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Steilvorlagen für Buschtrommler

Steilvorlagen für Buschtrommler

Spiesen. Tolle Steilvorlage für Die Buschtrommler. Aber improvisieren ist wohl nicht so ihr Ding. Also nix mit Beck, Münte oder Steini. Überhaupt hatte man in der Eventhalle kaum das Gefühl, einer Vorpremiere beizuwohnen. Der für das siebente Programm "Lobbyland" nämlich

Spiesen. Tolle Steilvorlage für Die Buschtrommler. Aber improvisieren ist wohl nicht so ihr Ding. Also nix mit Beck, Münte oder Steini. Überhaupt hatte man in der Eventhalle kaum das Gefühl, einer Vorpremiere beizuwohnen. Der für das siebente Programm "Lobbyland" nämlich. Sketche über Navigationsgeräte wirken halt nicht mehr so ganz taufrisch, Ex-Postler Zumwinkel ist längst abgefrühstückt und wer war gleich noch mal Otto Schily? Traurig aber wahr: Politisches Kabarett hat eine höllisch kurze Halbwertzeit. Nichtsdestotrotz schlug sich das Duo aus Münster wacker im CFK - vor ganzen 20 Gästen. Scharte doch zeitgleich die "St. Ingberter Pfanne" ihre Fans um sich. Bei selbigem Wettbewerb hatten Die Buschtrommler 1996 übrigens den Kleinkunstpreis abgeräumt. Damals noch zu dritt, ziehen heuer nur noch Andreas Breiing und Ludger Wilhelm durch die Lande. Auf ihrem Kreuzzug wollen sie den Lobbyisten an den schneeweißen Kragen, die längst die Parteienlandschaft unterwandert haben. Wer da jetzt spontan an FDP denkt, ist selber schuld. Wobei die Liberalen ja irgendwie massenkompatibel geworden sein müssen: "Egal, was ich bei den Wahlomat-Fragen im Internet antworte - am Ende kommt immer FDP raus", wunderten sich die Berufskomiker.Zu Hochform liefen sie bei der Berichterstattung vom Derby 1. FC Bundestag gegen Eintracht Lobby auf. Eine hoch faire Partie, bei der 313 Abgeordnete auf 12000 Lobbyisten, pardon, Leistungsträger, trafen. Köstlich. Schmackes hatte auch die als Werbesendung getarnte Verulkung des Biometrischen Passes (genau, Schily lässt grüßen), der ja so wahnsinnig praktisch ist. Zum Eiskratzen am Auto.Klamottig wurde es, als Versicherungsvertreter Rüdiger, "der alte Lauser" , von seinen Geschäften in Saudi Arabien berichtete. Mitten in der Wüste Hochwasserpolicen abschließen und dafür Terroranschläge in Europa kassieren? Dann schon lieber eine Gedenkminute für geflüchtete Manager und ihre verhärmten Familien, die in Auffanglagern in Liechtenstein ihr Dasein fristen - bis zum Sinneswandel in Deutschland, wo man dem unbekannten Manager schon bald Denkmälern errichten wird. Inschrift "Wir bekamen nie, was wir verdienten." nig