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,,Lernort Natur" für Menschen mit Beeinträchtigung

Lebenshilfe : „Lernort Natur“ für Menschen mit Beeinträchtigung

 Um das Außengelände des Wohnverbundes Tom Mutters-Haus ökologisch zu gestalten und damit nicht nur für die dortigen Bewohner, sondern auch für die Schüler der beiden von der Lebenshilfe Neunkirchen getragenen Förderschulen unter dem Stichwort „Lernort Natur“ Möglichkeiten der Öko-Pädagogik zu schaffen, hat sich Thomas Latz, Geschäftsführer der Lebenshilfe Neunkirchen und des Werkstattzentrums für behinderte Menschen der Lebenshilfe gGmbH (WZB) mit dem Landesverband des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in Verbindung gesetzt.

„Außerdem sucht die Gemeinde Spiesen-Elversberg für das neue Wohn- und Gewerbegebiet Am Truckenbrunnen in der Nähe des Wohnverbunds Tom Mutters-Haus eine Ausgleichsfläche und da bot sich als sinnvolle Ergänzung das Gelände hinter dem Wohnverbund Tom Mutters-Haus an“, informiert Latz.

In Abstimmung mit der Lebenshilfe Neunkirchen und der Gemeinde Spiesen-Elversberg starteten die ehrenamtlichen Helfer des Nabu auf dem Gelände der Lebenshilfe Neunkirchen hinter dem Wohnverbund Tom Mutters-Haus ein Amphibienschutzprojekt. „Wir haben einen Waldweiher für Kammmolche optimiert und ein neues Fortpflanzungsgewässer für Kreuzkröten angelegt“, erläuterte Wendelin Schmitt, Geschäftsstellenleiter des Nabu Landesverbandes Saarland. Die Helfer lichteten im Bereich einer ehemaligen Sandgrube das Gelände aus, damit wieder besonnte Gewässerabschnitte geschaffen werden konnten. „Die Kreuzkröte ist eine Pionierart, die sich vornehmlich in vegetationsarmen, besonnten Pfützen ansiedelt“, erläutert Schmitt.

Das Schnittgut, das am Rande des ausgetrockneten Waldweihers aufgehäuft wurde, dient nach Schmitts Worten den Tieren als Versteckplatz und daneben gleichzeitig der Besucherlenkung. Die Baggerarbeiten zur Modellierung des Geländes hingegen waren nur mit großzügiger finanzieller Unterstützung möglich. Die Steine dienen dem Schutz der Jungtiere vor Fressfeinden wie etwa den dort vorkommenden Rabenvögeln. Eine weitere Bereicherung des Umfeldes wird die Anlage einer 1200 Quadratmeter großen Blühfläche in Form einer Wildblumenwiese für Insekten darstellen, die der Nabu-Insektenschutzfonds zu dem Gesamtprojekt beisteuert. Vor Ort betreut wird das Projekt von Gabi Stein, die im NABU Landesverband in der Amphibien und Reptilien AG engagiert ist.

Thomas Latz strebt auch in anderen Bereichen eine Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland an, wie es in der Pressemitteilung abschließend heißt. So mussten auf dem Gelände des WZB in Spiesen Rotfichten gefällt werden, die den trockenen Sommer im vergangenen Jahr und den Befall mit Borkenkäfern nicht überstanden haben. Aus Gründen der Verkehrssicherheit mussten die überwiegend schwer geschädigten oder schon toten Fichten gefällt werden. „Wir beabsichtigen nun auf dieser Fläche, soweit wir diese nicht im Zusammenhang mit der Anlage einer Buswendeschleife benötigen, eine Streuobstwiese anzulegen und diese künftig lediglich extensiv zu nutzen“, informiert Latz. Das anfallende Obst soll über den Hofladen des Wendelinushofes vermarktet werden. Angepflanzt werden sollen ausschließlich Hochstämme alter Obstsorten – eventuell gemischt mit Walnuss- und Esskastanienbäumen.