Wohnraum, Möbel und Küchen gesucht

Die Flüchtlingskrise ist in vielen politischen Gremien ein Dauerthema. Auch der Gemeinderat Spiesen-Elversberg hat sich in seiner jüngsten Sitzung wieder mit aktuellen Problemen zum Thema befasst.

Die Lage bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Spiesen-Elversberg ist angespannt. Das betonte Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kampa bei einem Vortrag im Gemeinderat. Bis zum Freitag hatte die Gemeinde 122 Flüchtlinge aufgenommen; davon sechs Familien (insgesamt 24 Personen und acht Einzelpersonen mit Kind). "Beim Rest handelt es sich um Einzelpersonen", so Kampa. Für den Montag waren weitere 14 Menschen angekündigt. "Wir bekommen im Monat derzeit etwa 25 Personen zugewiesen."

Aktuell habe die Gemeinde noch Wohnraum für 40 Menschen zur Verfügung. Angesichts der Zuweisungszahlen tendiere der Puffer gegen Null, so Kampa. Deshalb mache sich die Verwaltung auch Gedanken über mögliche Notlösungen. Container wolle niemand. Zudem gebe es nur einen möglichen Standort und keine Container mehr auf dem Markt. "Außerdem wäre diese Lösung mit rund 30 000 Euro pro Kopf und Monat viel zu teuer." Eine Zeltlösung komme ebenfalls nicht in Frage. Zurzeit stehe man im engen Kontakt mit der Wohnungsgesellschaft Saar. Diese habe bislang aber nur ein Haus gekauft. Geprüft werden derzeit ein leerstehender Tiermarkt mit 60 Plätzen und ein ehemaliges Fitness-Studio mit 20 Plätzen. "In beiden Objekten wäre allerdings baulich was zu tun", so Kampa. Zusätzlich wurden das Leerstandskataster auf den neuesten Stand gebracht. "Wir haben 120 Eigentümer angeschrieben", so Kampa. Ein Miet- oder Kaufvertrag sei dadurch bislang nicht zu Stande gekommen. Stand Freitag hat die Gemeinde 38 Mietverträge mit Privateigentümern. Die eigenen Immobilien sind komplett belegt.

Wenn die Flüchtlinge in die Gemeinde gebracht werden, sehe das mittlerweile so aus, dass ein Reisebus anrollt, dahinter ein Bundeswehr-Lkw. Ein Stopp dauere fünf bis zehn Minuten. Bei 14 Zuweisungen an sechs verschiedenen Adressen sei das Ordnungsamt personell stark gefordert. "An jeder Adresse muss ein Ansprechpartner vorhanden sein. Im Ordnungsamt bleiben dann noch zwei Leute", so Kampa. "Da bleibt im Moment einfach jede Menge liegen." Ohne die Unterstützung zahlreicher Ehrenamtler wäre die Situation schon länger nicht mehr zu bewältigen.

Unterstützung gebe es derzeit auch von einer Minijobberin, die zwei Mal pro Woche einen halben Tag hilft. Sie werde als Integrationslotsin und Sprachhelferin aber erst aktiv, wenn Asylbewerber vor Ort sind. "Die Arbeit beginnt aber schon lange vorher", so Kampa. Personalmangel gebe es auch bei der Wohnungssuche, der Suche nach Spenden und der Einrichtung der Wohnungen. Personell sei das für das Ordnungsamt fast nicht mehr machbar. "Wir brauchen mehr Personal", so das Fazit. Fraktionsübergreifend gab es Lob und Zustimmung für die Arbeit der Verwaltung. Personell müsse der Bürgermeister aktiv werden. "Ich erwarte bis in der nächsten Sitzung einen Vorschlag der Verwaltung, was wir beschließen sollen", so Hans-Albert Lauer (SPD ).

Auch die Bevölkerung kann helfen. "Unsere beiden Möbellager sind leer", berichtete Wolfgang Kampa. Besonders große Probleme gebe es aktuell beim Besorgen von Küchen. Wer also eine Küche oder andere Möbel spenden möchte, kann sich im Rathaus Spiesen-Elversberg melden.

Kontakt: Tel. (0 68 21) 79 10.