Verbraucherzentrale: Tipps für die brandsichere Dämmung

Verbraucherzentrale : Tipps für die brandsichere Dämmung

Verbraucherzentrale des Saarlandes informiert mit Experten vor Ort über geeignete Materialien.

Der Hochhausbrand in London lenkte den Fokus der Öffentlichkeit wieder auf möglicherweise brennende Fassadendämmungen. Dies führte zu massiver Verunsicherung bei den Verbrauchern, ob eine Dämmung der Außenwände tatsächlich  eine nachhaltige Investition in die eigenen vier Wände darstellt. Nach Einschätzung der Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes ist dieser Aspekt ernst zu nehmen.

„Die bisherigen Vorbehalte gegen Wärmedämmung der Außenwände sind in der Regel unbegründet, sagt Reinhard Schneeweiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentale. „Die berühmten „atmenden Wände“ zum Beispiel gehören ins Reich der Märchen. Dass eine Fassade brennen kann und damit Leib und Leben gefährdet, muss aber in jedem Fall ernst genommen werden“, urteilt Schneeweiß.

Aber deswegen auf die Wärmedämmung zu verzichten, sei  weder fachlich noch finanziell begründbar. Es gibt für die Fassadendämmung nicht brennbare Alternativen wie Steinwolle, Mineralwolle oder Mineralschaumdämmplatten, so die Experten. Diese Materialien weisen etwas schlechtere Dämmwerte auf als Kunststoffschaumplatten. Das kann jedoch ausgeglichen werden durch einen etwa 2 bis 4 Zentimeter  dickeren Wandaufbau. Dafür haben die Dämmstoffe sowohl ökologisch als auch bauphysikalisch große Vorteile. Viele sind von dem internationalen Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen – natureplus . zertifiziert und wesentlich diffusionsoffener als die Alternativen aus Kunststoff.

Auch die Mehrkosten der mineralischen Dämmstoffe halten sich im Rahmen. Waren diese vor einigen Jahren noch bei zirka zerhn  Prozent, so nähert sich der Preis inzwischen dem von Kunststoffsystemen an. Damit  sei  die Wirtschaftlichkeit in gleichem Maße gegeben wie bei den konventionellen Polystyroldämmplatten.

Eine ungedämmte Altbauwand weist in 30 Jahren etwa 550 Euro pro Quadratmeter Energiekosten an Gas oder Öl auf. Eine gedämmte Außenwand hat in derselben Zeit nur Energiekosten von etwa 120 Euro pro Quadratmeter. „Mit der Differenz von 430 Euro lässt sich jede Außenwanddämmung finanzieren“, rechnet Schneeweiß aus.

Zur Klärung von technischen Detailfragen sowie Fragen zu unterschiedlichen Möglichkeiten der staatlichen Förderung von Dämmmaßnahmen lohnt sich der Weg zur Verbraucherzentrale des Saarlandes, so eine Mitteilung. Die unabhängige Energieberatung wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Termine zur persönlichen Beratung können unter Tel. (0800) 809 802 400 (kostenfrei) oder direkt bei den Beratungsstützpunkten vereinbart werden.

Bis zum 31. Oktober ist die Beratung zum Thema Dämmung in einer der 19 Energieberatungsstellen der Verbraucherzentrale im Saarland im Rahmen einer Gutscheinaktion kostenfrei. Anmeldung zur Energieberatungen in Neunkirchen, Rathaus, Zimmer 407. Tel. (0681) 500 89 15, Schiffweiler, Zimmer 13 des Bau- und Umweltamtes, Tel. (06821) 6 78 23.

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