| 20:32 Uhr

Wechsel beim Finanzamt
Wechsel in „spannenden Zeiten“

Der Leiter der Zentralabteilung des Finanzministeriums, Michael Forster, überreicht der neuen Vorsteherin des Neunkircher Finanzamtes, Ulrike Sossong, die Ernennungsurkunde und einen Blumenstrauß.
Der Leiter der Zentralabteilung des Finanzministeriums, Michael Forster, überreicht der neuen Vorsteherin des Neunkircher Finanzamtes, Ulrike Sossong, die Ernennungsurkunde und einen Blumenstrauß. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Ulrike Sossong als neue Vorsteherin des Finanzamtes Neunkirchen in der Uhlandstraße eingeführt. Von Heike Jungmann

Hans-Ulrich Reuter müssen am Freitagmorgen die Ohren geklingelt haben. „Sehr menschlich, herzlich, kompetent, sozial, seine Tür stand immer offen.“ Obwohl Reuter das Neunkircher Finanzamt gerade mal gut zwei Jahre leitete – von Oktober 2015 bis Ende 2017 – erwarb sich der Regierungsdirektor in dieser Zeit eine Menge Sympathien bei Mitarbeitern und Weggefährten in der Finanzverwaltung insgesamt. Das wurde bei der offiziellen Einführung seiner Nachfolgerin Ulrike Sossong in allen Redebeiträgen mehr als deutlich. Gerne wäre Reuter bei der Amtseinführung am Freitag selbst dabei gewesen. Doch aufgrund einer Terminverschiebung weilt der Ruheständler derzeit in Urlaub am Nordkap, was ihm natürlich niemand verübeln konnte.


Stellvertretend für die Mitarbeiter des Finanzamtes Neunkirchen würdigte auch der Personalratsvorsitzende Eric Gutzke die Verdienste, die sich Hans-Ulrich Reuter erworben habe. Dessen Nachfolgerin, nach Christine Kleber (von 2004 bis 2008) übrigens die zweite Frau an der Spitze des Neunkircher Finanzamtes – übernehme eine „hoch interessante neue Aufgabe“. Im Rahmen des Projektes „Finanzamt 2020“ werden die Finanzämter des Saarlandes derzeit organisatorisch und strukturell neu aufgestellt. So fiel beispielsweise die Abteilung Körperschaftssteuer Anfang Februar in Neunkirchen weg. Auf diesem Weg werde der Personalrat die Vorsteherin fair begleiten, versprach Gutzke, der eine gute Zusammenarbeit anbot und auf Entscheidungen hoffte, die „mit gesundem Menschenverstand“ getroffen würden. „Denn hinter jedem Namen steht ein Mensch.“ Durch ihre vorherigen Tätigkeiten etwa als Vorsteherin des Finanzamtes Merzig bringe Sossong die nötigen Voraussetzungen mit, zeigte sich Gutzke überzeugt.

„Mitten im Prozess 2020“ übernehme die Regierungsdirektorin die Geschicke im Finanzamt Neunkirchen, erklärte Michael Forster. Der Abteilungsleiter für Personal und Organisation im Finanzministerium vertrat den kurzfristig erkrankten Staatssekretär Ulli Meyer bei der Amtseinführung. Man komme nun zum Herzstück der Reform, zur Zentralisierung. So wurden die bisherigen Finanzkassen Merzig, Saarbrücken am Stadtgraben und Neunkirchen im Finanzamt Saarlouis für das gesamte Saarland zentralisiert. Andere Bereiche wiederum werden regionalisiert. Außerdem gibt es eine Kooperation und damit Arbeitsteilung in Sachen Grunderwerbssteuer und Erbschaftssteuer mit Rheinland-Pfalz. „Es sind also spannende Zeiten“, meinte Forster. Ein großer Umbruch müsse gestaltet werden, wichtig sei jedoch, dass die Bürgerfreundlichkeit bestehen bleibe. Dabei wisse man, dass den Mitarbeitern Einiges zugemutet werde. Deshalb wolle man ihnen auch etwas Gutes zukommen lassen, etwa in Form der ausgeweiteten Telearbeit, des erhöhten Beförderungsbudgets (schließlich werden die Anfahrtswege weiter) und eines ausgebauten Gesundheitsmanagements. Für Neunkirchen kündigte er an, dass dieser Standort gestärkt werde im Bereich der Ausbildung. Sowohl für den mittleren als auch für den gehobenen Dienst sollen die Ausbildungsstellen mehr als verdoppelt werden. Mit einem teilweise erneuerten Team wird Regierungsdirektorin Ulrike Sossong die neuen Aufgaben angehen müssen, denn ihre Stellvertreterin Elisabeth Müller-Thinnes wechselt ans Finanzamt am Stadtgraben in Saarbrücken und der Leiter der Geschäftsstelle nach Saarlouis. „Alles ist also in Schwung“, meinte Sossong mit einem Lächeln. Die Parallelen zum Strukturwandel der ehemaligen Hüttenstadt Neunkirchen seien offensichtlich. Ihr Anliegen sei es, die Wertigkeit und das Selbstverständnis der Mitarbeiter nicht aus den Augen zu verlieren. Die Aufwertung von Neunkirchen, einer von insgesamt drei Ausbildungsstandorten im Saarland zu werden, sei ein Kraftakt, „aber den kriegen wir hin“.

Zuletzt war die 47-Jährige, die seit 1999 in der Finanzverwaltung tätig ist und in Saarbrücken wohnt, im Finanzamt Mainzer Straße ständige Vertreterin des Vorstehers. Kennengelernt hat sie die neuen Mitarbeiter bereits in den vergangenen vier Wochen. Diese Zeit habe sie darin bestärkt, „dass wir ein gutes Team“ werden“.

Etwas Vertrautes hat Ulrike Sossong aus ihrem Saarbrücker Büro mit nach Neunkirchen gebracht. Ein selbst gemaltes, abstraktes  Acrylbild.