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Sechs Rathaus-Chefs wählt der Kreis Neunkirchen 2019
Urwahlen: Zwei sind raus, einer bleibt gewiss

Das Rathaus der Kreisstadt Neunkirchen. Oberbürgermeister Jürgen Fried kann aus Altersgründen nicht mehr zur Urwahl 2019 antreten.
Das Rathaus der Kreisstadt Neunkirchen. Oberbürgermeister Jürgen Fried kann aus Altersgründen nicht mehr zur Urwahl 2019 antreten. FOTO: Stadt Neunkirchen / Neufang-Hartmuth
Kreis Neunkirchen. Kommendes Jahr im Mai werden die Wähler im Kreis Neunkirchen bei den Kommunalwahlen auch über sechs von sieben Rathausspitzen befinden. Während Merchweilers Patrick Weydmann als einziger nicht zur Wahl steht, hören Neunkirchens OB Jürgen Fried und Spiesen-Elversbergs Bürgermeister Reiner Pirrung aus Altersgründen auf. Von Michael Beer

Das Amtsblatt des Saarlandes hat den Termin für die Kommunalwahlen öffentlich gemacht: Am Sonntag, 26. Mai 2019, sind die Bürger des Kreises aufgefordert, neben den Europawahlen auch über die kommunalen Gremien zu befinden. Dabei sind diesmal auch sechs der sieben Rathaus-Spitzen per Urwahl zu bestimmen. Lediglich der Merchweiler Bürgermeister Patrick Weydmann (SPD) braucht sich nicht zur Wahl zu stellen. Denn Weydmann, 2014 gewählt, hat 2015 sein Amt angetreten und ist mithin erst im vierten Jahr Verwaltungschef in seiner Gemeinde. Um die Arbeitsplätze von Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD), Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (SPD, Eppelborn) und den Bürgermeistern Markus Fuchs (SPD, Schiffweiler) Reiner Pirrung (CDU, Spiesen-Elversberg), Holger Schäfer (CDU, Ottweiler) und Armin König (CDU, Illingen) entbrennt in den kommenden Monaten ein politischer Wettstreit. Wen die Parteien als Kandidaten auf den Schild heben, wer sich womöglich als unabhängiger Einzelbewerber anbietet, das werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Sehr frühzeitig haben sich die Ottweiler Sozialdemokraten entschieden. Sie haben schon Ende Mai den ehemaligen Piraten und heutigen SPD-Mann Gerd Rainer Weber gewählt.


Unter den Amtsinhabern hat Armin König früh den Turbo gezündet und sich schon Mitte April nach einer Tagung der Illinger CDU-Ratsfraktion öffentlich positioniert: Der Bürgermeister ließ verlauten, er stelle sich 2019 erneut dem Votum des Wählers. Der 61-Jährige ist bereits seit 1996 Bürgermeister der Kommune. Holger Schäfer, 50, Bürgermeister der Stadt Ottweiler, ist derzeit in Urlaub. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Hans Peter Jochum erklärt auf SZ-Nachfrage, er hoffe fest auf eine Kandidatur des Amtsinhabers und könne zumindest sagen, dass Schäfer selbst auf einer Versammlung der Stadtverbandsdelegierten in einem Nebensatz seine Bereitschaft angedeutet habe, weiter die Ottweiler Geschicke zu lenken. Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset ist seit 2012 im Amt. Ihre Wahl im Oktober 2011 war eine Überraschung, da es ein Wechsel von der CDU zu den Sozialdemokraten bedeutete. Die 61-Jährige sagt: „Ich trete nochmals an.“ Die Nominierungskonferenz finde in der zweiten Jahreshälfte statt, ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest. Auch der Schiffweiler Verwaltungschef Markus Fuchs kann sich eine weitere Amtszeit vorstellen. „Ich bin seit 2010 Bürgermeister der Gemeinde Schiffweiler“, sagt er, „meine Amtszeit endet im September 2019. Zu diesem Zeitpunkt bin ich 60 Jahre alt. Ich habe die Absicht, erneut zu kandidieren.“ Der SPD-Gemeindeverband befindet darüber im November. Zuvor werde Fuchs noch einmal alle vier SPD-Ortsvereine der Gemeinde Schiffweiler besuchen.

In den Rathäusern der Kreisstadt Neunkirchen und der Gemeinde Spiesen-Elversberg stehen hingegen auf jeden Fall Veränderungen an. Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried wird bereits in diesem Jahr 65 Jahre alt. Nach dem Kommunalverwaltungsgesetz (KSVG) ist damit für ihn aus Altersgründen Schluss. Wann die Neunkircher Sozialdemokraten ihren Kandidaten benennen, sagt Fried, sei noch nicht klar. Bürgermeister Jörg Aumann dürfte aber wohl der erste sein, der seinen Hut in den Ring wirft, wenn es um eine Nachfolge im Neunkircher Rathaus geht.



Auch Christdemokrat Reiner Pirrung erklärt, er werde keinen erneuten Anlauf auf den Spitzenjob im Rathaus von Spiesen-Elversberg unternehmen. Pirrung sagt weiter, vor wenigen Tagen habe sich seine Amtszeit zum 14. Mal gejährt. Im Herbst kommenden Jahres, genau am 30. September 2019, werde er planmäßig seinen Schreibtisch räumen. Dann ist er 64. Pirrung hat auf einer CDU-Tagung seine Parteifreunde davon unterrichtet. Nach den rechtlichen Vorgaben des KSVG dürfte er im Gegensatz zu Fried am 26. Mai kommenden Jahres noch einmal antreten, allerdings nur noch für maximal vier Jahre Amtszeit. Pirrung: „Dann würde die Vorgabe des KSVG greifen, wonach man mit 68 Jahren ausscheiden muss.“ Für Pirrungs Nachfolge hat der CDU-Ortsverband den ehemaligen Spieser Ortsvorsteher Thomas Thiel vorgeschlagen.

Das Rathaus in Ottweiler. Bürgermeister Holger Schäfer hat für die Wahl im kommenden Jahr schon einen Herausforderer.
Das Rathaus in Ottweiler. Bürgermeister Holger Schäfer hat für die Wahl im kommenden Jahr schon einen Herausforderer. FOTO: Andreas Engel
Markus Fuchs würde gerne eine weitere Amtszeit Chef im Ensemble des Schiffweiler Rathauses bleiben.
Markus Fuchs würde gerne eine weitere Amtszeit Chef im Ensemble des Schiffweiler Rathauses bleiben. FOTO: -lo- ISDN/Mail
Bürgermeister Reiner Pirrung wird seinen Schreibtisch im Spieser Rathaus im Herbst 2019 räumen.
Bürgermeister Reiner Pirrung wird seinen Schreibtisch im Spieser Rathaus im Herbst 2019 räumen. FOTO: Willi Hiegel
Das Rathaus in Eppelborn mit der Klimaschutzskulptur. Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset denkt an eine weitere Amtszeit.
Das Rathaus in Eppelborn mit der Klimaschutzskulptur. Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset denkt an eine weitere Amtszeit. FOTO: Andreas Engel
Schon über zwei Jahrzehnte der Arbeitsplatz von Armin König: Das Rathaus in Illingen. Amtsmüde ist der Christdemokrat keinesfalls.
Schon über zwei Jahrzehnte der Arbeitsplatz von Armin König: Das Rathaus in Illingen. Amtsmüde ist der Christdemokrat keinesfalls. FOTO: Andreas Engel