Neuer Mann im Direx-Zimmer

Spiesen-Elversberg · Gut sechs Monate ist es her, dass Volker Burkhard das Ruder an der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule in Elversberg von seinem Vorgänger Jörn Ludt übernommen hat. Jetzt liegt das erste Halbjahr hinter dem neuen Schulleiter.

 Volker Burkhard lenkt seit sechs Monaten die Geschicke an der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule in Spiesen-Elversberg. Foto: Thomas Seeber

Volker Burkhard lenkt seit sechs Monaten die Geschicke an der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule in Spiesen-Elversberg. Foto: Thomas Seeber

Foto: Thomas Seeber

Über 260 Schüler und ein 22-köpfiges Kollegium an der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule haben einen neuen Chef. Seit Beginn des neuen Schuljahres lenkt der 37-jährige Volker Burkhard nun die Geschicke an der Schule im Großenbruch. Dabei ist er kein Neuling in Spiesen-Elversberg . "Ich bin jetzt genau drei Jahre hier", erzählt er. Die Schule sei ihm in dieser Zeit schon sehr ans Herz gewachsen, betont der St. Ingberter mit Pfälzer Wurzeln. Wegen des kleinen Kollegiums sei die Atmosphäre geradezu familiär. "Die Kollegen haben mich sehr gut aufgenommen und integriert." Dafür sei er sehr dankbar.

Burkhard hat in Saarbrücken Englisch und Geografie für das Lehramt an Real- und Gesamtschulen studiert. Als Lehrer muss er an seiner neuen Wirkungsstätte zusätzlich zum Verwaltungsdienst 19 Stunden pro Woche in den Klassen ran. Die Ernennung eines Stellvertreters steht derzeit noch aus.

Das Rad neu erfinden muss Burkhard in Elversberg nicht. "Grundsätzlich führe ich die Arbeit meines Vorgängers fort", betont er. Gerade hat die Schule eine Rezertifizierung für ihre gute Schulentwicklungsarbeit erhalten. Außerdem habe das saarländische Bildungsministerium der Einrichtung ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. Trotzdem sieht Burkhard noch einige Baustellen. "Wir wollen unser Angebot der Berufsorientierung weiter systematisieren." Seit November gebe es außerdem eine Kooperation mit dem Verband der saarländischen Unternehmensverbände und dem Verband der Metall- und Elektro industrie im Saarland. "Dadurch haben wir jetzt ganz viele Kontakte in die Wirtschaft."

Die schulinterne Arbeit im Bereich Soziales will der zweifache Familienvater ebenfalls hoch auf der Agenda sehen. "Leider haftet unserer Schule immer noch ein schlechter Ruf an." Dieser stamme allerdings aus längst vergangenen Tagen. Heute verfügt die Schule über ein sogenanntes Mobbing-Interventionsteam in der Lehrerschaft und ausgebildete Schüler-Mediatoren - beide Gruppen arbeiten laut Burkhard sehr erfolgreich präventiv.

Besonders auf die Unterrichtsmethodik ist der Neue stolz. "Wir praktizieren hier seit Jahren das selbst organisierte Lernen." Soll heißen, die Schüler lernen schon sehr früh verschiedene Lern- und Arbeitsmethoden, die sie dann in ihrer gesamten schulischen Laufbahn begleiten. So bleibe dem Lehrer mehr Spielraum für eine individuelle Förd erung - beispielsweise durch den unterschiedlichen Leistungsniveaus angepasste Arbeitsblätter.

Als große Herausforderung sieht Burkhard derzeit den weiteren Aufbau der Gemeinschaftsschule. "Wir sind jetzt bei der Klassenstufe 7 angekommen." Jetzt gelte es, den Übergang in die Oberstufe zu gestalten - eine Aufgabe, "vor der zurzeit alle Gemeinschaftsschulen im Land stehen".

Trotz guter Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Schulträger hat der neue Chef auch ein paar Wünsche. Zwar passiere derzeit viel, auf der Wunschliste an den Träger stünden aber dennoch neue Jalousien und Fenster sowie eine Teilsanierung der Fassade. "Da ist noch Luft nach oben", betont Burkhard, wenngleich er wisse, dass auch an anderen Schulen investiert werden müsse.

Für seine Schule wünscht er sich, "dass bei den Leuten ankommt, dass wir eine gute Arbeit machen". Und "an einer Gemeinschaftsschule Abitur zu machen", so Burkhard, "ist eine ernst zu nehmende Alternati ve".

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