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Julius Becker zurück aus Hawaii und im Kader des SV Elversberg II

Sv Elversberg II : Von Hawaiis Küste an die Kaiserlinde

Der 20-Jährige Julius Becker brach nach seiner Zeit als Jugendfußballer bei der SV Elversberg zu einem Auslands-Jahr in die USA auf. Dort lebte der Student in Hawaii. Nun ist Becker an die Kaiserlinde zurückgekehrt – und läuft für die SVE II in der Oberliga auf.

Wenn Fußball-Oberligist SV Elversberg II an diesem Sonntag um 15 Uhr die TSG Pfeddersheim empfängt, dann wird Julius Becker mit ziemlicher Sicherheit wieder in der Startelf des Teams von der Kaiserlinde stehen. Ziemlich unsicher ist dagegen noch, welche Rolle er auf dem Feld einnehmen wird.

Denn in den bisherigen vier Saison-Begegnungen seiner Mannschaft hat der 20-Jährige schon drei verschiedenen Positionen bekleidet: Becker spielte schon Außenverteidiger, im defensiven Mittelfeld sowie im zentralen offensiven Mittelfeld. „Wo ich am Sonntag spiele, weiß ich noch nicht“, berichtet der Student. „Da muss ich mich überraschen lassen. So lange ich Einsatzzeiten bekomme, ist mir das auch eigentlich egal“, ergänzt er lachend.

Becker ist seit dieser Saison neu im Elversberger Oberligakader. Neu im Verein ist der 20-Jährige aber nicht. Von der JFG Schaumberg-Prims wechselte der aus Freisen stammende Mittelfeldspieler in der B-Jugend an die Kaiserlinde.

Nach seiner Jugendzeit und seinem Abitur entschloss er sich dann, für ein Jahr in die USA zu gehen. „Um Auslandserfahrung zu sammeln, dort Fußball zu spielen und die Sprache zu lernen“, fasst Becker seine Beweggründe zusammeln. Für sein Amerika-Abenteuer suchte er sich dabei einen Ort aus, von dessen Besuch viele träumen: Becker begann sein Psychologie-Studium an der Universität von Hawaii.

„Es war echt eine mega Zeit. Die Landschaft dort ist der Wahnsinn, ich konnte am Strand Fußball spielen, und zu Auswärtsspielen sind wir oft auch nach Kalifornien geflogen, so dass ich auch diesen Bundesstaat kennengelernt habe“, berichtet Becker von seinen Eindrücken.

Das einzige was ein klein wenig fehlte, war der sportliche Erfolg. „Die Mannschaft, in der ich spielte, war nicht so gut. Wir sind Achter von zwölf Teams geworden“, verrät der SVE-Kicker. „Vergleichen würde ich das Niveau der dortigen Liga mit der U19-Regionalliga“, ergänzt Becker. Allerdings mit einem Unterschied: „Es wird dort sehr viel Wert auf das Körperliche gelegt. In diesem Bereich war es doch eher wie Männer-Fußball.“

Sein USA-Abenteuer endete für Becker ein klein wenig früher als gedacht: Ursprünglich wollte er bis Mai diesen Jahres bleiben – nach dem Beginn der Corona-Pandemie entschloss er sich aber zu einer Rückkehr im März. „Ich habe zum Glück noch einen der letzten Flieger bekommen, bevor der Flugverkehr eingestellt wurde“, erzählt Becker.

Wieder in der Heimat entschloss sich der 20-Jährige nach Gesprächen mit Elversbergs Oberliga-Trainer Marco Emich und NLZ-Leiter Jens Kiefer zu einer fußballerischen Rückkehr an die Kaiserlinde. Dort wurde Becker gleich zum Stammspieler – und auch der Saisonstart des Teams mit acht Punkten aus vier Spielen ist geglückt. Für Becker gab es auch schon ein persönliches Highlight: Beim 1:0-Auswärtssieg am 13. September in Völklingen erzielte der Freisener das „Goldene Tor“ für sein Team.

Über einen weiteren Sieg an diesem Sonntag zu Hause gegen Pfeddersheim würde sich Becker sehr freuen. Aber: „Pfeddersheim ist eine starke Mannschaft. Sie haben letzten Samstag den FC Wiesbach mit 6:2 geschlagen und am Mittwoch im Pokal mit 3:1 gegen Regionalligist Schott Mainz gewonnen.“ Mit einem Punkt weniger als Elversberg II ist die TSG aktuell Tabellenvierter.