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Unterwegs auf schmalen Pfaden im Naturschutzgebiet Rohrbachtal

Unterwegs : Natur pur – direkt vor der Haustür

Unterwegs auf schmalen Pfaden im Rohrbachtal. Ein Beispiel für eine selbst zusammengestellte Wanderung.

Es ist einer dieser schönen Rundwege, die in keinem Wanderführer aufgeführt sind. Wenn man einen Hund hat, mit ihm jeden Tag unterwegs ist und nicht immer auf ausgetretenen Pfaden laufen möchte, stellt man sich seine Touren auch gerne mal selbst zusammen. Und Möglichkeiten, die Natur zu entdecken und zu genießen, gibt es jede Menge. Direkt vor der Haustür. Dank entsprechender Apps fürs Smartphone ist die Planung einer individuellen Route auch kein Problem. So kann man seine Umgebung immer wieder aufs Neue entdecken.

Heute geht es mit Sammy zum Wombacher Weiher. Start und Ziel dieser rund sechs Kilometer langen Wanderung ist die Anlage des Reit- und Fahrvereins Spiesen. Das Reizvolle an der kleinen Tour, die teilweise durch das Naturschutzgebiet Rohrbachtal führt, sind die verwunschenen Pfade, die sich durch den Wald schlängeln.

Vom Startpunkt aus geht es 500 Meter an den Pferdekoppeln vorbei. An der ersten Abzweigung geht es zuerst rechts, dann gleich nach links ab, Richtung Spieser Mühle. Wer sich noch schnell ein Bild davon machen will, welche Kräfte die Natur freisetzt, geht an der Abzweigung vorbei, etwa 300 Meter geradeaus bis zu einer Lichtung. Dort liegen zwei riesige Bäume, die das Sturmtief Sabine samt Wurzeln aus dem Boden gerissen hat.

Zurück auf der eigentlichen Route geht es nach 140 Metern rechts, auf einen schmalen Pfad in den Wald, der mit dem Symbol für Mountain-Biker gekennzeichnet ist. Diesem folgt die gewählte Route 650 Meter bergaufwärts. Schon auf diesem Streckenabschnitt sind die Schäden zu erkennen, die die Stürme im Februar angerichtet haben. Oben angekommen, geht es nach links auf den Hauptweg, wo es 400 Meter weitergeht. Nach der Verzweigung der beiden Hauptwege, an der man sich rechts hält, folgt man wieder der Beschilderung der Mountainbike-Strecke und biegt links auf einen weiteren Single-Trail ab. Obwohl die Strecke für Mountainbiker ausgewiesen ist, sind kaum welche darauf unterwegs.

Auf dem schmalen, aber gut begehbaren Pfad geht es 650 Meter bergab. Dort gibt es zwei Optionen: Entweder man folgt weiter rechts dem schmalen Weg, oder man geht weiter unten und dann nach rechts auf den Hauptweg. Beide Wege führen zum Wombacher Weiher. Sammy entscheidet sich für den Hauptweg. Nach 600 Meter kommt eine Biegung nach links, es führt der Weg am Rand von Viehweiden entlang, die zum Beweidungsprojekt Rohrbachtal gehören, zum Wombacher Weiher. Das knapp 50 Hektar große Naturschutzgebiet Rohrbachtal war einst Heimat von Bekassinen, einer Art von Sumpfschnepfen. Durch eine fortgeschrittene Verbuschung und Überwucherung durch invasive Pflanzenarten war der Verlust des Feuchtwiesencharakters zu beklagen. Dank des Engagements mehrerer Akteure ist dieses urbane Naturschutzgebiet jedoch dabei, zum Highlight im Biosphärenreservat Bliesgau zu werden.

Der Wombacher Weiher ist ein kleiner Angelweiher mit Kneipptretbecken und Armbad. Normaler-
weise lädt die bewirtschaftete Fischerhütte des Angelsportvereins St. Ingbert mit ihrem Biergarten zum Rasten ein. Aufgrund der Beschränkungen durch das Corona-Virus, ist die Hütte derzeit jedoch geschlossen.

Zwischen Weiher und Fischerhütte geht es ein kurzes Stück in Richtung St. Ingbert weiter und dann nach 250 Meter rechts wieder in den Wald. Auf dem schmalen Pfad geht es zunächst 200 Meter bis zur nächsten Abzweigung, hier links halten. Nach 150 Metern zunächst nach rechts abbiegen und nach weiteren 60 Metern einen Querweg überqueren und halbrechts abbiegen. Leicht bergaufwärts geht es 200 Meter bis zur nächsten Abzweigung, an der es nach rechts geht. Auch hier sind Sturmschäden zu sehen, die dem Weg aber einen wild-romantischen Charakter verleihen.

Die Fischerhütte am Wombacher Weiher lädt normalerweise zum Rasten ein. In Zeiten des Corona-Virus ist sie geschlossen. Foto: Volker Ammann
Hinweistafel zum Beweidungsprojekt im Naturschutzgebiet Rohrbachtal. Foto: Volker Ammann
 Durch den Windbruch bekommt der Wald auf der Wanderung den Charakter eines Bannwalds. Foto: Volker Ammann

Nach 400 Metern stößt man auf einen Hauptweg, dem kurz nach links folgen, um nach 80 Metern wieder rechts abzubiegen. Es geht nun 150 Meter leicht bergan zum nächsten Hauptweg, auf dem man links zu einem Parkplatz kommt. Diesen überquert man und geht am Ende nach rechts auf einen weiteren Hauptweg. Auf dem Weg bleibt man für 350 Meter bis zu dem kleinen Weg, der links wieder in den Wald führt. Der Pfad führt durch einen urbanen Mischwald, in dem der Forstbetrieb nur das Nötigste der Sturmschäden beseitigt hat. Dadurch hat das Waldstück den Charakter eines Bannwalds. Nach 320 Metern kommt man links auf den Hauptweg, der links an den Ausgangspunkt der Tour führt.