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SV Furpach spielte bis zur Zwangspause starke Saison in der Landesliga

Fußball-Landesliga : Die „Wettmänner“ wollen zurück in die Verbandsliga

Der SV Furpach liegt auf Aufstiegskurs. Doch Corona droht dem SV schon zum zweiten Mal einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Corona kam für die Landesliga-Fußballer des SV Furpach nun schon zum zweiten Mal zur Unzeit. Bereits im letzten Jahr lag die Mannschaft aus dem Neunkircher Vorort auf Kurs Richtung Verbandsliga-Aufstieg. Doch am 18. Spieltag unterlag der SVF völlig überraschend mit 1:2 im Heimspiel gegen die SG Blickweiler-Breitfurt und gab die Tabellenführung an den SC Blieskastel-Lautzkirchen ab. Ein schwerwiegender Ausrutscher. Denn die Furpacher bekamen keine Gelegenheit mehr, ihn zu korrigieren. Die Pandemie brachte den Amateurfußball zum Erliegen. Nach dem folgenden Spieltag wurde die Runde zunächst unterbrochen – und dann abgebrochen. Weil der Saarländische Fußballverband daraufhin beschloss, dass nur die Tabellenersten den Gang in die nächsthöhere Spielklasse antreten durften, blieben die Rot-Weißen, die in der Saison 2017/18 aus der Verbandsliga abgestiegen waren, in der Landesliga.

In dieser Saison sollte es mit dem Wiederaufstieg nun endlich klappen – und dazu hat die Mannschaft vom Kreuzbergring nach dem bisherigen Saisonverlauf eigentlich auch richtig gute Karten. Furpach steht ohne Niederlage an der Tabellenspitze (6 Siege, ein Remis). Zwei Punkte vor dem Verbandsliga-Absteiger FSV Jägersburg II. Doch die zweite Corona-Welle machte Furpach erneut einen Strich durch die Rechnung und stoppte den rot-weißen Höhenflug. Wann die derzeit pausierende Saison fortgesetzt wird – und ob sie überhaupt mit einer Wertung zu Ende gebracht werden kann – ist ungewiss.

„Wir hatten einen guten Lauf und hätten gerne weiter gespielt“, erinnert sich Max Wettmann, der Spielertrainer des SVF. Die Entscheidung des Verbandes sei jedoch völlig richtig gewesen, fügt er hinzu. Nach fünf Jahren beim FSV Jägersburg in der Oberliga und der Saarlandliga und zuletzt zwei Spielzeiten beim Saarlandligisten TuS Herrensohr ist der 31-Jährige zu Beginn der vergangenen Saison 2019/20 als Trainer und Spieler zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. „Nach dem Rückzug unseres ehemaligen Trainers Daniel Dinger waren wir froh, dass wir Max gewinnen konnten, der ja ebenfalls Bezug zum Verein hat“, erklärt Vater Georg Wettmann, der auch schon als Trainer beim SV Furpach tätig war. Heute ist der 65-Jährige Leiter der Fußballabteilung des Mehrspartenvereins und zusammen mit Dominic Rötsch sportlicher Leiter. Dass es mit Platz eins und dem Aufstieg in der vergangenen Saison nicht geklappt hat, hat die sportlich Verantwortlichen zwar gewurmt, aber die beiden „Wettmänner“ relativieren. „Es gab von unserer Seite keinen Druck und keinen Zwang aufzusteigen“, bekräftigt Vater Georg, der Vorsitzende. „Wir wollten in der vergangenen Saison eine schlagkräftige Mannschaft formieren und oben mitspielen“, bestätigt Sohn Max, der Trainer.

Glaubt er noch daran, dass die Saison fortgesetzt wird? „Aus Trainersicht hoffe ich natürlich, dass es weitergeht“, sagt Max Wettmann. Und ergänzt: „Aber es könnte wahrscheinlich nur noch die Vorrunde zu Ende gespielt werden. Das wären noch acht Spiele und die kriegen wir hin, alles andere wäre nicht machbar“, meint der Kommissar bei der Polizeiinspektion Neunkirchen.

Sollte die Saison aber gar nicht mehr fortgeführt und möglicherweise annulliert werden, wäre das „für uns erneut ein harter Schlag“, befürchtet Georg Wettmann, „aber auch diese Kröte müssten wir dann schlucken“, ergänzt der Vorsitzende.

Falls es aber doch irgendwann weitergehen sollte, will man beim derzeitigen Ersten der Landesliga Ost auf Ballhöhe sein. Dazu hat der Trainer für alle Spieler Trainingspläne ausgearbeitet, „damit jeder etwas für sich machen kann und keiner unvorbereitet ist, wenn es losgeht“, erklärt Max Wettmann. Als einziger Winterneuzugang wechselt Manuel Klink vom Ligakonkurrenten SG Oberbexbach-Frankenholz an den Kreuzbergring. Als Neuzugänge werden aber auch Michael Stolz und Sebastian Schmitt angesehen. Stolz war zu Saisonbeginn aus der Saarlandliga von der FSG Ottweiler-Steinbach zurückgekommen, hat aber bisher wegen einer Verletzung noch kein Spiel absolviert. Schmitt hat bislang aus beruflichen Gründen gefehlt.

Abteilungsleiter und Trainer sehen ihr Team für eine Rückkehr in die Verbandsliga jedenfalls gerüstet. „Wenn wir es packen, haben wir eine schlagkräftige Truppe zusammen“, versichern Georg und Max Wettmann im SZ-Gespräch im Sportheim am Kreuzbergring, wo der Verein die Zwangspause derzeit nutzt, um Renovierungsarbeiten durchzuführen.