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Berschfeschd
Premiere für Aussis auf Berschfeschd-Bühne

Elversberg. In diesem Jahr bot das traditionsreiche Fest jede Menge Überraschungen und beste Stimmung für die Besucher. Von Heinz Bier

Ein weitgereister Schirmherr, eine Band von einem anderen Kontinent und Töne aus dem Musikinstrument australischer Ureinwohner - das 29. Ellmerschberjer Berschfeschd wartete mit einigen Überraschungen auf. Erste Besonderheit: Beim obligatorischen Fassanstich am Freitagabend blieb Bürgermeister Reiner Pirrung im Hintergrund.


Die symbolische Eröffnung blieb in diesem Jahr einem Gast aus weiter Ferne vorbehalten, den Berschfeschd-Chef Patrick Wehrle kurzfristig zum Schirmherrn ernannt hatte. Heinrich Hausner, ein „Ellmerschberjer Bub“, hat seinen Heimatort schon 1975 in Richtung Australien verlassen, kommt aber seit 2006 regelmäßig ins Saarland zurück und war dafür verantwortlich, dass am Samstagabend erstmals eine australische Musikformation bei einem saarländischen Dorffest auf der Bühne stand. „Das konnte nur einer regeln“, meinte Wehrle und als Anerkennung drückte der Bürgermeister dem Band-Manager Hammer und Hahn in die Hand.

Reiner Pirrung durfte dann zumindest die Pappbecher anreichen. Wehrle hatte als Kulturbeauftragter der Gemeinde Spiesen-Elversberg zuvor das Berschfeschd verbal eröffnet, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr hatte mit dem Steigerlied dafür gesorgt, dass das Fest musikalisch standesgemäß begann. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde auf dem alten Markt der Appetit sozusagen veranstaltungsgemäß  angeregt und je nach Windrichtung zog einem der Duft von Schwenker, Flammkuchen und Lyonerpfanne oder eher der süße Geruch von Waffeln, Popcorn und Crêpes um die Nase. Aber das Elversberger Dorffest war nicht nur ein Schlemmerfest, es war auch ein Fest für die Ohren mit richtig guter Musik an beiden Tagen. Schon am Freitagabend bekamen die Besucher davon einen ersten Eindruck.



„Jo‘s Mum“, eine Coverband aus Frankenthal, feierte in Elversberg ihre Premiere und mit ihrem Mix aus Soul, Rockklassikern und aktuellen Charthits sorgten die vier Musiker und drei Sängerinnen gleich am Eröffnungsabend für ein tolles Bühnenprogramm. „Es hätten zwar ein paar Besucher mehr sein können, aber wir hatten richtig gute Stimmung“, freute sich Patrick Wehrle tags darauf. Etwas ruhiger ließen es am Samstagmittag die drei saarländischen Musiker von „Mep Live“ angehen, die für ihre tollen Akustikinterpretationen vieler Welthits bekannt sind.

Am Samstagabend gehörte die Bühne dann „The Joeys OZ Band“ und die Formation, die seit Mitte Juli in Deutschland unterwegs ist, war zweifellos die Attraktion des Dorffestes. Nicht nur, weil die Musiker für ihren Auftritt auf dem alten Markt insgesamt knapp 15 000 Flugkilometer hinter sich gebracht, sondern auch, weil sie einfach richtig gute Musik auf der Berschfeschd-Bühne  gemacht haben.

„So etwas hatten wir hier off‘m Bersch noch nie“, versicherte der Kulturbeauftragte und Programmverantwortliche bei der Vorstellung der Band. Mit Songs aus Down Under, Countrymusik, aber genauso mit Rock- und Popklassikern aus der gesamten Musikwelt begeisterten die vier Musiker, ein Sänger sowie die beiden Solistinnen Ally Mc Kinley, eine 15-jährige Schülerin mit toller Stimme, und Emma Dykes, die in Australien als Countrysängerin mit vielen Eigenkompositionen sehr bekannt ist, die zahlreichen Besucher auf dem alten Markt. Und als Bassgitarrist Tom Sanderson zur Didgeridoo griff und mit dem traditionellen Instrument der Aborigines Musik machte, war das die nächste Besonderheit, denn das waren beim Berschfeschd völlig neue Klänge. Unterstützt wurden die Australier vom saarländischen Joe Cocker, der mit ihnen zusammen unter anderem dessen Welthit „Unchaine my Heard“ sang. Nach gut zwei Stunden Programm und etlichen Zugaben verabschiedeten sich die Musiker aus Australien, ehe die „Soulbacher“ für den musikalischen Schlusspunkt beim Ellmerschberjer Berschfeschd sorgten.