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Stadtrat diskutiert über Globus
Fried will Konzentration auf Lebensmittel

Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse sollen im geplanten Globus-Markt das Hauptangebot sein. Dies wünschen sich die Neunkircher Stadtverwaltung und der Stadtrat gleichermaßen.
Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse sollen im geplanten Globus-Markt das Hauptangebot sein. Dies wünschen sich die Neunkircher Stadtverwaltung und der Stadtrat gleichermaßen. FOTO: dpa / Peter Kneffel
Neunkirchen. Fazit des neuen Einzelhandelskonzepts: Kreisstadt Neunkirchen fehlt ein großes SB-Warenhaus. Von Heike Jungmann

Für die geplante Ansiedlung von Globus im Hüttenpark I muss der zentrale Versorgungsbereich der Kreisstadt Neunkirchen nach Westen hin erweitert werden. Das jüngste Einzelhandelskonzept, das im Jahr 2015 erstellt wurde, ist deshalb veraltet. Das Saarbrücker Unternehmen Isoplan-Marktforschung hat das Einzelhandelskonzept der Kreisstadt Neunkirche anhand aktueller Daten auf den neuesten Stand gebracht. Die rund 100 Seiten starke Analyse lag den Mitgliedern des Stadtrates vor der jüngsten Sitzung vor. Auf eine Präsentation des Einzelhandelskonzepts wurde in der öffentlichen Sitzung im Rathaussaal verzichtet.


Das Fazit der Marktforscher: Ein Bedarf für weitere Einzelhandelseinrichtungen in der Kreisstadt Neunkirchen wird gesehen, weil im Vergleich zu den anderen Mittelzentren per Saldo ein erheblicher Kaufkraftabfluss aus dem mittelzentralen Verflechtungsbereich von Neunkirchen festgestellt wird. Desweiteren fehlt Neunkirchen laut Bestandsanalyse im Gegensatz zu Saarlouis, Völklingen, Homburg oder St. Wendel als einziger Kreisstadt im Saarland ein großes SB-Warenhaus mit einem qualitativ angemessenen breiten und tiefen mittelzentralen Angebot.

Eine These, die von der CDU-Stadtratsfraktion unterstützt wird. Deren Vorsitzender Karl Albert meldete sich in der Sitzung zu Wort. Der neue Standort nahe an der Innenstadt habe aber nicht nur Vorteile, sondern auch seine „Tücken“. Albert wies auf die vorgelegte Tabelle über den Einzelhandel ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Kreisstadt hin. Die Größe der genannten Geschäfte sei nicht in alle Ewigkeit festgeschrieben, hier sei der Stadtrat in seiner Entscheidungsgewalt gefordert. Der Sprecher der CDU wies außerdem auf eine Passage in der Isoplan-Studie hin, die sich mit dem Sortiment des geplanten SB-Warenhauses befasst. Hier heißt es unter anderem: „In Neunkirchen soll ein neues Konzept zum Tragen kommen, bei dem im Vergleich zu den bisherigen SB-Warenhäusern des Betreibers im Saarland der Sortimentsschwerpunkt noch deutlicher auf Waren des periodischen Bedarfs liegt. Rund zwei Drittel der Verkaufsfläche sind für Lebensmittel und Drogeriewaren eingeplant.“ Eine eingefügte Tabelle weist Verkaufsflächen neben Nahrungs- und Genussmitteln (4110 Quadratmeter) beispielsweise für Bekleidung, Lederwaren (350 Quadratmeter), Haushaltswaren (470 Quadratmeter) und auch für Bücher und Schreibwaren (300 Quadratmeter) aus. Über diese Zahlen habe er sich „sehr geärgert“, merkte Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD) an. Diese Zahlen hätten nichts mit den Vorstellungen der Stadt zu tun und gehörten nicht in diese Bestandsaufnahme, betonte der Verwaltungschef. „In Neunkirchen ist im Wesentlichen ein Lebensmittelmarkt geplant.“ Die Flächen würden mit Globus verhandelt und der Stadtrat entscheide dann darüber.



Ansonsten gab es jedoch weder von Seiten der Verwaltung noch von Seiten des Stadtrates große Kritikpunkte an der Bestandsanalyse. Die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes 2018 passierte deshalb den Rat einstimmig.

Keine Einwände gab es auch bei den anderen Punkten der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung. Ihre Forderung nach einem Ausbau der Betreuungsplätze bekräftigte die CDU-Fraktion. „Damit rennen Sie bei uns offene Türen ein“, sagte Winfried Kramer von der SPD-Fraktion. Er gab zu bedenken, dass es Probleme mit Anwohnern bei neuen Standorten geben könne und der Erziehermarkt derzeit leer gefegt sei. Auch gebe es Probleme bei der Vergabe von Bauarbeiten wegen mangelnder Facharbeiter. All’ diese Gründe seien „vorgeschoben“, monierte Andrea Naumann von den Linken. Karl Albert pflichtete ihr bei: „Wir lassen uns von dem, was jetzt nicht geht, nicht beeindrucken. Wir arbeiten daran, dass es geht.“ Die Stadt nehme die Förderung von Kita-Plätzen als Auftrag an, versicherte Oberbürgermeister Fried. Der Stadtrat stimmte ihm zu.