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Sicher ziemlich beste Freunde werden

Frank Malter schult regelmäßig den richtigen Umgang mit dem Rollator, hier mit Anneliese Nonngardt. Foto: Marny Meyer-Haberer
Frank Malter schult regelmäßig den richtigen Umgang mit dem Rollator, hier mit Anneliese Nonngardt. Foto: Marny Meyer-Haberer FOTO: Marny Meyer-Haberer
Elversberg. Der richtige Umgang mit dem Rollator will gelernt sein. Die Verkehrswacht Neunkirchen bietet regelmäßig Kurse an. Marny Meyer-Haberer

Vor allem ältere Menschen wollen so lang wie möglich mobil bleiben. Wenn das Laufen schwerer wird, kann ein Rollator eine echte Hilfe sein. Frank Malter von der Kreisverkehrswacht Neunkirchen schult regelmäßig den richtigen Umgang mit der Gehhilfe.


Bei schweißtreibenden 35 Grad wird die Rennstrecke an diesem Montagmittag kurzerhand ins kühlere Innere verlegt. Ein Dutzend Teilnehmer stehen im kleinen Flur des Awo-Seniorenzentrums in Elversberg. Vor ihnen halten sie ihre Rollatoren. Anneliese Nonngardt aus Elversberg hat sich trotz Hitze zu dem Kurs aufgemacht. "Ich habe seit anderthalb Jahren einen Rollator, weil ich Probleme mit meinen Beinen habe und keine langen Strecken mehr laufen kann", erklärt die 77-Jährige, "dank Rollator bin ich wieder mobiler, bin nicht immer auf die Hilfe von meinem Mann angewiesen." Wenn Nonngardt eine Pause benötigt, setzt sie sich einfach auf ihren Rollatorsitz. Platz für Taschen und Einkäufe bietet er in einem kleinen Körbchen. Das Wichtigste jedoch seien die Bremsen, weist Frank Malter hin. "Oft vergessen die Leute zu bremsen. Vor allem beim auf- und absteigen von Bordsteinkanten kann das zu Stürzen führen", warnt der Kursleiter. Bei kleinsten Hindernissen sollten die Fahrer eines solchen Gehwagens immer bremsbereit sein. Genau das bereitete auch Anneliese Nonngardt anfangs Schwierigkeiten. "Die Teilnahme hat mir viel gebracht, einige Tipps wie es leichter geht, nehme ich heute mit", freut sich die rüstige Seniorin. Auch Frank Malter ist zufrieden: "Ziel ist es, dass die Teilnehmer ihren Rollator nicht als Handicap sehen. Ich möchte Vertrauen zu ihrer Gehilfe vermitteln, so dass die Nutzer mit ihrem Rollator ziemlich beste Freunde werden."

Den Rollator anheben sollte man auf keinen Fall. Die Gehhilfe auf Rädern wiegt im Schnitt bis zu 20 Kilogramm und würde so eher zur Last. Der Experten-Tipp über eine hohe Kante: "Bremse ziehen, einen Schritt vor und langsam kippen, nur die Vorderräder hochheben. Dann die Bremse lösen und schieben, Vorderräder absetzen und Hinterräder hoch", jetzt weist Malter auf einen häufigen Fehler hin, "bevor die Füße auf den Bordstein wandern, unbedingt wieder die Bremse ziehen."



Und um im Verkehr ganz sicher zu sein, sollten die Besitzer ihren Rollator mit Reflektoren oder Lichtern sichtbar machen. Wichtig ist auch die richtige Einstellung der Griffhöhe. Dafür gerade stehen, Arme hängen lassen und dann die Daumensattel auf die Höhe der Hände einstellen. Wenn die Griffe beispielsweise zu hoch sind, kann das zu Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich führen. Die meisten Krankenkassen unterstützen bei entsprechenden ärztlichen Attest die Nutzung von Gehwagen. Die Rollatorkurse werden vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat gefördert und sind für die Teilnehmer kostenlos.