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Leserbrief
Spenden könnten die Lösung sein

Zum Artikel „Autogramm für eine Zukunft der Kirche“ (SZ vom 15. September)

1901 wurde die Herz-Jesu Kirche in Elversberg eingeweiht. Unter großer Opferbereitschaft der katholischen Bergarbeiterfamilien und ihres Seelsorgers, Pfarrvikar Wilhelm Albertz, war es gelungen, mit ihren Spendenzuschüssen die heute unter Denkmalschutz stehende Kirche bauen zu lassen.


Es war für sie, wie mein Großvater erzählte, ein inneres Bedürfnis und ein finanzieller Kraftakt, von ihrem damals noch spärlichen Lohn mitzuhelfen, das Gemeinschaftsprojekt zu verwirklichen. Für die Großfamilien mit ihren vielen Kindern war es eine schmerzliche Entbehrung. Damals zählte Elversberg etwa 3000 Katholiken, die Kinder mit eingerechnet.

In den darauffolgenden Jahren wurde die Innenausstattung der Kirche in Angriff genommen. 1910 wurde eine Gasbeleuchtung in der Kirche installiert; 1923 fünf Glocken angeschafft; 1924/25 die ausgeschmückten Seitenaltäre, der Marien- und der Josefaltar, aufgestellt; 1926 die von dem Apotheker Schmitz gestiftete Kanzel platziert; 1928 eine neue Sakristei angebaut und im darunterliegenden Keller eine Kohleheizung in Betrieb genommen; 1930 eine Turmuhr eingebaut, die in die vier Himmelsrichtungen die Zeit anzeigte und verkündete; 1935 die Kirche ausgemalt und mit vier großen Darstellungen aus dem neuen Testament, auf dem auch Bergleute zu sehen sind, der Altarraum geschmückt; 1937 unter Pastor Koll (1923-1951) der wertvolle Mosaik-Kreuzweg (vierzehn Stationen) von Villeroy & Boch in die Wände eingelassen; 1939 eine neue Orgel mit 33 Registern erworben und drei geschnitzte Holzskulpturen von Heiligen aufgestellt.



Sollten all diese erhaltungswürdigen Anschaffungen und Kunstwerke, wie offenbar beabsichtigt, veräußert, beziehungsweise auf den Schutt der Geschichte geworfen werden?

Majestätisch steht die neugotische Kirche in der Ortsmitte auf dem Elversberg, weit sichtbar, eine Zierde der ganzen Gemeinde Spiesen-Elversberg. Sollte sie für immer geschlossen werden mit der Begründung des Bistums Trier, die Kirchengemeinde könnte ihren Zuschuss von 40 Prozent sicherlich nicht aufbringen, da die sonntägliche Besucherzahl zu gering sei?

Eine Ausrede, wie ich glaube. Ich behaupte, nicht die augenblickliche geringe Besucherzahl sollte als Maßstab gelten, sondern die rund 4000 Elversberger, Kirchensteuer zahlenden Katholiken!

Wenn der Ort Humes mit seinen 1750 Einwohnern, einschließlich der Protestanten, 240 000 Euro einsammeln konnte, so müsste es auch Elversberg gelingen, den geforderten Geldbetrag über Spenden zu erhalten.

Hans-Peter Rottman sei jetzt schon Dank und Anerkennung, dass er freiwillig die Initiative für dieses wohl lösbare Problem angehen möchte. Ich und meine Familie werde ihn jedenfalls dabei tatkräftig unterstützen.

„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Hans Burg, Spiesen-Elversberg