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Smart City - CO2-Ampel in den Grundschulen Spiesen-Elversberg

Auch Spiesen-Elversberg auf dem Weg zur Smart City : So sieht auch das Corona-Virus Rot

Ab Montag atmen in den Grundschulen Spiesen und Elversberg CO2-Ampeln die Raumluft ein. Ihre Signale sollen helfen, das Ansteckungsrisiko zu senken.

Gegen Ende des Pressegesprächs am Dienstag im Rathaus durfte, ja sollte dann auch noch kräftig gepustet werden: Auf dass aus Grün Rot werde. Und kein Vorführeffekt, es klappte: Aus Grün wurde Rot. Gemeinde Spiesen-Elversberg und die Kommunale Energie- und Wasserversorgung (KEW) Neunkirchen präsentierten im Sitzungsaal ihr gemeinsames Projekt „Raumluftüberwachung für Schulklassen mit CO2-Ampeln“ (siehe „Info“). Ziel: bessere Luft und besserer Schutz für Schüler und ihre Lehrer gegen das Corona-Virus.

Am Montag, Tag eins nach den Osterferien, werden die Mädchen und Jungen die Ampel in ihrem Klassenzimmer entdecken: aufgestellt im Raum in einer Höhe von etwa 1,50 Metern. Die Ampel „atmet“ durch Ansaugen kleiner Luftmengen die Raumluft ein, erklärt es ein Papier der KEW. Sensoren überwachen die CO2-Konzentration: Überschreiten die Messergebnisse Grenzwerte, springt das LED-Licht von Grün auf Orange und schließlich auf Rot. Lehrer und Schüler sehen auf einen Blick: Jetzt muss gelüftet werden.

 Klaus-Dieter Kreuter (rechts) präsentiert die „atmende“ Ampel, die mit Sensoren Raumluft überwacht. Von links: KEW-Vorstand Marcel Dubois, Projektverantwortlicher Karsten Groß und Bau- und Umweltamtsleiter Michael Arend.
Klaus-Dieter Kreuter (rechts) präsentiert die „atmende“ Ampel, die mit Sensoren Raumluft überwacht. Von links: KEW-Vorstand Marcel Dubois, Projektverantwortlicher Karsten Groß und Bau- und Umweltamtsleiter Michael Arend. Foto: KEW/Wilhelm-Wagner

Klar, frische Luft tut gut und hilft beim Lernen. Aber in diesen Pandemiezeiten gilt weiter: In geschlossenen Räumen steigt das Risiko, sich mit Corona anzustecken. Das Virus wird über Aerosole in die Luft übertragen. Und die Konzentration dieser Schwebepartikel steht in Zusammenhang mit dem Anstieg der CO2-Konzentration. Nun bietet die moderne Funktionstechnologie eine Fülle von intelligenten Anwendungsmöglichkeiten, wie KEW-Vorstand Marcel Dubois und der Projektverantwortliche Karsten Groß betonten: Nach einem vernetzten Zuhause – Smart Home – öffnet sie die Türen zur vernetzten Stadt – Smart City: Parkplatzsensoren können freie Parkplätze erfassen oder das Blockieren von Rettungszufahrten überprüfen. Temperatursensoren können die Einsatzplanung von Streufahrzeugen erleichtern. Eine Füllstandsanzeige kann automatisch melden, wann öffentlich Mülleimer und Container geleert werden müssen.

Zurück zu Spiesen-Elversberg und dem Grundschul-Projekt: Eine erste Testphase in den beiden Schulen mit acht Ampeln sei zu voller Zufriedenheit aller Beteiligten verlaufen, hieß es am Dienstag. Die Geräte würden fest in den Schulbetrieb integriert. „Wir freuen uns, dass wir das neue Gerät einsetzen können“, sagte der 1. Beigeordnete Klaus-Dieter Kreuter. „Eine Technologie, die noch weiteres Potenzial hat. Wegweisend.“

Auf 12 000 Euro bezifferte Michael Arend, Bau- und Umweltamtsleiter der Gemeinde, die Kosten – Anschaffung 40 Ampeln, Programmierung, erste Instandsetzung: „Über das Innenministerium gab es einen Zuschuss von 4000 Euro.“

Nun sind die Ampeln kein Selbstzweck, sondern Lernhilfe für richtiges Lüften und Kontrollinstrument. Kann das mit dem Lüften etwa aus baulichen Gründen nicht richtig funktionieren, bieten die Ampeln allein Schutz. Dann braucht es vielleicht doch Raumlüfter mit Feinfiltern, ein ordentlicher Kostenfaktor. „Wir denken drüber nach“, sagen Arend und Kreuter, sehen aber aktuell keinen Handlungsbedarf. Sie gehen davon aus, dass in ihren zwei Grundschulen gut gelüftet werden kann, zumal auch die Fenster nachgerüstet wurden. „Die Ampeln helfen uns aber auch zu prüfen, ob das mit dem Lüften funktioniert“, fügt Arend hinzu.

Die Pestalozzischule Elversberg ist schon komplett ausgestattet. 18 Ampeln verteilen sich von Klassenzimmern bis hin zum Lehrerzimmer. In der Mittelbergschule Spiesen waren sie am Dienstag noch am Aufbauen. Auch hier werden um die 18 Ampeln ihr Plätzchen finden. Die Ampeln seien selbsterklärend, hebt Arend hervor, mit ihren Farben Rot (Achtung!) und Grün (Alles gut!). Und für die Erst- bis Viertklässer mit ihrer zu erwartenden Neugier lassen sich da sicherlich im Unterricht auch ein paar Infos zum Lüften spielerisch vermitteln.