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Vom Kumpel zum Sanitäter

Landsweiler-Reden. Die Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosion im Bergwerk Reden am 28. Januar 1907, bei dem 150 Kumpels ihr Leben verloren, war der Auslöser dafür, dass in Landsweiler-Reden zwei Jahre später eine Sanitätskolonne gegründet wurde. Dieses Unglück wirkte in der Bevölkerung nach, denn 50 junge Männer trafen sich am 1. März 1909 zur Gründungsversammlung Von SZ-Mitarbeiter Rolf Purper

Landsweiler-Reden. Die Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosion im Bergwerk Reden am 28. Januar 1907, bei dem 150 Kumpels ihr Leben verloren, war der Auslöser dafür, dass in Landsweiler-Reden zwei Jahre später eine Sanitätskolonne gegründet wurde. Dieses Unglück wirkte in der Bevölkerung nach, denn 50 junge Männer trafen sich am 1. März 1909 zur Gründungsversammlung. Heimatkundler Guido Jung fand bei seinen Recherchen heraus, dass einer Mitgliederliste von 1929 zu entnehmen ist, dass zu den Gründungsmitgliedern auch Jakob Zöllner, Jakob Lorang, Mathias Keller, Johann Zawar, Leo Lawinger, Johann Braun, Philipp Lieber, Konrad Wagget, Johann und Wilhelm Krämer gehörten. 1910 zählte man bereits 45 Aktive und 1911 wurde in einer Übung geprobt, was zu tun sei, wenn französische Truppen die Grube Reden besetzten und es Tote und Verletzte gebe. Jung kommt zu der Auffassung, das die damalige Sanitätskolonne durchaus als militärische Hilfseinheit bei kriegerischen Auseinandersetzungen habe gelten können. "Ausbildung und Übungen sprechen für diese Annahme." Nach einer wegen des Ersten Weltkrieges erzwungenen Pause wurde der Verein 1923 wieder aktiv. 1928 hatte er wieder 51 Aktive. Doch obwohl die französische Besatzungsmacht verfügt hatte, dass auch Frauen im Roten Kreuz tätig werden könnten, änderte sich an den Strukturen nichts. Als Vorteil erwies sich, dass die Sanitätskolonnen inzwischen auch für die Hilfe bei zivilen Katastrophen ausgebildet wurden. Eine erste Bewährungsprobe folgte 1930 bei einer Schlagwetterexplosion in der Grube Maybach. 28 Aktive aus Landsweiler kamen zum Einsatz bei der Versorgung der Verletzten und Bergung der Toten. Ähnlich war es bei der Gasometer-Explosion 1933 in Neunkirchen. Der Chronik ist auch zu entnehmen, dass 1932 der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz zu einem Erste-Hilfe-Kurs aufrief und 1934 die Gründung einer Frauengruppe erwähnt wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg ändern sich auch die Aufgaben der Sanitätskolonne, die in den ersten 40 Jahren seit der Gründung durch vormilitärische Ausbildung geprägt war. Die Bevölkerung sollte unterstützt werden, Kriegsgefangene betreut und Vermisste per DRK-Suchdienst ausfindig gemacht werden. Hugo Barth, Nikolaus Dietzen, Wilhelm Kaas, Wilhelm Kuhn, Jakob Zöllner oder Alfred Knapp, der 25 Jahre lang Vorsitzender war, prägten die jüngere Geschichte des DRK-Ortsvereins Landsweiler-Reden. 1997 wird Rita Alles Vorsitzende und ist es auch heute noch. Sie hatte in den Jahren seit ihrem Amtsantritt mit großem Aktiven- und Mitgliederschwund zu kämpfen. Deshalb ist sie stolz, dass im Jubiläumsjahr wieder 17 Helferinnen und Helfer so wie zwölf Personen für den Sozialdienst und an Blutspendeterminen zur Verfügung stehen.



HintergrundDer Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Landsweiler-Reden feiert sein 100-jähriges Bestehen am Samstag, 16. Mai, an und in der Klinkenthalhalle, wo von 10 bis 18 Uhr Materialien und Rettungsfahrzeuge aus Geschichte und Gegenwart ausgestellt sind. Zwischen 14 und 18 Uhr wird das Programm auf Kinder und Jugendliche abgestimmt. Gegen 16 Uhr tritt die Tanzgruppe Real Hot Dynamites auf. Der Festkommers beginnt um 19 Uhr und anschließend darf man das Tanzbein schwingen. rp