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Musikalisch auf Reisen geschickt
Mit dem Saarknappenchor um die Welt

Elversberg. Lieder aus Afrika, Amerika und der saarländischen Heimat präsentierte das Ensemble vor 360 Zuhörern. Von Gerhard Krämer

() Zu einer Reise um die Welt mit dem Saarknappenchor lud der Pensionärverein 1895 Elversberg in die ausverkaufte Glückauf-Halle ein. Mit einem imposanten Auftakt begann der Chor, der sich zu beiden Längsseiten der Halle aufgestellt hatte, mit dem Dirigenten mitten im Publikum. Traditionsgemäß begann das Konzert mit der Barbarahymne, Barbara die Schützerin und Patronin der Bergleute.


Singend betraten die Sänger die Bühne und bekamen schon zu Beginn einen tosenden Applaus von über 360 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Auch der folgende „Choral der Bergleute“, bei dem es um die Frömmigkeit und die Bitte um Schutz bei der Arbeit unter Tage ging, zeugten von der Frömmigkeit der Bergleute.



Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Walter Schommer führte der Dirigent Matthias Rajczek mit viel Detailwissen und Hintergrundinformationen durch das musikalische Programm und stieg in den weltlichen Konzertteil ein. Beschwingte, teils alt bekannte Lieder folgten, und ließen die Zuhörerschaft immer wieder schmunzeln, vielleicht weil man eigene Erinnerungen an das erste „Rendezvous“ oder an die eigene Liebesgeschichte hatte.

Sicherlich aber auch, weil die Lieder so toll vorgetragen wurden. Jeder Buchstabe, jedes Wort war am Ende des Saales zu verstehen. Mit einem finnischen Trinklied verabschiedete sich der Chor dann in die Pause und fast das gesamte Publikum verließ die Halle, die sich zwischenzeitlich so aufgeheizt hatte, dass man wirklich glauben konnte, in den Tropen zu sein.

Der Chor gönnte sich dann Marsch-
erleichterung und trat im leichten Sommerhemd auf. Weiter ging die musikalische Reise, nach einer Hommage an die Frauen, nach Amerika zu den Gospels und Spirituals und nach Namibia zu traditionellen afrikanischen Liedern. Einen tollen Abschluss der Reiselieder bildete das afrikanische Lied „Shosholoza“, bei dem der Dirigent auch als Solist zu hören war. Das Lied hat eine vergleichbare Bedeutung wie bei uns das Lied „Glück auf, der Steiger kommt.“

Und mit diesem Stück war auch das Konzertende eingeleitet. Traditionell endet ein Konzert des Saarknappenchores mit diesem Lied. Es kommt schon ein wenig Gänsehautfeeling auf, wenn sich bei der zweiten Strophe des Liedes das gesamte Publikum respektvoll erhebt und mitsingt.

Übrigens: Wenn 360 Menschen im Saal mucksmäuschenstill sind und zuhören, dann singt der Saarknappenchor.