Integration als oberstes Gebot

Wer kümmert sich eigentlich um die Kinder und Jugendlichen im Kreis? Welches Gesicht steckt dahinter? In einer Serie stellt die SZ die Jugendpfleger der sieben Städte und Gemeinden vor. Heute: Horst Findeisen, Spiesen-Elversberg.

Spiesen-Elversberg. Horst Findeisen aus Homburg ist erst seit acht Monaten Jugendpfleger in Spiesen-Elversberg und hat in dieser Zeit die dortige Jugendpflege - mithilfe seiner Mitarbeiterin Luzia Jochum - von Grund auf neu aufgebaut. "Es gab hier zwar einen Jugendtreff, aber der war ziemlich verwaist. Um diesen haben wir uns zuerst gekümmert, damit die Kinder und Jugendlichen wieder einen Treffpunkt haben", erklärt der Jugendpfleger. Seitdem hat der Jugendtreff in Spiesen für Jüngere Dienstag und Donnerstag, 16.30 bis 20 Uhr, geöffnet. Der Treffpunkt für die Älteren, in Elversberg, hat montags, mittwochs und freitags jeweils von 17 bis 22 Uhr auf.Langfristiges Ziel ist die tägliche Öffnung des Jugendtreffpunkts, wozu momentan sowohl Personal als auch Geld fehlen. Für die Gestaltung des Freizeitangebotes in Spiesen-Elversberg steht die Zusammenarbeit mit Vereinen vor Ort im Fokus. So wurde im Rahmen dieser Zusammenarbeit schon die Kinderjugendfarm besucht, um dort mit Holz zu arbeiten, es wurde Tennis gespielt, eine Breakdance-Gruppe ins Leben gerufen und Stadtranderholungen angeboten. Das Jugendbüro beteiligt sich außerdem mit freiwilligen Helfern an den Festen der Gemeinde Spiesen-Elversberg - wie beispielsweise der Kirmes oder dem Dorffest. "Wir beteiligen uns an so gut wie allen Festen in der Gemeinde, das ist schon ein enormer Aufwand für uns", berichtet Horst Findeisen.

Für die Zukunft hat der 53-jährige einige Dinge geplant: ein Beachvolleyballturnier, eine Spielplatztour (auf der die Kleinen bei örtlichen Politikern Wünsche äußern können) und eine Fahrt nach Berlin. Das Wichtigste ist für den Jugendpfleger jedoch, dass die Jugendlichen in die Gemeinde integriert werden und dass man sie akzeptiert. "Ich möchte nicht, dass die Jugendlichen, die aus eher sozial schwachen Familien kommen für alles, was hier passiert, verantwortlich gemacht werden. Oft sind sie gar nicht die Täter und werden zu Unrecht verdächtigt", so Findeisen. Anders als andere Jugendpfleger ist Horst Findeisen nicht direkt bei der Gemeinde angestellt. In seinem Fall ist der Jugendpfleger in Spiesen-Elversberg ein Kooperationsprojekt mit der AWO. Er arbeitet jedoch eng mit den örtlichen Behörden zusammen, um seine Arbeit bestmöglich voranzubringen. Foto: Sebastian Thiel

Auf einen Blick

Horst Findeisen, im Rathaus, Hauptstraße in Spiesen-Elversberg. Tel. (0 68 21) 79 11 23, zu den üblichen Rathaus-Öffnungszeiten. red