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Neujahrsempfang Gemeinde Spiesen-Elversberg

Zwei Premieren beim Neujahrsempfang Spiesen-Elversberg : Huf: „Wir brauchen einen Masterplan“

Die Gemeinde Spiesen-Elversberg hat am Sonntag in der CFK-Eventhalle das Jahr 2020 begrüßt.

Eine Zugfahrt – auch eine im Kopf – macht Appetit. Und so warteten nach dem offiziellen Teil auf die Gäste des Neujahrsempfangs der Gemeinde Spiesen-Elversberg am Sonntag in der CFK-Eventhalle lecker Fingerfood und Feines aus Gläschen – beispielsweise Blätterteig-Minis, Lachshäppchen oder Mediterranes.

Spiesen-Elversberg ist somit die erste Kommune im Landkreis Neunkirchen, die das neue Jahr 2020 festlich begrüßt hat. Am Dienstag folgt die Gemeinde Schiffweiler, am Samstag folgen die Gemeinden Illingen und Eppelborn und die Woche drauf noch die Städte Neunkirchen und Ottweiler.

Für Bürgermeister Bernd Huf war es der erste Empfang und die erste Neujahrsrede. Er hatte bei den Kommunalwahlen im vergangenen Mai den Rathaus-Sessel im ersten Wahlgang erobert. Der einzige parteilose Verwaltungschef im Kreis. Auf eine zweite Premiere wies Huf hin: Zum ersten Mal fand der Empfang im CFK statt. Die angespannte Hallensituation in der Gemeinde drückt gewaltig. Gut 200 Hände mag Huf am Sonntag geschüttelt haben, als er mit Ehefrau Silke und dem Glück verheißenden Schornsteinfeger Marc Ritter am Halleneingang die Gäste begrüßte. Und verschenkt sicher mindestens genauso viele Luftküsschen links-rechts oder links-rechts-links. Unter den Gästen tummelten sich auch Huf-Vorgänger Reiner Pirrung, der neue Neunkircher OB Jörg Aumann sowie Landrat Sören Meng.

Dann startete Huf seine bildhafte Zugfahrt. Der Premieren-Redner stellte seine Ansprache unter das Motto „Holen wir Schwung für die Fahrt durchs neue Jahrzehnt“: „Wir brechen auf, wir suchen Ziele, wir kommen an – manchmal auch mit Verspätung.“ Die Reise sei nicht immer vorhersehbar: „Wir stellen zwar Fahrpläne auf, doch kommt es auch schon mal anders.“

Huf drehte bei seinem Rückblick und Ausblick eine gute halbe Stunde das große Rad (gegen Ende eine Schrecksekunde, als ein Zuhörer im Saal einen Schwächeanfall erlitt). Von der großen Weltpolitik über Europa und Deutschland bis hin zum Saarland und Spiesen-Elversberg. Bleiben wir bei dem, was uns nah ist. Seine Frau habe ihm gesagt, als er anfing, die Rede zu schreiben: „Stell doch die ersten drei Monate deiner Amtszeit unter das Motto: Einstellen! Schließen! Absagen!“. Und so erinnerte der Bürgermeister an den 1. Oktober, den Tag seines Amtsantritts, als mal wieder die Sporthalle Langdell unter Wasser stand und er die Bodenverlegearbeiten stoppte. Er erinnerte an die Hiobsbotschaft Anfang November, als sicherheitstechnische Bedenken in der Elektroinstallation – aufgefallen während der Umbaumaßnahmen – die Schließung der Glückauf-Halle erforderlich machten. Und er erinnerte an die Absage des Elversberger Weihnachtsmarktes am dritten Advent wegen einer Unwetterwarnung. Prise Selbstironie: „Das machte meinen Einstand als Bürgermeister perfekt.“ Doch Huf ließ Mut machende Worte folgen. „Stellen wir die Weichen 2020 neu und justieren den Fahrplan etwas nach.“ Die Gemeinde brauche einen Masterplan: „Es geht um Attraktivität. Wir wollen Menschen anziehen, Unternehmen und Ideen.“ Und weiter: „Lieber auf neuen Wegen stolpern, als auf alten Wegen auf der Stelle treten.“ Und etwas kryptisch über das Redemanuskript hinausgehend: „In ein paar Wochen wissen wir vielleicht schon etwas mehr.“

Der Bürgermeister appellierte jedenfalls an gemeinschaftliches Handeln: „Es gibt viele kluge Köpfe und fleißige Hände in unserer Gemeinde.“ Und es brauche Menschen, „die Hand, Kopf und Herz zur Verfügung stellten“.

Zum Rahmenprogramm beim Neujahrsempfang gehörten der Auftritt der Sternsinger und musikalische Kostproben des Duos Astrid und Jens Gebhardt aus Sulzbach.