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Triumvirat bleibt an der Spitze in Illingen

Triumvirat bleibt an der Spitze in Illingen

Illingen. 21. April 2002: Der Männergesangverein 1885 Illingen-Gennweiler trifft sich, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Dem bisherigen zweiten Vorsitzenden Heinz Kuhn wird das Amt angetragen. Er hat schon längere Zeit die Arbeit des "Ersten" mitgemacht. Doch Heinz Kuhn sagt nein

Illingen. 21. April 2002: Der Männergesangverein 1885 Illingen-Gennweiler trifft sich, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Dem bisherigen zweiten Vorsitzenden Heinz Kuhn wird das Amt angetragen. Er hat schon längere Zeit die Arbeit des "Ersten" mitgemacht. Doch Heinz Kuhn sagt nein. Um den Sitzungsleiter wenig später einen im Vorfeld in Sechs-Augen-Gesprächen ausgetüftelten Plan zur Abstimmung stellen zu lassen: Kein Solist mehr. Ein Trio soll fortan den Verein führen. Acht Jahre später sitzen wir mit dem dann auch gewählten Triumvirat bei Kaffee und Himbeertorte in Illingen zusammen: Heinz Kuhn (74), Walter Franke (70) und Helmut Di Lenardi (69). "Der Heinz wollte nicht allein, also haben wir den Vorsitzenden auf drei Schultern verteilt", erinnern sich Franke und Di Lenardi. Dafür haben sie flugs noch die Satzung angepasst. Da liest man jetzt in Paragraf 7: "Der Vorstand besteht aus den/dem Vorsitzenden." Inzwischen sind die Drei in der fünften Legislaturperiode. Wohlgefällig alle zwei Jahre als Leitungsteam bestätigt, gerade wieder. "Wissen Sie", fährt Kuhn fort, "damals im April 2002 waren ja auch noch andere Posten offen." Aber das regelte das Triumvirat auf seine Weise: Di Lenardi macht auch den Kassierer, Franke den Schriftführer und gleich noch den Pressewart, Kuhn den zweiten Chorleiter. Chorleiter ist seit 28 Jahren Stefan Monshausen. Notenwarte sind Wigand Schröder und Willi Baltes, Beisitzer Horst Meiser und Alois Schönenberger, Kassenprüfer Heinz Füller und Horst Schiwag. Den Heinz Kuhn würden seine zwei Kollegen im Gespräch mit der SZ gern zum "Hauptvorstand" küren. Der hat beste Beziehungen in alle Richtungen, der ist schon ewig im Verein, der kümmert sich ums musikalische Programm. Doch Kuhn sagt an diesem Tag und dieser Stelle wieder nein. Von einem Hauptvorstand will er nichts wissen. Alle hier am Kaffeetisch sind gleichberechtigt. Punkt. Die anderen lächeln. Vertraut. Man kennt sich, schätzt sich, kann es eben miteinander. Kuhn, ehemals Finanzbeamter, ist seit 1952 im Verein. Inzwischen ist er zweiter Bass, angefangen hat er als erster Bass. Die Stimme wird halt tiefer. "Aber heute sind erste Tenöre in Chören so gesucht. Wenn Sie da mal einen haben, darf der gar nicht mehr tiefer." Franke und Di Lenardi halten noch den ersten Bass. Franke - Versicherungsmakler aus Überzeugung - singt seit 1978 mit. Di Lenardi - erledigte früher Rentenberechnungen für die Knappschaft - stieß 1994 zur Chorgemeinschaft. In diesem Jahr nun wartet auf das Trio eine besondere Aufgabe: 125 Jahre Männergesangverein 1885 Illingen-Gennweiler wollen gebührend gefeiert werden. Da fällt sogar der sonst übliche Jahresausflug aus. Dafür soll es einen schönen Festabend im November geben. 120 Mitglieder zählt die dreistimmige Vereinsspitze, darunter 28 Sänger. Die treffen sich immer dienstags um 19 Uhr zur Probe beim Schützenverein Illingen. Auf 15 Auftritte im Jahr kommen sie immer noch - im dörflichen Umfeld. Preissingen, nein, das muss nicht mehr sein. Lieber noch eine Tasse Kaffee und ein gutes Gespräch.