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Mehr als gewohnt: „Immer miteinander im Gespräch bleiben“

Mehr als gewohnt : „Immer miteinander im Gespräch bleiben“

Spiesen-Elversberg:  Gewerbetreibende und Verwaltung sehen die Gemeinde auf einem guten Weg.

Die Gemeinde Spiesen-Elversberg ist mit 1300 Einwohnern pro Quadratkilometer auf einer Fläche von 11,4 Quadratkilometern die  dichtest besiedelte Kommune des Saarlandes. Im Rahmen einer Serie über das Geschäfts- und Gewerbeangebot in den Ortszentren  hatte die SZ auch Spiesen und Elversberg unter die Lupe genommen. Fazit der SZ: das Angebot  ist nicht schlecht, aber kleine Anbieter haben zu leiden. Nicht nur unter der Konkurrenz der Vollsortimenter und Discounter in der Gemeinde, sondern auch durch das  breite  Angebot im benachbarten Neunkirchen. Was die SZ auch beklagte,  war das Fehlen eines Gewerbevereins.

Über Facebook, wo die Neunkircher Lokalredaktion des Saarbrücker Zeitung, Lese-Angebote ins Netz stellt und auch ein Diskussionsforum bietet,  meldete sich beispielsweise Daniel Becker, auch im Namen anderer junger Unternehmer,  zu Wort. Er  bemängelte,  das Potenzial seines Ortes  sei in der Berichterstattung zu wenig herausgearbeitet worden.  Eine Konzentration der Beurteilung auf die Zentren werde dem realen Angebot nicht gerecht.  Die SZ besuchte Daniel Becker in der Elversberger Friedhofstraße, wo er Store Manager im Smokey-Shop von Daniel Becker ist. Seit September vergangenen Jahres bieten Diehl, Becker und Mitarbeiter alles Zubehör rund ums Dampfen an. Also E-Zigaretten und die Flüssigkeiten und Aromen, die verdampft werden. Ein boomender Markt, wie Daniel Becker sagt. „Wegen unseres Ladens kommen viele Leute eigens nach Elversberg. Manche haben eine Anreise von 100 Kilometern“, sagt Becker und präsentiert gleich eine ganze Liste von attraktiven gastronomischen und Dienstleistungsbetrieben, wegen denen es sich lohne, in die Gemeinde zu kommen. Becker  kreidet der Verwaltung mit Bürgermeister Reiner Pirrung an, sich zu wenig um Ansiedlungswillige und Neugründer zu kümmern. Die „Wohngemeinde im Grünen“ werde mehr beworben als der Gewerbestandort Spiesen-Elversberg.

Verwaltungschef Reiner Pirrung, seit 14 Jahren auf dem Bürgermeistersessel, kontert gegenüber der SZ. „Als Bürgermeister kümmere ich mich persönlich um die Belange der Wirtschaft, wir arbeiten eng mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises zusammen.“ Dass Spiesen-Elversberg durchaus ein  guter Standort für Unternehmen sei, bewiesen beispielsweise die Lebenshilfe mit dem Werkstattzentrum für Behinderte (WZB, größter Arbeitgeber in der Gemeinde) und dem Centrum für Freizeit- und Kommunaikation (CfK) oder die derzeit wieder expandierende Tierklinik.   Die Verwaltung habe mehrere Versuche gemeinsam mit mit der WFG unternommen, wieder einen Gewerbeverein zu etablieren, doch habe sich solch ein Gremium  mangels Bereitschaft der Zielgruppe bislang  nicht bilden  lassen.  Auch Reiner Pirrung sieht viele attraktive Anbieter in seiner Gemeinde, deren Einwohnerzahl  in den letzten Jahren auf fast 15 000 gewachsen ist.  Das, ebenfalls von Becker angesprochene,    Problem des Mangels an Plätzen in den vier Kinderbetreuungseinrichtungen  sieht Pirrung  auch in den meisten anderen Kommunen in Kreis und Land. Der Bedarf sei überall  stärker gestiegen als erwartbar. Aber in Spiesen-Elversberg  werde an der Verbesserung der Situation gearbeitet.  „Was die Bürger oft nicht sehen, sind die Tücken von Bürokratie und Vorschriften, die unmittelbares Handeln erschweren“, gibt der erfahrene Verwaltungsmann Kritikern  mit auf den Weg. Wichtig sei es, immer miteinander im Gespräch zu bleiben.