfreude.

Ingrid Paul (Blockflöte) und Sonja Ulla Bolten (Violoncello) begeisterten mit Harmonie und Spielfreude.

Foto: Andreas Detemple

Zu seinem 47. traditionellen Weihnachtskonzert lud der Verkehrsverein Neunkirchen am Sonntagnachmittag in die wie in jedem Jahr mit 500 Kerzen illuminierte Marienkirche am Hüttenberg. Ein großartiges Konzert mit fantastischen Solisten, einem grandiosen Orchestre Symphonique SaarLorraine und das Ganze in Erinnerung an einen begnadeten Musiker und Gitarrenvirtuosen, der im August dieses Jahres plötzlich und unerwartet verstorben ist.

„Unser Freund und Mitstreiter Michael Marx ist leider im August dieses Jahres von uns gegangen“, erinnerte Dr. Annelie Scherschel-Freudenberger in ihrer charmanten Konzerteröffnung an den außergewöhnlichen Musiker, der über Jahrzehnte die saarländische Musikszene prägte. „Michael Marx war aber in die Vorbereitungen unseres Weihnachtskonzertes voll involviert. Von daher widmen wir dieses Konzert unter dem Namen ‘Der Klang der Erinnerung’ Michael Marx.“ Der musikalische Einstieg war somit auch eines der Lieblingsstücke von Michael Marx. „Wenn wir gemeinsam auftraten, wollte Michael immer, dass ich Jacob van Eycks Komposition ‘Engels Nachtigall’ spiele. Er war von diesem Stück begeistert“, so Blockflötensolistin Ingrid Paul. Ebenso wie die rund 300 begeisterten Besucher, die das virtuose Flötenspiel, das an den wunderschönen Gesang der Nachtigall erinnerte, mit lautstarkem Beifall belohnten.

Gemeinsam mit Sonja Ulla Bolten am Violoncello unterstrich Ingrid Paul mit Werken vom Barock bis hin zur Moderne wie wunderschön und harmonisch Blockflöte und Violoncello miteinander harmonieren. Gerade bei Bela Bartoks „Wiegenlied“ konnte man mit geschlossenen Augen sich ganz in die Komposition vertiefend, die unterschiedliche Dominanz der Instrumente, die immer wieder zu einer Einheit fanden, genießen.

In Begleitung des Qrchestre Symphonique SaarLorraine unter der Leitung von Götz Hartmann überzeugte Ingrid Paul im Anschluss auch mit der Sopranblockflöte bei der „Concerto in C-Dur“ von John Boston. Mit der heiteren und zugleich bemerkenswert fein gearbeiteten Sinfonie Nr. 29 von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte sich das Orchester bestens eingestellt und begeisterte mit hohem instrumentalem Können und großer Spielfreude.

Einen wahren Ohrenschmaus und Höhepunkt eines ebenso mitreißenden wie kurzweiligen Weihnachtskonzertes lieferte im Anschluss Helmut Eisel in Begleitung des Orchesters mit seiner Solo-Klarinette. Das von ihm bearbeitete Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart, mit Elementen aus Klezmer und Jazz, war äußerst anspruchsvoll und einfach großartig vertont. Den fulminanten Abschluss gestalteten Helmut Eisel, Ingrid Paul, Sonja Ulla Bolten gemeinsam mit dem Orchestre Symphonique SaarLoraine mit Helmut Eisels Bearbeitung von „Donna Donna“.

Am lautstarken Schlussapplaus konnte man resümieren: An diesem  Weihnachtskonzert des Verkehrsvereins Neunkirchen hätte gewiss  auch der leider viel zu früh verstorbene Michael Marx seine Freude gehabt.

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