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Viele Privathäuser müssten energetisch saniert werden

Spiesen. Das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Spiesen-Elversberg befindet sich kurz vor dem Abschluss. Um die Bürger für das Thema zu sensibilisieren und gleichzeitig wichtige Informationen bereitzustellen, wie und wo Energie gespart werden kann, fand im Rathaus ein Infoabend statt. Marius Blügel

Der Leitgedanke der Informationsveranstaltung "Klimaschutz und Energiesparen" im Rathaus in Spiesen wurde von insgesamt vier Referenten mit verschiedenen Schwerpunkten vertieft und verständlich dargelegt. "Ich denke, der entscheidende Vorteil dieser Veranstaltung ist es, dass die interessierten Bürger nicht von einer Institution zur nächsten laufen müssen. Hier erhalten Sie innerhalb von zwei Stunden gebündelte und kompakte Informationen aus einem Guss", erklärte Bürgermeister Reiner Pirrung .

Bereits im Januar 2014 beauftragte die Gemeinde die Neunkircher Fima KEN GmbH & Co. KG mit der Erstellung des Klimakonzeptes, die bis April dieses Jahres abgeschlossen sein soll. Um die bisherigen Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse und die sich daraus ergebende Wichtigkeit der privaten Haushalte zu kommunizieren, präsentierte Volker Dibbern, KEN-Mitarbeiter, zu Beginn Zahlen.

Die Auswertungen vom Energie-, Wärme- und Stromverbrauch zeigten, dass der private Sektor immer mit Abstand das größte Stück vom Kuchen vertilgte. Dies liegt maßgeblich daran, dass knapp 85 Prozent der privaten Wohnräume vor 1979 erbaut wurden und damit ein hohes energetisches Sanierungspotenzial aufweisen.

Mit diesem Thema befasste sich die Bauingenieurin Eva Kiefer. Gerade bei der Präsentation neuer gesetzlicher Regelungen innerhalb der Energieeinsparverordnung trat der Missmut der Bürger über mögliche Zwangssanierungen zum Vorschein, der aber größtenteils durch die fachliche Aufarbeitung des gesetzlichen Wortlauts beschwichtigt werden konnte. Gerade die Dämmung der Außenfassade in Verbindung mit "Sowieso-Kosten" war ein wichtiges Thema, welches die richtige Art und den richtigen Zeitpunkt der Sanierung diskutierte.

Der folgende Vortrag von KEW-Mitarbeiter Thomas Streit, als Experte für moderne Heizungstechnik, zeigte einige typische Fehler auf, die bei einer Heizungssanierung vermieden werden müssen, um tatsächlich Energie und damit bares Geld zu sparen. Neben den Hauptthemen "Hydraulischer Abgleich" und "Einstellen der Heizkurve" wurden auch moderne Heizsysteme wie die fast CO{-2}-neutrale Pelletheizung, Wärmepumpen, Erdwärme und Solarwärme vorgestellt.

Zum Abschluss erklärte Markus Allgayer als Förderexperte der SIKB AG, wie man solche umfangreiche Sanierungen optimal finanzieren und bei der Einhaltung von KfW-Standards sogar hohe Tilgungszuschüsse erhalten kann. Damit gab er der Infoveranstaltung einen runden Abschluss bei der, in der späteren persönlichen Diskussion, kaum Fragen offen blieben.