Wandern im Kreis Neunkirchen auf Premium-Wanderwegen

Kostenpflichtiger Inhalt: Wandern im Kreis Neunkirchen : Wo das Wandern im Kreis ausgezeichnet ist

Fünf Premiumwege gibt es im Landkreis Neunkirchen. Und eine große Zahl weiterer schöner Pfade, die die Region von ihrer schönsten Natur-Seite zeigen.

Klingt ja ein bisschen Neudeutsch: Premiumwanderweg. Aber auch der Naturbursche oder das Naturmädchen jeglichen Alters schnürt heute nicht einfach so die Schuhe, um mit frohen Sinnen moosige Waldpfade unter die Sohle zu nehmen. Es darf auch ein bisschen was Besonderes sein. Premium eben. Von diesen ausgezeichneten Wanderwegen gibt es im Kreis Neunkirchen bislang fünf an der Zahl. Darüber hinaus hat der Kreis natürlich noch eine ganze Reihe von Routen durch Wald und Feld, die zwar nicht das schicke Label tragen, aber auch wunderschön sind.

Der erste Premiumweg im Kreis legte mit 15 Kilometern gleich mal eine richtig hohe – oder besser weite – Messlatte. Es ist der Brunnenpfad Hangard mit einer Länge von 15 Kilometern. 2008 erlebte er seine offizielle Adelung. Mittlerweile können Wanderfreunde vier weitere Premiumstrecken im Kreis unter die Sohlen nehmen: den Schauinslandweg (zehn Kilometer), den Steinbachpfad (sieben Kilometer), den Mühlenpfad und den Itzenplitzer Pingenpfad (beide acht Kilometer). Die meisten Premium-Kilometer verlaufen mithin auf Ottweiler Bann. Der Brunnenpfad ist ein Neunkircher Weg, die Gemeinde Schiffweiler darf mit dem Pingenpfad einen Premiumwanderweg ihr Eigen nennen. Aber auch in den anderen Kreiskommunen ist in Sachen „Outdoor“ viel zu machen. Illinger etwa bietet schöne Möglichkeiten wie den thematisch an den Bergbau angelehnten Weg „Nach der Schicht“ oder die Tour „Rund ums liebe Vieh“. Und Eppelborn hat mit dem Panoramaweg eine stattliche 23-Kilometer-Runde im Programm. In Spiesen kann sich der Wanderbegeisterte vom CfK aus auf den Brunnenweg am Nassenwald aufmachen.

Pingenpfad ist der jüngste

Die Unterhaltung der Premiumwege ist jeweils Aufgabe des Wegebetreibers, erläutert die Kreisverwaltung. Der Brunnenpfad Hangard und der Schauinslandweg werden demnach federführend von der Stadt Neunkirchen gemanagt. Für Mühlenpfad und Steinbachpfad ist die Stadt Ottweiler zuständig. Der Pingenpfad, der jüngste unter den Premiumwegen, ist in der Obhut der Tourismus- und Kulturzentrale (TKN). Weiterhin unterstütze die TKN finanziell alle Wegebetreiber bei größeren Projekten, wenn etwa etwas gebaut wird entlang der Tour. Sie übernimmt auch Kosten für Materialien wie Beschilderung, Nägel oder Aufkleber. Und obenauf kommt eine Menge ehrenamtliches Engagement von Menschen vor Ort, die Pflege und Kontrolle der Wege mit übernehmen.

Auch ein Wanderweg will gepflegt sein. Die Kosten seien vielfältig und nicht zu unterschätzen, erläutert die Kreisverwaltung. Sie spricht von 5000 bis 7000 Euro pro Jahr. Ein Großteil fließt in die Beschilderung. Das fängt bei Markierungsschildern an und geht über Pfeilwegweiser, Kilometerangaben, Portaltafeln bis zu verschiedenen Informationstafeln. Durch gute Beschilderung bleibt der Wanderer nicht nur auf dem Weg, den er sich vorgenommen hat. Er hat auch Hinweise auf die Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Bushaltestellen, die nahe der Tour liegen. Neben der Beschilderung fallen zudem Instandhaltungsarbeiten an: Freischneiden der Wege, Säuberung der Schilder, Pflege und Reparatur von Treppen, Geländern, Brücken oder Bänken. Die gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Kreises (AQA) hat eigens einen Wander-Trupp, der die Strecken in regelmäßigen Abständen läuft und darauf achtet, dass die Wege möglichst gefahrlos zu nutzen sind. Trauriges Thema: In den vergangenen Jahren, erläutert der Kreis, seien auch die Kosten für Müllbeseitigung und Vandalismus gestiegen.

Wandern ist ein Pfund in der Tourismusstrategie des Saarlandes. So sorgten auch die Premiumwanderwege für wirtschaftliche Wertschöpfung, betont die Kreisverwaltung. Das macht sie im Zusammenspiel mit den Kommunen. Es gibt demnach einen ständigen Austausch zwischen TKN als zentralem Ansprechpartner, der Stadt Ottweiler, der Stadt Neunkirchen, den Wegepaten, dem Saarforst Landesbetrieb und dem Saarwaldverein. Zwei mal pro Jahr tage die Diskussionsrunde „Runder Tisch Wandern“. Sie dient zum Informationsaustausch und der Suche nach neuen Ideen.

Wegepaten sind wichtig

Ein begeisterter Wanderer ist Landrat Sören Meng. Er lädt regelmäßig zu verschiedenen Touren ein. Meng betont: „Ein wichtiger Stützpfeiler im gesamten Pflegesystem sind die ehrenamtlichen Wegepaten. Ohne das große Engagement der Wegepaten wären die Premiumwanderwege nicht in diesem sorgfältig gepflegten und gut beschilderten Zustand.“ Gerade nach stürmischem Wetter gingen die Paten auf Kontrollgänge.

Mit seinen fünf Premiumwegen und weiteren Touren ist der Kreis Neunkirchen schon gut ausgestattet. Der Fokus der nächsten Jahre liege auf der Erhaltung, Verbesserung und Weiterentwicklung der Infrastruktur der vorhandenen Wege, erklärt der Kreis, weitere Premiumwege sind erst einmal nicht in Planung. Konkret bedeutet die Weiterentwicklung noch in diesem Jahr zusätzliche Pfeilwegweiser und wetterfeste Flyerkästen an den Einstiegspunkten.

Die SZ-Lokalredaktion stellt in den kommenden Wochen in loser Folge die schönsten Wandertouren im Kreis Neunkirchen vor.

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