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Neues von den Furpacher Schwänen
Ein böser Pilz  hat die Schwänin dahingerafft

Da war die Welt noch in Ordnung: Das Schwanenpaar kam Ende Oktober. Die Schwänin ist an einer Pilzinfektion gestorben.
Da war die Welt noch in Ordnung: Das Schwanenpaar kam Ende Oktober. Die Schwänin ist an einer Pilzinfektion gestorben. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Zoodirektor Norbert Fritsch: Der Tod des schönen Vogels auf dem Furpacher Weiher geht auf eine Krankheit zurück. Es war kein falsches Futter. Von Michael Beer

Der Tod der Schwänin vom Furpacher Weiher ist aufgeklärt. Zoodirektor Dr. Norbert Fritsch erläutert, das Tier sei mit einer unerkannten Vorerkrankung ins Saarland gekommen und daran gestorben. Die Befürchtung, unbedachte Zeitgenossen hätten sie womöglich überfüttert, treffe damit definitiv nicht zu. Schon die Obduktion hatte darauf keinerlei Hinweise geliefert. In einem zweiten Schritt hat ein Fachlabor eine Gewebeprobe untersucht. Ergebnis: Der Wasservogel litt unter einer Aspergillose. Das ist eine Infektion, die durch Schimmelpilze ausgelöst wird.


Fritsch: „Als das tote Tier geborgen worden ist, ist uns sein geringes Gewicht aufgefallen. Es wog nur fünf Kilogramm.“ Ein Weibchen hätte normalerweise um die zehn Kilogramm, die Männchen sind noch etwas schwerer. Die Obduktion durch den Tierarzt habe schon gezeigt, dass weder zu viel Futter oder ein Giftköder für den Tod verantwortlich waren. Fritsch sagt über das Ergebnis der Gewebeprobe: „Es hat sich gezeigt, dass das Atmungssystem durch und durch von dem Pilz befallen war.“ Der Wasservogel habe dann, durch den Ortswechsel beschleunigt, rapide abgebaut und nur drei Wochen in Furpach überlebt. „Es war kein Hund und kein Spaziergänger schuld an dem Tod“, betont Fritsch. Denn schließlich stellt sich die Frage, ob es richtig ist, ein weiteres Tier auf den Furpacher Weiher zu setzen. Die Internet-Gemeinde hatte das nach dem schnellen Ableben in Frage gestellt. Es gäbe einfach zu viele unachtsame Zeitgenossen, die das Füttern nicht lassen wollten. Weitere Schwäne nach Furpach zu bringen, sei somit Quälerei.

Das sieht Zoodirektor Fritsch, der das Schwanenpaar Ende Oktober aus Ostfriesland nach Neunkirchen gebracht hatte, anders. Mit Schwänen habe man auf dem Gutsweiher in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Das Männchen ist jetzt alleine. Es gehe ihm ganz offensichtlich gut. Da das Tier erst vier Jahre alt sei, könne es sich auch nochmal mit einer neuen Schwänin anfreunden. Das sei zwar nicht sicher, weil viele individuelle Faktoren ins Spiel kämen, aber doch eine Möglichkeit. Fritsch plädiert deshalb dafür, möglichst bald einen potenziellen Partner nach Furpach zu bringen. Einen Schwan zu erwerben, koste rund 200 Euro.



Der Heimatverein Furpach kümmert sich um die Schwäne auf dem Gutsweiher. Jetzt im Winter würden die Betreuer auch vom Zoo bereitgestellte Nahrung zufüttern. Was nicht bedeute, dass Besucher der Anlage sich ermuntert fühlen sollen, altes Brot oder sonstiges mit an den Weiher zu nehmen. Fritsch betont noch einmal, wie wichtig es sei, die Schwäne nicht ungeregelt zu füttern. Zunächst könnten die Tiere Schaden nehmen. Daneben zögen Futterreste am Wasser Ratten an. Und besonders im Sommer sei es für den ökologischen Zustand eines Weihers bedenklich.