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Feuerwehr
Feuerwehrleute meisterten dramatisches Szenario

„Wasser Marsch“, so lautet der Einsatzbefehl zur Brandbekämpfung an der Turnhalle der Mittelbergschule in Spiesen, wo das Feuer ausbrach und auf das Schulgebäude übergriff.
„Wasser Marsch“, so lautet der Einsatzbefehl zur Brandbekämpfung an der Turnhalle der Mittelbergschule in Spiesen, wo das Feuer ausbrach und auf das Schulgebäude übergriff. FOTO: Volker Ammann
Spiesen-Elversberg. Am Samstagnachmittag, 16.01 Uhr, werden die Feuerwehrleute beider Löschbezirke zu einem Brand (Jahreshauptübung) in die Mittelbergschule in Spiesen gerufen. Bei Schweißarbeiten war es zu einer Verpuffung gekommen, die ein Feuer im vorderen Bereich der Halle auslöst. Von Volker Ammann

Dieses greift auf die im Durchgangsbereich zur Schule gelagerten Baumaterialien über und setzt auch den Altbau in Brand. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte kann noch keine Meldung über Verletzte gemacht werden, denn sowohl in der Schule als auch der Turnhalle, befinden sich Kinder in der Nachmittagsbetreuung. Da das einzige Treppenhaus stark verqualmt ist, kann eine Personenrettung auf diesem Weg nicht durchgeführt werden. Auch das Holztreppenhaus darf im Brandfall nicht genutzt werden.


Damit die verletzten Personen trotzdem zügig geborgen werden können, wird die Feuerwehr St. Ingbert um Amtshilfe gebeten. Diese rückt mit der bis auf 25 Meter ausfahrbaren Drehleiter an und beginnt sofort mit der Bergung der Verletzten im Obergeschoss des Schulgebäudes, die nach der Rettung an den Malteser Rettungsdienst übergeben werden. Dieser hatte mit Einsatzbeginn eine Verletztensammelstelle eingerichtet und die Schüler versorgt.

Die Brandbekämpfung und Rettungsarbeiten werden von Jürgen Altmeyer, Löschbezirksführer in Spiesen, koordiniert. Mitten in die Löscharbeiten platzt die Meldung, dass sich vor dem Schulgelände ein schwerer Unfall mit Personenschaden ereignet hat. Besorgte Eltern hatten sich eiligst auf den Weg gemacht, um vor Ort zu erfahren, wie es um ihre Kinder steht. Dabei kommt es zum Zusammenstoß zweier Pkw. In beiden Fahrzeugen sind Personen eingeklemmt und müssen von der Feuerwehr befreit werden. Die Einsatzkräfte setzen unter Leitung von Michael Hoffmann, Löschbezirksführer in Elversberg, schweres Gerät ein, um an die Verletzten heranzukommen. An einem Fahrzeug wird das Wagendach mit einer hydraulischen Schere aufgeschnitten und weggeklappt, am zweiten Pkw die Fahrertür abgetrennt und die Wagenholme mit einem hydraulischen Spreizgerät soweit auseinander gedrückt, dass die eingeklemmte Person befreit werden kann.



Der ganze Einsatz dauerte exakt 26 Minuten. Dann waren die Brände gelöscht, die Verletzten versorgt und die Unfallstelle geräumt. Das Signal „zum Abmarsch fertig“ konnte gegeben werden. Dementsprechend positiv fiel auch die Manöverkritik von Wehrführer Knut Karch aus: „Die Übung hat den Einsatzkräften alles abverlangt: Brandbekämpfung und Handhabung des technischen Equipments im Rettungseinsatz unter realistischen Bedingungen. Alle Vorgaben wurden zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt.“

Im Vorfeld des Löscheinsatzes zeigte die Jugendwehr ihr Können. 49 Kinder und Jugendliche nahmen an der Übung teil. Björn Mattheis, stellvertretender Wehrführer: „Im Gegensatz zu anderen Gemeinden hat die Feuerwehr Spiesen-Elversberg kein Nachwuchsproblem.“