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Sanierungskonzept gescheitert
Kirche Herz Jesu bleibt zu, die Kosten laufen weiter

Elversberg. Die katholische Kirche Herz Jesu bleibt auf unabsehbare Zeit geschlossen. Und sie wird auf unabsehbare Zeit die Kasse der Kirchengemeinde belasten. Von Claudia Emmerich

Wie der Leitende Pfarrer der Pfarrei St. Ludwig Spiesen/Herz Jesu Elversberg, Olaf Harig, im Pfarrbrief aufklärte, ist das Sanierungskonzept der Kirchengemeinde gescheitert. Das Landesdenkmalamt versagte seine Zustimmung zu geplanten Baumaßnahmen, das Bistum seine grundsätzliche Genehmigung. Seit Anfang 2015 ist die Kirche aus Sicherheitsgründen geschlossen. Pläne der Kirchengemeinde sahen vor, mittels einer Minimal-Sanierung das für Gottesdienste gesperrte Gebäude zu sichern und nochmal für zehn Jahre zugänglich zu machen (unsere Zeitung berichtete). Danach, so die Pläne, sollte das unter Denkmalschutz stehende Haus aufgegeben werden. Die Baufachleute des Bistums trugen die Minimal-Sanierung nicht mit. Eine große Sanierung hätte wiederum die leistbaren Eigenmittel der Kirchengemeinde überfordert. „Wir werden die Kirche als ortsbildprägendes Denkmal erhalten müssen“, heißt es im Pfarrbrief. Die Herz Jesu Kirche werde nicht profaniert, das heißt, die Widmung als Kirche werde nicht aufgegeben. Der Abriss eines Denkmals sei verboten.


Die Kosten laufen weiter, sagt Harig auf SZ-Nachfrage: „Die Glocken läuten, das kostet Strom. Die Heizung wird notdürftig betankt, das kostet Öl. Die Abwasserrechnung muss bezahlt werden.“ Dazu kämen Pflichtreparaturen, wenn die Verkehrssicherheit im Ausenbereich gefährdet sei. Harig: „Im Schnitt müssen wir monatlich mit rund 400 Euro rechnen.“