Spiesen-Elversberg solide aufgestellt

Die Kenndaten für die Gemeinde Spiesen-Elversberg zeigen besonders eines: Kaufkraft am Ort zu binden, ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft.

. Wie gut ist die Gemeinde Spiesen-Elversberg als Wirtschaftsstandort aufgestellt? Diese Frage bildete den Kern einer Informations- und Diskussionsveranstaltung. Zum "Standortgespräch Spiesen-Elversberg " hatten Gemeindeverwaltung und Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Neunkirchen (WFG) nach Spiesen geladen.

WFG-Geschäftsführer Klaus Häusler hatte jede Menge Zahlen im Gepäck, anhand derer er den Gästen aus Politik und Gewerbe eine Einschätzung zur Situation der Gemeinde liefern wollte. In Spiesen-Elversberg gibt es 2153 der rund 37 000 Arbeitsplätze im Kreis. 4776 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wohnen derzeit in der Gemeinde. 1598 Menschen pendeln täglich ein, um häufig in sozialen oder Gesundheitsberufen zu arbeiten. "Spiesen-Elversberg ist ein Sozial- und Gesundheitsstandort", so Häusler. 4241 Arbeitnehmer verlassen hingegen täglich die Gemeinde, um zu arbeiten. Die hervorragende Verkehrsanbindung machte Häusler mitverantwortlich dafür, dass diese Menschen die Gemeinde als Wohnort auserwählt haben.

In Sachen Arbeitslosigkeit präsentiere sich Spiesen-Elversberg deutlich besser als der Landesdurchschnitt, so Häusler. Probleme machte der Wirtschaftsförderer aber im Bereich des lokalen Handels ausfindig - Stichwort Kaufkraft . Die arbeitende Bevölkerung in Spiesen-Elversberg (k napp 13 200 Einwohner insgesamt) verdient jährlich zusammen rund 278 Millionen Euro. Davon gibt sie 154 Millionen Euro für privaten Konsum aus, gute 70 Millionen davon sind relevant für den Einzelhandel. Damit belegt die Gemeinde Platz 2 im Kreis und Platz 9 im Saarland. Allerdings fließen gut 40 Prozent dieser Kaufkraft nach außen ab. Laut Häusler liegt hier ein Potenzial, das es zu nutzen gilt. Dazu komme eine Vielzahl Auswärtiger, die beim täglichen Pendeln zur Arbeit durch die Gemeinde fahren.

Für die ersten Schritte auf dem Weg hatte Häusler drei Handlungsempfehlungen parat. Zum einen sollten Gemeinde und Gewerbetreibende eine Haushaltsbefragung im Ort in Angriff nehmen, um zu erfahren, welche Geschäfte von den Bürgern gewünscht werden. Zum anderen sollte es laut Häusler ein Geschäftsflächenmanagement geben. "Leerstände erzeugen Leerstände", so sein Credo. Deshalb müsse man die Eigentümer von Gewerbe-Immobilien mit fähigen Unternehmern an einen Tisch bringen. Drittens wünschte sich der Wirtschaftsförderer die Wiederbelebung eines Gewerbevereins. Das Engagement müsse aber von den Geschäftsleuten kommen.

Neue Gewerbeflächen zu entwickeln, sei m it Ausnahme weniger Areale schwierig, weil der Gemeinde schlicht der Platz dafür fehle, erläuterte Bürgermeister Reiner Pirrung . Die innerörtliche Gestaltung, beispielsweise der Fichtenstraße, erweise sich häufig auf Grund komplizierter Eigentumsverhältnisse als schwierig. Trotzdem wolle man lieber die innerörtlichen Bereiche entwickeln, statt große Märkte an den Ortsrand zu holen. In einem Beitrag aus dem Publikum wurde außerdem darauf verwiesen, dass es in der Gemeinde genug Kaufkraft und Durchreisende gebe, um kleine, aber feine Geschäfte mit gehobenerem Angebot bestehen zu lassen.

Das Angebot der WFG die Gründung eines Gewerbevereins zu unterstützen, nahmen die Anwesen den gerne an.

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