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WM-Momente
Versöhnung vorm Bierstand

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Über Jahre habe ich mir fast kein Spiel der deutschen Nationalmannschaft angeschaut. In der Ära Vogts/Ribbeck/Völler (ok, Tante Käthe ist ja ein Netter...) war mir der Spaß dran vergangen. Als Klinsmann übernahm, dachte ich erst: Jetzt spielen die auf der Sonnenbank. Von Michael Beer

Aber man guckt ja doch mal wieder rein – und siehe da: Es war anders. Das ist es wohl, was Trainer ausmacht: Spirit. Er hatte seinen Jungs wieder Lebenswillen eingehaucht, kalifornische Wärme in ihre Beine und Köpfe gebracht. Nicht vergessen werde ich die Begegnung Deutschland-Argentinien 2006: St. Ingberter Maxplatz, direkt nach der Arbeit. Ich hatte gute Sicht auf die Leinwand und hervorragende Sicht auf den jungen Mann hinterm Tresen. Kaum schaute ich in seine Richtung, stand ein neues Bier vor mir. Es war heiß, das Spiel lang – sagen wir mal, ich hätte später mein Rad geschoben. Versöhnt mit den deutschen Kickern.