Synode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost tagte in Wellesweiler

Synode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost : Angehörige der Synode Saar-Ost tagen in Wellesweiler

Position beziehen für eine lebendige Kirche und Gemeinde

(red) Zwischen den bedeutungshohen Gedenktagen „80 Jahre Reichspogromnacht“ am 9. November und „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs“ am 11. November sind die Synodalen des Evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost zu ihrer ordentlichen Jahrestagung in Wellesweiler (Landkreis Neunkirchen) zusammengekommen. „Wir leben in Zeiten, in denen Lüge, Hass, Intoleranz, Verachtung und Ausgrenzung anerkannte und erfolgreiche Mittel der Politik sind. In denen Populismus und rechtes Gedankengut nicht nur wieder salonfähig, sondern auch wahlfähig, ja sogar mehrheitsfähig sind“, machte Superintendent Markus Karsch in seinem Bericht aufmerksam. Er erinnerte dabei daran, dass die Christen mit ihren Werten der Nächstenliebe und der Akzeptanz aller Menschen „Salz und Licht“ in der Gesellschaft sein mögen.

Auch der Neunkircher Landrat Sören Meng (SPD) betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Kirche in der heutigen Zeit. Aufgrund der hohen Informationsflut werde Orientierung immer schwieriger, Gespräche notwendig. Die Kirche sieht Meng hier als wichtige Anlaufstelle für die Bürger. Grußworte sprachen auch Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, Dechant Olaf Harig und der Bürgermeister der Stadt Neunkirchen, Jörg Aumann (SPD).

Diskussionen gab es auf der Synode um die finanziellen Nöte, unter denen Kirchenkreise und Gemeinden leiden. Markus Karsch sieht dabei das Hauptproblem „in den hohen landeskirchlichen Umlagen und in der grundsätzlichen Priorisierung von Verwaltung gegenüber der pastoralen Arbeit, die zu immer weiter steigenden Verwaltungskosten führt“. Eine Lösung könne es aus seiner Sicht nur geben, wenn das gesamte kirchliche System mit seiner Prioritätensetzung hinterfragt und überprüft wird. Die Kreissynode will sich deshalb auf der Frühjahrsynode 2019 intensiv mit dieser Thematik beschäftigen, ebenso mit dem Rückgang von Gemeindegliedern.

Der Superintendent hob in seinem Bericht aber auch Gemeinden, Werke und Einrichtungen heraus, die neue Wege gehen, nannte Beispiele, „wo Glaube gelebt wird und Kirche keine Behörde ist, sondern lebendige Gemeinschaft“.

Am Nachmittag erneuerten die Synodalen den Partnerschaftsvertrag mit der Diözese der Anglikanischen Kirche in Butare/ Ruanda um weitere fünf Jahre. In Wahlen wurden Syondalbeauftragte und Vertreter in Fachausschüssen nachgewählt. Als neuer Abgeordneter zur Landessynode wurde Assessor Uwe Schmidt einstimmig gewählt. Die Synode beschloss zudem den Wirtschaftsplan des Kirchenkreises für das Jahr 2019 sowie die Umlage an den Kirchenkreisverbund, in dem die gemeinsamen Einrichtungen zusammengeschlossen sind. Damit stehen am Ende jeder Gemeinde pro Gemeindeglied durchschnittlich 81 Euro zur Verfügung.

Eröffnet wurde die Kreissynode mit einem Abendmahlgottesdienst in der evangelischen Kirche in Wellesweiler.

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