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Städtepartnerschaften im Landkreis Neunkirchen im Zeiten der Corona-Pandemie

SZ-Serie: Städtepartnerschaften in Zeiten von Corona: Teil 1, Neunkirchen und Hangard : Sie hoffen auf das Gourmetwandern

Die Städtepartnerschaften in Neunkirchen sind nur teilweise aktiv. Hangard und Enchenberg halten auch in Corona-Zeiten die Fahne hoch.

Die Folgen der Corona-Pandemie wirken sich auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens aus. Auch viele kommunale Partnerschaften sind betroffen. Wir haben uns in einigen Orten umgehört, ob und inwieweit diese Beziehungen durch die Coronabeschränkungen beeinträchtigt werden.

In der Kreisstadt Neunkirchen herrscht in Sachen Städtepartnerschaften schon seit längerem eine Flaute. Zur französischen Partnerstadt Mantes-la-Ville bestehen schon seit einigen Jahren so gut wie keine Kontakte mehr, die Beziehungen zu Lübben im Spreewald und Wolsztyn in Polen waren auch schon vor den Coronabeschränkungen in einer Ruhephase. Offizielle Verbindungen zwischen Neunkirchen, Lübben und Wolsztyn gibt es seit Jahren nur noch im Sportbereich. Der Neunkircher Sportverband (NSV) unterhält weiterhin Sportpartnerschaften mit beiden Städten, die durch jährliche Sportvergleiche in einer der drei Städte aufrecht erhalten werden. Das nächste Zusammentreffen von Sportlern und Funktionären aus den drei Partnerstädten war im Juni in Lübben-Lubolz geplant, doch daraus wird diesmal wegen der Coroanauswirkungen nichts. „Lubolz hat die Sportbegegnung abgesagt, doch wir wären auch von uns aus nicht gefahren“, erklärt Hans-Artur Gräser, der NSV-Vorsitzende. „Wir hätten für die Fahrt ohnehin keinen Bus gekriegt und eine Fußball-Stadtauswahl, die in Lubolz spielen sollte, wäre in der jetzigen Situation auch nicht zustandegekommen“, sagt Gräser weiter. Die Absage ist umso bedauerlicher, weil sowohl der gastgebende SV Blau-Weiß Lubolz wie auch der Neunkircher Sportverband in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern und deshalb der Städtevergleichskampf unter ganz besonderen Vorzeichen gestanden hätte.

Richtig gut läuft es seit einigen Jahren in der deutsch-französischen Partnerschaft zwischen dem Neunkircher Stadtteil Hangard und dem lothringischen Örtchen Enchenberg in der Nähe von Bitche. Das ist aber buchstäblich naheliegend, weil beide Orte nur rund 60 Kilometer auseinanderliegen. Hüben wie drüben kümmert sich ein Partnerschaftsausschuss um die guten Beziehungen und auch in den Sitzungen des Ortsrates Wiebelskirchen-Hangard-Münchwies steht die Partnerschaft in jeder Sitzung auf der Agenda. Aber die Coronabeschränkungen lassen in diesem Jahr nicht viel zu. „Es gibt derzeit keine gegenseitigen Besuche, aber wir nutzen die technischen Möglichkeiten, um in Kontakt zu bleiben“, verweist Karl Jung, der Vorsitzende des Hangarder Partnerschaftsausschusses, auf Telefonate, E-Mails oder Kontakte in sozialen Netzwerken. Zuletzt trafen sich Hangarder und Enchenberger an Fastnacht beim Brunnebutzerabend des Hangarder Karnevalsvereins. Im April wollte man sich wieder sehen, aber eine Achtziger-Jahre-Party, die Saarländer und Lothringer im April gemeinsam in der französischen Gemeinde feiern wollten, fiel den Einreisebeschränkungen in Frankreich zum Opfer. Nächste Gelegenheit zum gegenseitigen Besuch wäre das Hangarder Dorffest im August gewesen, an dem der Enchenberger Partnerschaftsausschuss seit einigen Jahren mit einem eigenen Stand und regionalen Produkten teilnimmt. Aber auch diese Veranstaltung muss aus bekannten Gründen ausfallen. Ob die beliebte Gourmetwanderung am 3. Oktober in Hangard stattfinden kann, zu der sich beide Seiten seit einigen Jahren wechselweise in einem der beiden Orte treffen, ist ebenfalls noch fraglich.

Seit Jahren ist die gemeinsame Gourmetwanderung im Herbst fester Bestandteil der Partnerschaft zwischen Hangard und Enchenberg. Unser Foto zeigt die Teilnehmer bei der Wanderung in Hangard 2017. Foto: Heinz Bier

Der Hangarder Partnerschaftsausschusses will sich demnächst beraten, „was wir vielleicht im zweiten Halbjahr noch unternehmen können“, kündigt Karl Jung an. „Wir müssen schauen, wie es geht“, sagt der Hangarder Ausschussvorsitzende in der Hoffnung, dass bald wieder gemeinsame Aktivitäten zwischen den Bürgern von Hangard und Enchenberg möglich sein werden.