Nächstes Kapitel in einer langen Bau-Geschichte

Nächstes Kapitel in einer langen Bau-Geschichte

Mit Gemeindevertretern und Förderern gab Spiesen-Elversbergs Bürgermeister Reiner Pirrung am Mittwoch den Startschuss zur mehrmals verschobenen Baustelle „Am Truckenbrunnen“. In eineinhalb Jahren könnten die ersten Bauherren einziehen. Manch einem ist das zu spät.

. Anlässlich des lange erwarteten Spatenstichs am Truckenbrunnen hat Reiner Pirrung , Bürgermeister von Spiesen-Elversberg, dem geplanten Wohn- und Gewerbegebiet einen "größeren Werdegang" attestiert. Die Idee des Neubauprojektes in Spiesen ortsausgangs in Richtung St. Ingbert geht immerhin zurück auf das Jahr 2002. Die Erschließung war mehrfach verzögert worden, unter anderem weil die Bebauungspläne mehrere Male geändert wurden (wir berichteten). Auf die Verspätung ging Pirrung beim Spatenstich am Mittwochvormittag nicht weiter ein. Vielmehr unterstrich er, wie wichtig das Bauprojekt für die Fortentwicklung seiner Gemeinde sei, schließlich wolle man insbesondere "junge Familien in der Gemeinde halten". In seiner Rede vor weiteren Vertretern der Gemeinde, Repräsentanten der beteiligten Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), weiteren Partnern und künftigen Bewohnern präzisierte der Bürgermeister, dass von den 17,4 Hektar Bauland insgesamt 6,7 Hektar auf 70 Wohnbauplätze entfallen. 5,7 Hektar sind Gewerbegrundstücke. Dabei handele es sich aber um ein "eingeschränktes Gewerbegebiet", das heiße, dass ein Betrieb nur zu eingeschränkten Zeiten möglich sei, "um sich mit den Anwohnern zu vertragen".

Heinz-Peter Klein von der LEG Saar erklärte, dass nun während sechs Monaten zunächst das Gelände modelliert werde. Im September könnte dann mit der Erschließung begonnen werden. Verantwortlich für die Arbeiten sei das Bauunternehmen Gebrüder Schmidt aus der rheinland-pfälzischen Stadt Kirchen. Klein rechne mit elf Monaten Bauzeit für die Wohnhäuser und 18 Monaten für das Gewerbe. Was das konkret bedeutet, erklärte Bürgermeister Pirrung im Anschluss: "Anfang 2018 können die ersten einziehen."

Einige der künftigen Bewohner ließen durchblicken, dass sie am liebsten schon jetzt in ihren Häusern wären. Ihr habe man den Einzug bereits für 2015 versprochen, meinte etwa die gebürtige St. Ingberterin Jasmin Schild. Die Fachfrau für Bürokommunikation, die mit ihrem Mann, einem Piloten, seit zehn Jahren in Stuttgart lebt, würde gerne spätestens kommenden Herbst in ihre alte Heimat zurückkehren. Dann nämlich werde ihr Sohn Noa schulpflichtig. Noa, der die Gegend von Wochenendbesuchen und Urlauben kenne, gefalle es in der Region. Und auch Schild sagte: "Ich fühle mich hier heimischer." Für ihr schlüsselfertiges Haus werde sie etwa 300 000 Euro bezahlen, schätzte sie.

Die insgesamt sieben Millionen Euro, die die Erschließung des Truckenbrunnens koste, würden zu einem Großteil von den Grundstückseigentümern getragen, erinnerte Pirrung im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. 1,2 Millionen Euro zahle das Land, "Minimum ein Viertel" bleibe bei der Gemeinde. Die Gelder würden von der LEG vorgeschossen und bis 2022 mit der Gemeinde abgerechnet. Die LEG agiere während er ganzen Zeit als Treuhänder. Während die Verteilung der Wohngrundstücke bereits in vollem Gange sei, könne man noch kein Datum für die Ausschreibung der Gewerbeabschnitte nennen, so der Bürgermeister. Konkrete Interessenten gebe es bisher nicht. Zu dem am Eingang des Geländes geplanten Verkehrskreisel sagte Pirrung, dass die Kosten dafür die Gemeinde trage. Lediglich für die Teerdecke komme der Landesbetrieb für Straßenbau auf.

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