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Radverkehr in Neunkirchen
Stadt arbeitet an Konzept für den Radverkehr

Die baustellenbedingte fehlende Verkehrsbeschilderung für Radfahrer auf dem Saar-Nahe-Höhenradweg war eines der Probleme in 2017.
Die baustellenbedingte fehlende Verkehrsbeschilderung für Radfahrer auf dem Saar-Nahe-Höhenradweg war eines der Probleme in 2017. FOTO: Foto: Axel Birtel / Axel Birtel
Neunkirchen. Wünsche des ADFC Neunkirchen stoßen im Neunkircher Rathaus auf offene Ohren. Von Michael Beer

Für Menschen, die das Rad als Verkehrsmittel regelmäßig nutzen, hat sich auf Neunkirchens Straßen im vergangenen Jahr nicht allzu viel geändert. So sieht es die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, kurz ADFC. Sie hat ein waches Auge auf die Entwicklung. Und hofft natürlich, dass durch den verstärkten Absatz von E-Bikes, was mehr Räder auf Waldwegen und Straßen bedeutet, auch das Interesse der öffentlichen Hand wächst, für die Radler in der Stadt etwas zu tun. Es sind dabei keine revolutionären Veränderungen, die der ADFC fordert, sondern hier und da überschaubare Änderungen. ADFC-Kreissprecher Axel Birtel spricht dabei etwa eine direkte Verbindung von Wiebelskirchen und Hangard nach Wellesweiler an, den Rombachaufstieges oder die Herstellung eines Radschutzstreifens entlang der Fernstraße.


Das Rathaus steht dem wohlwollend gegenüber. Auf Nachfrage erklärt die Pressestelle: „In diesem Jahr will die Kreisstadt Neunkirchen in das Engagement in Sachen Radverkehr intensivieren.“ So sei geplant, zusammen mit den Akteuren vor Ort ein Radwegekonzept für Neunkirchen aufzustellen. Ob dieses Projekt in 2018 realisiert werden kann, hänge aber auch von eventuellen Förderzuschüssen des Bundes und des Landes ab. Förderanträge sollen ab Mitte Februar rausgehen. Auch das Klimaprojekt Neunkirchen, erläutert die Verwaltung als einer seiner Partner, wolle in Sachen E-Bike-Mobilität in diesem Jahr bei Aktionen stärker potentielle Interessenten informieren. Die bundesweite Aktion Stadtradeln und eine Aktion „Richtig Radfahren in der Grundschule“ stehen neben dem Radfrühling ebenfalls auf dem Programm.

Im Arbeitskreis Radfahren treffen sich Mitarbeiter des Rathauses, des ADFC und des Radclubs Mistral. Trotz verbesserungswürdiger Strukturen spricht ADFC-Kreissprecher Axel Birtel denn auch im Rückblick auf 2017 von einem guten Jahr für den Radverkehr in der Kreisstadt. „Radverkehrsförderung ist nicht nur der Radwegeausbau, sondern auch guter Service und Kommunikation, und gerade hier hat sich in Neunkirchen einiges getan“, begründet er. Die regelmäßigen Treffen begrüßt Birtel ausdrücklich. Damit es in 2018 aber weiter vorangehe, fordert der ADFC, dass Rat und Verwaltung der Kreisstadt den Gesprächen Taten folgen lassen. Für die Radstrecken, an denen die Neunkircher Radler akuten Handlungsbedarf ausmachen, sei die Kreisstadt in erster Linie als Antragsteller gefordert. Ob zwischen Wiebelskirchen und Hangard nach Wellesweiler, oder an der Fernstraße - diese Landstraßen liegen in der Zuständigkeit des Landesamtes für Straßenbau (LfS). Das LfS, erläutert Birtel, werde aber nur dann tätig, wenn auch Rat und Verwaltung hinter den Projekten stünden und diese durch städtische Maßnahmen unterstützten. Dann gibt es auch je nach Projekt Geld von Bund oder EU.

Als ein Zeichen, dass auch in Neunkirchen ein wachsendes öffentliches Interesse am Radverkehr vorhanden ist, wertet der ADFC, dass die Zahl der Teilnehmer, die sich 2017 an der Mitmachaktion „Stadtradeln“ beteiligt haben, erheblich stieg. Beim bundesweiten Fahrradklimatest kam Neunkirchen erstmals in die Wertung. Zuvor hatten zu wenig Leute mitgemacht.

 Die Neunkircher Radler wollen aber nicht nur fordern, sondern auch machen. Birtel: „Im Jahre 2018 plant der ADFC in Neunkirchen einiges. Anfang Februar wird in einem Workshop die Möglichkeit einer mehrtägigen Radtour im Saarland ausgelotet.“ Wie auch in den vergangenen Jahren werde sich der ADFC wie die Stadt am Neunkircher Fahrradfrühling und am Stadtradeln beteiligen. „Da bundesweit immer noch Abbiegeunfälle zwischen LKW und Radfahrer vorkommen, wollen wir Ende April auf dem Stummplatz zeigen, wo Radfahrer und Fußgänger vom Sitz der LKW- Fahrer aus nicht erkannt werden können“ kündigte der ADFC-Sprecher weiter an. Dabei sollen Experten des Verbandes für Fragen der Bürger zur Verfügung stehen. Von April bis September bietet der ADFC jeden Donnerstag eine Feierabendtour an. Die Ziele der Touren werden mit den Teilnehmern beim Start festgelegt. Hinzu kommen Tagestouren am Wochenende – und monatliche Radfahrerstammtische.