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Sternsinger-Aktion geht in Spiesen-Elversberg in der Pandemie neue Wege

Aktion in Spiesen-Elversberg : Segenshaltestellen, Masken und Gebäck

Sternsinger in Spiesen-Elversberg waren in diesem Jahr auf neuen Wegen unterwegs.

Linus Meyer und Henri Jung warten in der Elversberger Fichtenstraße an einer Haltestelle. Hier vor der Bäckerei Krämer stehen sie schon seit dem frühen Morgen. Sie warten nicht auf einen Bus. Die beiden Sternsinger aus der Pfarrei St. Ludwig-Herz Jesu haben hier zusammen mit Luca Hartmuth vom Pfarrgemeinderat, Kathrin Jung und Gemeindereferentin Ursula Zewe-Petry eine „Segenshaltestelle“ aufgebaut und warten auf Menschen, die vorbeikommen und sich für ihr Angebot interessieren. Ganz stolz zeigen die beiden Jungen die „‚Segenspakete“, die sie für alle bereithalten, wie es in einer Pressemitteilung des Bistums heißt. Wer möchte, kann sich hier den Segen der Sternsinger mit nach Hause nehmen. In den mit Sternen geschmückten Umschlägen verbergen sich Aufkleber mit der bekannten Segensbotschaft „Christus mansionem benedicat“ (Christus segnet dieses Haus) in der Formel „20*C+M+B 21“. Dazu Informationsmaterial zur Spendenaktion der Sternsinger für Kinder-Hilfsprojekte in aller Welt.

Weil wegen der Corona-Pandemie die Sternsingerinnen und Sternsinger nicht von Haus zu Haus ziehen können, um an den Türen der Häuser zu singen, hat Emily Klos ein Bild gemalt, das alle an die gewohnte Form der Aktion erinnern soll. Doch damit ist noch nicht Schluss. In jedem Segenspaket ist auch eine Mund-Nasen-Maske aus mit Sternen bedrucktem Stoff enthalten. Als ganz konkretes Segenszeichen für die aktuelle Pandemie, sagt Gemeindereferentin Zewe-Petry. Schneidermeisterin Sabine Recktenwald aus der Pfarrei habe über 600 dieser Masken genäht und damit dieses besondere Zeichen möglich gemacht.

Segenspakete gibt es an diesem Tag aber nicht nur vor der Bäckerei Krämer. Auch vor dem Edeka-Markt Hoffmann in Spiesen sind die Sternsinger aktiv und auch hier können Passantinnen und Passanten den Segen der Sternsinger mit nach Hause nehmen und eine Spende für die Aktion leisten. Insgesamt 45 Kinder und Jugendliche zusammen mit 20 Erwachsenen sind an der Aktion beteiligt. Die meisten, darunter auch Marie und Lara, begleitet von Jessica Karst, sind an diesem 16. Januar – als Königinnen und Könige gekleidet – in den Straßen unterwegs, um Segenspakete in Briefkästen zu werfen. Über 400 Familien hatten in den Wochen zuvor ein solches Paket bestellt, wie es weiter heißt. Unterwegs ist man in Dreiergruppen, unter strengster Beachtung der Pandemie-Vorschriften. Kontakte werden vermieden. Auch an den Haltestellen, an denen es den Sternsingersegen „to go“ gibt. „Es war schon mehr Aufwand als sonst, um das Dreikönigssingen an die Bedingungen der Pandemie anzupassen“, sagt Gemeindereferentin Zewe-Petry. Als „guter Geist“ habe im Hintergrund Carl Recktenwald gewirkt, von der Gestaltung der Internetseite zur Aktion bis zum Aufstellen eines Verteilplanes für die Segenspakete.

Auch nach zwei Stunden Dienst an der Segenshaltestelle sind Linus und Henri eifrig dabei, die Tüten unter die Leute zu bringen und mit der Spendendose für die Hilfsprojekte in aller Welt zu sammeln. Mit der Füllung der Spendendose sind sie auch ganz zufrieden. Die meisten Leute würden Scheine einwerfen, stellen sie zufrieden fest.

Lara und Marie (von links) werfen die Segenstüten in die Briefkästen. Foto: Hans Georg Schneider

Ein ganz besonderer Beitrag wird derweil hinter der Segenshaltestelle an der Verkaufstheke der Bäckerei erwirtschaftet. Markus Krämer bäckt schon seit einer Woche Sterne zur Aktion. Es gibt sie zu 1,50 Euro in Schoko, als Hefegebäck, mit Rosinen oder auf Berliner Art. Die Sterne wurden von der Kundschaft sehr gut angenommen, freut sich der Bäckermeister. Rund 1300 Sterne wurden über die Tage verkauft. Pro Stern gehen 0,50 Euro an die Sternsingeraktion.