Neujahrsempfang Spiesen-Elversberg: „Überall ist viel Dynamik zu spüren“

Neujahrsempfang Spiesen-Elversberg : „Überall ist viel Dynamik zu spüren“

Beim Neujahrsempfang in Spiesen-Elversberg wagte Bürgermeister Reiner Pirrung einen Blick in die Zukunft.

„Love me tender“ – viel netter kann eine Gemeindeverwaltung das neue Jahr im Allgemeinen und die Gäste des Neujahrsempfangs im Besonderen unmöglich willkommen heißen. Das Blieskasteler Duo Latz & Latz, Vater und Sohn, übernahm diesen Part am Sonntagvormittag in der Glückauf-Halle. Nach dem Elvis-Song griff Bürgermeister Reiner Pirrung zum Mikro, um sich, „ihr liewe Leit“, zunächst in Versform an die Gäste zu wenden. Das Fazit für 2017 „is’ gar net schlecht“, befand der Hausherr. „Saniert die Schul unns Bürjermeischderamt, wozu de Brandschutz uns vadammt, nei gebaut e Kinnergaade, fa unser Klänschde inzelade … .“ Dann wurde es aber auch rasch anspruchsvoller, schwenkte Pirrung doch auf die „berühmte Alliteration, die 3 K, gemünzt auf Spiesen-Elversberger Verhältnisse in mindestens 6 K“ ein.

Relevant für die Gemeinde seien da zuerst „Kinder, Kirchen, Konsolidierung“. So wird in diesem Jahr mit dem Anbau einer Schulturnhalle an die Pestalozzischule begonnen. Eine Nummer größer fällt das gemeinsame Projekt mit der Katholischen Kirche aus: die siebengruppige Kindertagesstätte vis-à-vis des Rathauses, welche später von der Kita GmbH betrieben werden soll. „Gleichzeitig – auch als notwendige Interimslösung während der Bauphase – werden in Modulbauweise am Standort Elversberg zwei Gruppenräume entstehen“, kündigte Pirrung an. Aufwenden müsse man mehr als 4,5 Millionen Euro. Unterstützung erfährt die evangelische Gemeinde, die im Hort Bethelstraße zehn weitere Plätze bereitstellen will. Apropos Kirche: Pfarrer Michael Schäfer geht zur Jahresmitte in den Ruhestand und wird diesen in Solingen verbringen. Dechant Olaf Harig feiert 2018 sein silbernes Priesterjubiläum. Aufgegeben werden muss die Herz Jesu Kirche in Elversberg, deren Sanierung die Pfarrgemeinde finanziell nicht zu stemmen vermag.

Zwei weitere große Ks sind für Pirrung Kunst und Kultur. Mit dem Tod der „großen Kunstmalerin Elisabeth Bosslet“ im Juli musste die Gemeinde einen herben Verlust hinnehmen. Kollege Ferdinand Selgrad, 90-jähriger, in Spiesen lebender Mosaikkünstler, Glas- und Wandmaler, wurde im Dezember mit der Verdienstmedaille des Landrates geehrt. Wiederaufgelegt werden 2018 sowohl die Literaturtage als auch die Kleinkunstgala Caffé Cult und, viermalig, der Spieser Markt und Musiksommer. Bereits freuen darf man sich zudem auf Klassik im Franz-Becker-Park am 1. September.

Weniger gut laufe es mit einem weiteren K: dem Karneval. „Es ist uns nicht gelungen, die Sporthalle Langdell ohne größere finanzielle und technische Investitionen in eine Versammlungsstätte für 600 Personen umzuwandeln“, bedauerte der Gastgeber und rief schließlich noch zu einer Revolte auf: „Gegen Kleinst- und Klebetiketten und die Grubenwasserflutung“. Mit einem Dank an alle Mitbürger, die sich fürs Gemeinwohl einsetzen und allen Unternehmen und Initiativen, „die Verantwortung übernehmen und aktiv“ werden, endete Reiner Pirrung. Optimismus hatte er ja bereits zu Beginn seiner Rede verbreitet: „Mit unseren Orten geht es aufwärts. Überall ist viel Dynamik zu spüren, viel Kreativität und Tatendrang.“ Und so darf es auch bleiben.

Dynamisch ging es dann auch noch auf der Bühne zu: Stellten sich doch zwei Tanzgruppen der St. Ingberter Ballettschule Christine Flatter mit einer modernen Choreographie und klassischem Ballett zu den Klängen von Tschaikowskis „Nussknacker“ vor. Bevor es zum gemütlichen Teil überging, ließ Heidi Davidshöfer vom Kulturamt wie gewohnt das Gemeindeleben 2017 mit Fotos auf der Großleinwand noch einmal Revue passieren.

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