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Spendenaktion für Neunkircher Tafel
Ein Dankeschön für das Tafel-Team

Ehrenamtlich helfen Marion Lang, Miloud Zedioni und Steffen Becker bei der Ausgabe der Neunkircher Tafel mit. Ein Kunde freut sich am Dienstagnachmittag über frisches Obst für seine Familie.
Ehrenamtlich helfen Marion Lang, Miloud Zedioni und Steffen Becker bei der Ausgabe der Neunkircher Tafel mit. Ein Kunde freut sich am Dienstagnachmittag über frisches Obst für seine Familie. FOTO: Heike Jungmann
Neunkirchen. Spenden-Aktion für die Neunkircher Tafel. Hilfsbedürftige Menschen erhalten unter anderem Weihnachtstüten. Von Heike Jungmann

„Hurra, die Weihnachtsfeier ist gerettet“, ruft Elke Caesar durch den Ausgaberaum der Neunkircher Tafel und strahlt die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer an. Staatssekretär Stephan Kolling hat ihr gerade einen Scheck über 1000 Euro überreicht, eine Anerkennung für das Engagement des Tafel-Teams. Es werden noch einige Gruppenfotos gemacht, denn der Gast aus dem Sozialministerium ist nicht alleine in die Heizengasse 1 zur Ausgabestelle gekommen. Thomas Mörsdorf, der Leiter der Tafel, begrüßt Vertreter von Caritas und Diakonie, den Trägern der ökumenischen Einrichtung, aber auch von der Wochenblatt-Verlagsgesellschaft und vom Handelsunternehmen Globus aus St. Wendel. Diese haben mit dem Sozialministerium und weiteren Sponsoren zum fünften Mal die Spendenaktion „Wir spenden für die Tafeln im Saarland“ organisiert. 15 saarländische Tafeln, darunter auch die in Neunkirchen, erhalten Sachspenden wie gefüllte Weihnachtstüten, frische Clementinen oder Lyoner.


Es ist Dienstagnachmittag, kurz nach 14 Uhr. Vor der Ausgabestelle am hinteren Eingang der Neunkircher Tafel stehen schon etliche Familien und warten geduldig, bis sie an der Reihe sind. Dienstags werden Lebensmittel für Haushalte ab drei Personen ausgegeben. Für sich, seine Lebensgefährtin und das gemeinsame Kind wird ein 44-jähriger Mann, der zu Fuß aus der Zweibrücker Straße hergekommen ist, gleich die mitgebrachte Tasche füllen. Er kommt jede Woche hierher, das Arbeitslosengeld II reiche einfach nicht, sagt er. Die Leute, die die Lebensmittel ausgeben, seien sehr nett, und auch mit dem Angebot ist er zufrieden. Obst, Gemüse, Salate seien immer ausreichend vorhanden. Milchprodukte nicht immer.

Der 44-jährige Familienvater ist einer von über 2900 Menschen aus rund 1100 Haushalten, die in diesem Jahr von der Neunkircher Tafel versorgt wurden. Bis Ende des Jahres werden es über 3000 sein, schätzt Thomas Hans, Fachdienstleiter beim Caritasverband. Dienstags ist der größte Andrang, der Donnerstag ist Schwangeren, psychisch kranken und behinderten Menschen vorbehalten und der Freitag für Einzelpersonen, Paare ohne Kinder und Alleinerziehende. Eine getrennte Ausgabe für Migranten und Nichtmigranten sei hier nie ein Thema gewesen, betont Thomas Hans. Das sei aus christlicher Sicht selbstverständlich, ohne Frage nach der Herkunft die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.



Absolut gelohnt hat sich für alle Beteiligten der Umzug vom Paulussaal in die Heizengasse 1 vor eineinhalb Jahren. „Der neue Standort ist deutlich besser“, sagt Tafel-Leiter Thomas Mörsdorf. Die Ausgabestelle sei gut erreichbar für die Kundschaft und der Wartebereich mit einem Dach versehen. Verbessert wurden vor allem die Arbeitsbedingungen für die Ehrenamtler. „Sie können jetzt viel strukturierter arbeiten, alles geht buchstäblich Hand in Hand, und sie sind auch früher fertig“, erklärt Mörsdorf die Vorteile der neuen Räumlichkeiten. Ein „Segen für die Mitarbeiter“ sei der Sozialraum in der ersten Etage, findet Thomas Hans. Sie können hier in Ruhe mal eine Pause machen. Lebensmittel sortieren, Kisten schleppen, Obst- und Gemüse ausgeben – das schlaucht ganz schön. Froh ist man bei der Caritas, dass sie über die Tafel Menschen (gering bezahlte) Arbeitsgelegenheiten geben kann. Auf diesem Weg sind drei Fahrer mit speziellen Arbeitsverträgen ausgestattet. „Die Tafel ist mehr als ein reines Ehrenamtsprojekt“, betont Caritas-Geschäftsführer Michael Schütz. Die saarländischen Tafeln seien „Leuchtturmprojekte“, findet Staatssekretär Stephan Kolling. Da funktioniere das Ehrenamt, sie seien ein Ausdruck des Zusammenhalts in der Gesellschaft. Er wolle mit dem mitgebrachten Scheck den Mitarbeitern Danke sagen. „Sie leisten einen Beitrag zum sozialen Miteinander.“

Wer sich bei der Neunkircher Tafel engagieren möchte, kann sich unter Telefon (06821) 5 90 92 00 melden.

Staatssekretär Stephan Kolling (fünfter von rechts) hat mit den Partnern der Aktion „Wir spenden für die Tafeln im Saarland“ am Dienstag die Neunkircher Tafel besucht und Spenden mitgebracht.
Staatssekretär Stephan Kolling (fünfter von rechts) hat mit den Partnern der Aktion „Wir spenden für die Tafeln im Saarland“ am Dienstag die Neunkircher Tafel besucht und Spenden mitgebracht. FOTO: Carolin Merkel