Starthelfer für ein neues Leben

Im Rahmen der SZ-Serie „Ich lebe gerne in . . .“ stellt die SZ in dieser Woche Menschen aus Spiesen-Elversberg vor. Heute: Klaus Thielen aus Spiesen. Er organisiert im Unterstützerkreis für Flüchtlinge das Spendenlager.

Der gut 50 Quadratmeter große Raum ist vollgestopft mit Regalen. Darin liegen Kleider nach Größen sortiert in beschrifteten Fächern. Auf Tischen liegen Spielsachen, Geschirr, Küchenutensilien und andere Dinge, die man im Alltag so braucht.

Mittendrin stehen Petra Busch und Klaus Thielen. Sie sortieren neu reingekommene Kleiderspenden . Thielen hat sich schon lange in der Flüchtlingshilfe Neunkirchen engagiert. Seit September hilft er wohnortnah - er lebt mit seiner Frau in Spiesen - beim Unterstützerkreis in der Gemeinde und hat die Organisation und Verwaltung des Spendenlagers übernommen. "Das Lager ist gut bestückt", erzählt er. Das meiste gehe aber schnell weg. Als Ehrenamtler versuche er zusammen mit seinen Helfern aus dem Lagerteam, ein bis zwei Mal unter der Woche und samstags zu öffnen. "Die Absprachen laufen alle auf kurzem Weg", so Thielen. Der Helferkreis zähle derzeit über 50 Mitglieder, etwa 25 davon seien sehr aktiv. Alle sind in einer Whatsapp-Gruppe miteinander verbunden, um Absprachen möglichst schnell treffen zu können. "Es gibt Paten, die sich um die einzelnen Menschen oder Familien kümmern", erklärt Thielen die Organisation. Dazu kommen verschiedene Teams, etwa für Fahrdienste, Fahrradreparaturen, technische Hilfe und natürlich zur Sprachförderung und Alltagsbewältigung. Drei Mal pro Woche wird ein Deutschkurs angeboten. Auch in Sachen Integration ist man bereits aktiv. So hat eine Gruppe des Kreises zusammen mit Flüchtlingen an den beiden Weihnachtsmärkten in Spiesen und Elversberg teilgenommen. Entstanden war der Helferkreis vor knapp zwei Jahren unter dem Dach der katholischen Kirchengemeinde. Hauptkoordinator ist Diakon Alexander Groß.

Thielen führt Listen mit Dingen, die in einzelnen Flüchtlingshaushalten dringend benötigt oder auch gewünscht werden. Hoch im Kurs stehen derzeit Teppiche, Staubsauger und einfache Espressomaschinen, "weil die Menschen unseren Filterkaffee einfach nicht kennen", so Thielen. Vor allem aber sucht der Kreis selbst derzeit ein neues Lager, weil der aktuelle Raum ab Ende März nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Er ist gerade am Erzählen, als es klopft und die kfd-Frauen Agnes Hans, Monika Buchheit und Monika Kaufmann vor der Tür stehen. Sie haben eine Privatspende und eine Spende ihrer Gruppe in Bügeleisen und Unterwäsche umgesetzt und wollen diese dem Unterstützerkreis zur Verfügung stellen. Thielen ist happy: "Vielen Dank, die Menschen werden sich freuen."

Ein Ende der Arbeit ist laut Thielen nicht abzusehen. Lob gibt es aus der Verwaltung. Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kampa wird nicht müde, den Wert des Engagements von Unterstützerkreis und anderen Ehrenamtlern zu betonen.

Die Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde gefällt Klaus Thielen sehr, aber auch die Kooperationen der Flüchtlingshilfe mit den Vereinen. Er lebe aber auch gerne in Spiesen-Elversberg wegen der guten Einkaufsmöglichkeiten und der Verkehrsanbindung. Das aktive Vereinsleben und die Hilfsbereitschaft untereinander seien weitere Wohlfühlfaktoren für ihn. "Ich bin hier verwurzelt." Besonders gefalle ihm aber der Wald in der unmittelbaren Umgebung, wo er früher gerne mit seinen Enkeln spazieren war. "Das ist einfach toll für Exkursionen."

Wer sich weiter über die Arbeit des Unterstützerkreises informieren möchte, findet Informationen im Internet. Außerdem gibt es jeden Mittwoch um 20 Uhr ein Treffen im katholischen Pfarrheim Elversberg. Weitere Helfer sind jederzeit willkommen.

Für Sachspenden hat Klaus Thielen eine Hotline eingerichtet, bei der ein Anrufbeantworter geschaltet ist: Telefon (01 51) 26 88 87 12.

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